Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

trinken

trinken, trank, hat getrunken
Flüssigkeit zu sich nehmen, sich Flüssigkeit zuführen
a) langsam, bedächtig, genießerisch, mit kleinen Schlucken, hastig, gierig, in großen, vollen, langen Zügen t.; viel, wenig, gut essen und t.; etw. heiß, nicht zu kalt, angewärmt t.; sich satt t.; der Säugling trinkt gierig (saugt gierig an der Mutterbrust) jmdm. zu t. geben; jmdn. t. lassen; er trank aus einem Glas, Becher, Krug; aus dieser Tasse trinkt es sich so schlecht; die Spatzen t. aus der Wasserpfütze; wir tranken (das Bier) gleich aus der Flasche, (das Quellwasser) aus der hohlen Hand; wer hat (etwas) von dem Saft getrunken?; (ein Glas) Wasser, Selters, Limonade, Sekt, Wein, Wodka t.; ein Gläschen Likör, einen Schoppen (Wein) t.; das Kind will seine Milch nicht t., trinkt gerne Kakao; Katzen t. Milch; (eine Tasse, ein Kännchen) Kaffee, Tee t.; wir haben noch nicht Kaffee getrunken (die Zwischenmahlzeit am Nachmittag, das erste Frühstück eingenommen) salopp abwarten und Tee t. (haben wir Geduld)! er trank (nur) einen Schluck (davon); er will keinen Tropfen (Alkohol) mehr t.; er trinkt den Saft wie Wasser; er trank gern ein Gläschen (Wein); wir t. noch ein Glas, eine Flasche (Bier, Wein); sie wollen heute abend ein (Glas) Bier t. gehen; er hat ein Glas zuviel, umg. scherzh. (ein Glas, eins, einen) über den Durst getrunken (ist angeheitert, hat sich betrunken) umg. sein Glas ex t.; er hat die Flasche leer getrunken; es gab nichts, viel zu t.; ich möchte (gern, erst einmal) etw. t., (lieber, jetzt) nichts t.; umg. scherzh. dieser Wein läßt sich t. (schmeckt gut) salopp (mit jmdm.) einen, eins (ein Glas Bier, Schnaps) t. auf jmds. Wohl, Gesundheit t.; (mit jmdm.) Brüderschaft t. sich vornehmen, du zueinander zu sagen: er hat mit seinen Kollegen gestern abend Brüderschaft getrunken; /sprichw./ Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen; /bildl./ dicht. die trockene Erde trinkt den Regen; Emma war die erste, die mir … den Becher der Lust zu trinken gab Hesse 4,397 (Steppenw.) ; /übertr./ geh. etw. (in sich) t. etw. begierig, voll in sich aufnehmen, einsaugen, intensiv genießen: er trank die würzige Luft, das Licht der Sonne; er trank die Welt, das Leben in durstigen, vollen Zügen; seine Augen, Blicke tranken ihre Schönheit; Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, / Von dem goldnen Überfluß der Welt! G. Keller Abendl.; Er trank in sich das Bild der Stadt [Rom] Feuchtw. Jüd. Krieg 18; er trank (schöpfte) Trost, Kraft, Mut aus dem Anblick der unendlichen Weite des Meeres
b) (in großen Mengen) Alkohol zu sich nehmen, zechen: er hat (die ganze Nacht, wieder) getrunken; er konnte nicht mit dem Auto nach Hause fahren, weil er getrunken hatte; sie tranken, bis sie umfielen; umg. er trinkt wie ein Bürstenbinder; er wird sich noch arm, krank, zu Tode, um den Verstand t.; umg. jmdn. unter den Tisch, die Bank t. (so lange mit jmdm. zechen, bis er betrunken daliegt) gewohnheitsmäßig und in zu großen Mengen Alkohol zu sich nehmen: man sagt, er trinkt; er hat angefangen zu t.; er trinkt aus Kummer, Verzweiflung; er hat sich aufs Trinken verlegt, kann das Trinken nicht lassen;

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Zitationshilfe
„trinken“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/trinken>, abgerufen am 23.09.2021.

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