Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

segeln

segeln, segelte, ist gesegelt/ hat gesegelt
1. den Winddruck zur Fortbewegung eines Fahrzeugs, bes. eines Bootes, nutzen, sich in einem Fahrzeug mit einem Segel, mit Segeln vorwärtsbewegen(ist/ hat): er ist, hat früher viel, gern gesegelt; ich bin, habe auf dem Müggelsee gesegelt; er hat heute den ganzen Nachmittag gesegelt; Sport eine Regatta s. (sich an einem Wettkampf für Segelboote beteiligen) irgendwohin s. (ist:) sie sind ans andere Ufer, nach Rügen gesegelt; mit, vor dem Wind, gegen den Wind s.; /bildl./ in jmds. Kielwasser, Fahrwasser s. (jmdm. willig folgen) umg. unter falscher, fremder Flagge s. sich für etw. anderes ausgeben, als man in Wirklichkeit ist: Nur müsse eben, wenn er auch natürlich die Verdienste Professor Rapps um den Fund ins rechte Licht rücken werde, das Buch unter seinem, Dierkopfs Namen segeln Feuchtw. in: Dt. Erzähler 2,136; eine Strecke s. eine Strecke in einem Fahrzeug mit Segeln zurücklegen(hat/ ist): er segelt diesen Kurs zum ersten Mal; bei normalen Winden segelt dieser Segelschlitten bis zu 36 km in der Stunde; ein Boot s. ein Boot durch den Winddruck fortbewegen(hat:) er hat noch nie ein Boot gesegelt
2. /übertr./ schweben, durch die Luft fliegen(ist:) Wolken s. über den Himmel; Die Schwalben segeln im Blau Strittmatter Tinko 387; Möwen s. durch die Luft; bunte Blätter s. auf den Parkweg; der rote Aktendeckel … segelte auf den Fußboden Steinberg Einzug 483; die beste aller denkbaren Welten unseres guten Leibniz segelte ja in den Abgrund A. Zweig Beil 203
3. salopp jmd. segelt jmd. geht schnell und geschwellt, Aufmerksamkeit fordernd(ist:) Zum Schluß segelte dann Tante Katharina in die Stube E. Weber Österreich 5; als einmal … unvermutet um die Ecke ein Polizist segelte St. Zweig Novellen 1,159

Im WDG stöbern

a b c d e f g h i j
k l m n o p q r s t
u v w x y z - ' & µ