sieden, siedete/ sott, hat gesiedet/ hat gesotten
1. /siedete(sott), hat gesiedet/ etw. siedet eine Flüssigkeit, bes. Wasser, kocht, befindet sich in Siedetemperatur: Wasser siedet bei 100 Grad (verwandelt sich in Dampf) das Wasser siedete, sott im Topf; der Kessel (der Inhalt des Kessels) siedete das Wasser beginnt zu s.; mit siedendem Wasser Tee, Kaffee aufbrühen; sich mit siedender Seifenlauge, siedend heißem Öl verbrühen; etw. zum Sieden bringen; /bildl./ geh. Die Luft über beiden Maschinen siedete Mundstock Mann 114; ihm wurde siedend heiß bei dem Gedanken /übertr./ er siedete (vor Wut), in ihm siedete es, sein Blut siedete (er war sehr erregt, wütend) ihn packte eine siedende Wut, durchzuckte ein siedender Schreck; dieser Zwischenfall brachte die Stimmung zum Sieden; die Stille sott in seinen Ohren M. Walser Ehen 53 etw. s. eine Flüssigkeit, bes. Wasser, bis zum Kochen, auf Siedetemperatur erhitzen: Man siedete das Badewasser Strittmatter Wundertäter 12
2. /sott(siedete), hat gesotten/ etw. s. eine rohe, unfertige Speise in reichlich Flüssigkeit gar kochen: geh. Gebratenes und Gesottenes; landsch. bes. süddt. österr. veraltend Fleisch, Fisch, Eier, Kartoffeln s.; etw. in Wasser, Öl s.; als das Wasser kochte, schmiß er die ausgenommenen Fische rein und sott sie Andersch Sansibar 170; gesottene Krebse; etw. siedet eine rohe, unfertige Speise kocht (in reichlich Flüssigkeit), befindet sich in Siedetemperatur: die Milch siedet; im Topf siedeten Eier, zwei Kochwürste;
3. /sott(siedete), hat gesotten/ landsch. bes. süddt. österr. veraltend etw. s. eine Speise, ein Getränk durch Kochen zubereiten, herstellen: Er … sott sich mehrmals am Tag ein starkes, gallenbitteres Getränk Erh. Kästner Zeltbuch 148; fachspr. Salz, Seife, Leim s.; in dieser Saline wurden jährlich 50000 Zentner Kochsalz gesotten

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