Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

sieben, Vb.

1sieben /Vb./
1. etw. durch ein Sieb schütten, rühren, um die kleineren Bestandteile einer (körnigen) Substanz von den größeren zu trennen: Mehl, Getreide, Sand, Erze s. /bildl./ scherzh. gesiebte Luft atmen (im Gefängnis, Zuchthaus sitzen) dicht. In den langen Nächten … siebte sie die Jahre L. Frank 5,129 (Mathilde)
2. eine größere Menge, Anzahl sichten, um daraus nach bestimmten Gesichtspunkten eine strenge Auswahl zu treffen: die Bewerber, Antragsteller s.; Wenn die Frauen auch mal sieben: / welches Mädchen soll dich lieben? Tucholsky Ganz anders 37 er siebte das gesammelte Material; die Bewerbungen für die Studienplätze wurden streng, sorgfältig gesiebt;

WDG, 5. Band, 1976

sieben, Kard.zahl

2sieben /Kard.zahl/
7: s. plus s. ist vierzehn; die s. Wochentage; s. Stück, Personen; eine Woche hat s. Tage; ein Haus mit s. Stockwerken; es stehen s. (Leute) in einer Reihe; die ersten s.; ein Mädchen von s. Jahren; sie ist s. (Jahre alt); es ist s. (Uhr); es, die Uhr schlägt s.; Punkt, Schlag s. (genau sieben Uhr) ; innerhalb von s. Tagen; vor, seit, nach, binnen s. Tagen; etw. ist s. Meter lang, breit, hoch, tief; das Buch kostet s. Mark; Sport die Mannschaft gewann 7:5 (sie erzielte sieben Tore, der Gegner fünf) die Zahl Sieben; die arabische Sieben (7); die römische Sieben (VII); umg. mit der Sieben (mit einem Wagen der Straßenbahnlinie 7) fahren ; /gilt bei abergläubischen Menschen als (Un)glückszahl, als besonders bedeutungsvolle Zahl/ die böse Sieben; er zerschlug einen Spiegel, nun hat er s. Jahre Pech; /häufig in Märchen/ das tapfere Schneiderlein tötete s. Fliegen mit einem Schlag; Schneewittchen lebte bei den sieben Zwergen; Der Wolf und die sieben jungen Geißlein Grimm /Titel/; Die sieben Raben Grimm /Titel/; Die sieben Schwaben Grimm /Titel/; hist. die Sieben Weltwunder /Bez. für sieben Bau- und Kunstwerke der Antike/; die Sieben Freien Künste /Bez. für die in der Antike und im Mittelalter gepflegten Grundwissenschaften/ ; /in übertr. Wendungen/ die moderne Kunst ist ihm ein Buch mit s. Siegeln (er versteht nichts davon) salopp abwertend etw. stinkt s. Meilen gegen den Wind (macht sich schon von weitem aufdringlich bemerkbar)

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Zitationshilfe
„sieben“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/sieben>, abgerufen am 20.09.2020.

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