Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

un-, untrennbare, betonte oder unbetonte nominale Vorsilbe

un- /untrennbare, betonte oder unbetonte nominale Vorsilbe/
1. /drückt eine Negation aus; in Verbindung mit Partizipien, Adjektiven, die meist nicht gesteigert werden können/ nicht-
a) unbelichtet, ungefrühstückt, unzusammenhängend
b) /schließt den im Grundwort genannten Sachverhalt aus und bildet dadurch die eine Seite eines klassifizierenden Begriffspaares, z. B./ unbelebt, ungerade (Zahl), unorganisch (Stoffe);
2. /drückt neben der Negation einen Gegensatz aus/
a) /ohne pejorativen Nebensinn; in Verbindung mit Adjektiven, z. B./ untief, unweit; /in Verbindung mit Substantiven, z. B./ Unruhe, Unschuld
b) /auch mit pejorativem Nebensinn; in Verbindung mit Adjektiven, z. B./ unehrlich, unfair, unfein, ungeschickt; /in Verbindung mit Substantiven, z. B./ Unbehagen
3. /drückt etw. Ungünstiges aus, das in seiner Auswirkung negativ beurteilt wird; in Verbindung mit Substantiven, z. B./ Unfall, Unkraut, Unstern, Unwetter; /in Verbindung mit bestimmten Adjektiven, z. B./ unwirtlich; /drückt daneben auch ein tadelndes Werturteil aus; in Verbindung mit Substantiven, z. B./ Unart, Unmensch, Unsinn, Unsitte, Untat; /in Verbindung mit Adjektiven, z. B./ unwirtlich
4. /bezeichnet eine Verstärkung, Intensivierung; in Verbindung mit Substantiven, die eine Menge, Anzahl, ein Maß bezeichnen, z. B./ Unmaß, Unmasse, Unmenge, Unsumme, Unzahl
Zitationshilfe
„un-“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/un->, abgerufen am 29.11.2020.

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