Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

stumm, Adj.

stumm /Adj./
1. ohne die Fähigkeit, das Vermögen, sprechen zu können: ein s. Kind; seit dem schweren Unfall ist er s.; er ist s. geboren /übertr./ am Wege lag ein Findling aus Granit, ein s. Zeuge der Eiszeit; umg. ein s. Diener (Serviertisch) veraltend der s. Portier (Orientierungstafel mit den Namen aller Hausbewohner, die im Hausflur hängt)
2. ohne sich lautlich, in Worten zu äußern, ohne zu sprechen, schweigsam
a) er war ein aufmerksamer, aber s. Zuhörer; sie sahen einander s. an; s. nicken; vor Schreck, Freude stand sie starr und s. da; sie schauten uns s. an; er war so s., daß wir fürchteten, er fühle sich beleidigt; er begleitete uns s. hinaus; er war s. wie ein Fisch (hatte nichts gesagt, war nicht gesprächig) er ist s. wie ein Grab (ist verschwiegen)
b) nicht von Worten begleitet, lautlos, wortlos: eine s. Mahlzeit; ein s. Blick, Gruß, Protest, Tadel, Vorwurf; eine s. Anklage, Frage, Geste; er blickte in s. Erbitterung zum Fenster hinaus; eine s. Rolle (Rolle, bei der der Schauspieler nichts zu sprechen hat) eine s. Person (Darsteller einer stummen Rolle) /übertr./ das s. (nicht ausgesprochene) e am Ende eines aus dem Französischen kommenden Wortes

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strenggenommen Säulenbau
Zitationshilfe
„stumm“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/stumm>, abgerufen am 25.02.2021.

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