Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

unerhört, Adj.

ụnerhört, unerhö̱rt /Adj./
1. abwertend empörend, schändlich, unverschämt: das ist eine u. Frechheit, Dreistigkeit, Gemeinheit, Beleidigung!; ein u. Ansinnen; sich u. aufführen; dein Verhalten ist geradezu, einfach u.!; das ist ja u.!;
2. noch nie dagewesen, einmalig in seiner Besonderheit: eine u. Begebenheit; Er … wittert überall, wo er auch anpackt, Geheimnis und unerhörtes Wunder Jens Mann 80 Etwas Neues und Unerhörtes war geschehen Weismantel Riemenschneider 232
3. übertrieben ungeheuer, gewaltig, groß, unglaublich: eine u. Menge, Summe; [der Komponist] der für den einen Abend das unerhörte Honorar von sechstausend Dollar erhielt Kellerm. Tunnel 7; er hat u. Glück gehabt; eine u. Leistung; ein Fest mit u. Pracht, Aufwand feiern; eine u. Steigerung der Produktion /Adv./ sehr: das ganze ist u. einfach; er hatte u. offen und kühn gesprochen; der Vortrag war u. spannend, u. interessant; er hat u. viel geleistet;
4. /ụnerhört/ veraltend nicht erhört, nicht erfüllt: eine u. Bitte; /oft mit bleiben / ihre Wünsche blieben u.; seine Liebe blieb u. (unerwidert)

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ungebärdig
Zitationshilfe
„unerhört“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/unerhört>, abgerufen am 29.11.2020.

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