ver-,

verbe̱i̱ßen, verbiß, hat verbissen
1. fachspr. ein Tier verbeißt einen Baum ein Tier beschädigt einen Baum durch Bisse, so daß er im Wachstum geschädigt wird oder auch eingeht: Hasen, Rehe und Hirsche v. junge Bäume, d. Rinde, Äste und Zweige, Triebe, Blütenknospen; die von ihnen [den Wildtieren] bevorzugten [Pflanzen] werden oft und stark verbissen und gehen daher zurück, während sich die verschmähten ausbreiten können Natur u. Heimat 1955
2. die Zähne, Lippen v. die Zähne, Lippen fest zusammenpressen
a) er verbiß die Lippen voller Verachtung; /häufig im Part. Prät./ verbissen durch Zusammenpressen der Zähne verzerrt, verkrampft: ein leichtes Lächeln überzog die verbissenen Züge des alten Mannes; durch starke Erregung verzerrt, verkrampft: er blickte mit verbissenem Gesicht in die Runde /übertr./ der Angeklagte antwortete verbissen (mit scheinbar zusammengebissenen Zähnen, widerwillig) auf die Fragen des Untersuchungsrichters die ständigen Kränkungen hatten ihn verbissen (unzugänglich, halsstarrig) und stumm gemacht sein Gesicht hatte einen verbissenen (grimmigen, bösartigen) Ausdruck angenommen
b) umg. (sich /Dat./) etw. v. etw. zurückhalten, nicht zeigen, unterdrücken: er verbiß (sich) seinen Ärger, Schmerz, Zorn; sie konnte (sich) das Lachen kaum v.; seine Gefühle v.; er verbiß es sich, noch etw. zu sagen; /oft im Part. Prät./ verbissen mühsam unterdrückt: sie sprach mit verbissenem Weinen in der Stimme weiter; er stand voll verbissener Wut auf und verließ das Zimmer; wir hatten der Szene mit mühsam verbissenem Lachen zugesehen;
3. sich in etw. v. fest in etw. beißen und es nicht wieder loslassen wollen: der Hund hatte sich in den Stock verbissen; der Fisch hatte sich so fest am Köder verbissen, daß er ihn nur mit Mühe losmachen konnte; die wütenden Hunde verbissen sich ineinander; /übertr./ von etw. nicht loskommen, an einer Sache hartnäckig festhalten, sich ihr mit blindem Eifer widmen: sich in eine Stimmung, in Trübsinn, in einen Gedanken, in seine Arbeit v.; er hatte sich in die Absicht verbissen, uns zur Feier einzuladen; sie verbiß sich in die Vorstellung, sie müßte in der Lotterie gewinnen; /oft im Part. Prät./ verbissen hartnäckig und zäh: mit verbissenem Trotz starrte er vor sich hin; mit verbissenem Fleiß, Eifer, mit verbissener Energie arbeitete er an seiner Erfindung; sein verbissenster Feind; sein verbissenes Schweigen machte uns nervös; die Mannschaft kämpfte verbissen um den Sieg; er hatte lange und verbissen nach dem Buche gesucht; ein verbissener (verstockter, verbohrter) Fanatiker

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