Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

taumeln

taumeln, taumelte, hat getaumelt/ ist getaumelt
sich schwankend, schaukelnd bewegen
a) sich (unsicher) hin- und herbewegen, torkeln(hat/ ist): er hat, ist vor Schwäche, Hunger, Müdigkeit, wie ein Betrunkener getaumelt; er stand mit einem Ruck auf, daß er getaumelt ist; Er mußte sich an den Pfosten festhalten, so taumelte er St. Zweig Novellen 1,27; er taumelte unter den Schlägen; etw. macht jmdn. t.; er schleppte sich taumelnd weiter, ging mit taumelnden Schritten davon; der Nachtfalter flatterte im taumelnden Flug um das Licht; taumelnde Schmetterlinge /bildl./ Metas Ohrring taumelte wieder vor meinen Augen H. W. Richter Spuren 116; vor dem Fenster taumelten große Schneeflocken; nach vielen Stunden … war in meinem Kopf nur noch ein Taumeln von Gedanken Keun Mitternacht 79; /übertr.; im Part. Präs./ geh. taumelnd rauschhaft, ekstatisch: ihn erfüllte eine taumelnde Glückseligkeit; in einem wahren Rausch taumelnder Verzückung Bahr Himmelfahrt 337
b) sich schwankend, torkelnd in einer bestimmten Richtung vorwärtsbewegen(ist:) er ist betrunken nach Hause, durch die Straßen, von einer Straßenseite auf die andere getaumelt; er taumelte aus dem Bett, in das Zimmer, gegen die Wand, zum Fenster; der Falter taumelt (flattert) von Blüte zu Blüte die Schiffe t. über das stürmische Meer; /bildl./ jmd. taumelt in den Abgrund, ins Unglück; er taumelt von Vergnügen zu Vergnügen, von einem Liebesabenteuer zum anderen

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Zitationshilfe
„taumeln“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/taumeln>, abgerufen am 02.07.2020.

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