vergehen

Verge̱hen, das; -s, -
Verstoß gegen das Gesetz, strafbare Handlung: ein strafbares, fahrlässiges, kriminelles, sittliches, vorsätzliches V.; er ist verschiedener V. wegen bestraft; jmdm. ein V. vorwerfen, verzeihen; er hat sein V. gebüßt; sich /Dat./ kleinere, größere V. zuschulden kommen lassen; jmdn. eines leichten, schweren Vergehens bezichtigen

verge̱hen, verging, ist vergangen/ hat vergangen
1. dahinschwinden(ist)
a) die Zeit vergeht (jmdm.) die Zeit geht (an jmdm.) vorüber, vorbei: die Zeit verging (mir) im Fluge, wie im Fluge; selten ist mir ein Tag so langsam, schnell vergangen wie dieser; der Winter ist vergangen; wie (mir) die Zeit vergeht!; es vergingen viele Jahre, bevor er in die Heimat zurückkehrte; in den vergangenen (letzten) Jahren vergangene (gestern) Nacht ein Bekannter aus längst vergangener Zeit (von früher)
b) etw. vergeht (jmdm.) etw. schwindet (jmdm.), etw. läßt nach: er trank, bis ihm die Sinne vergingen; ihm verging das Bewußtsein; bei diesem Gedanken können die schlimmsten Zahnschmerzen, umg. kann einem der ganze Appetit v.; d. Lachen, Scherz, Spaß ist uns dabei sehr schnell vergangen; wenn ich das höre, vergeht mir die Lust; ist dir die Sprache vergangen (hat es dir die Sprache verschlagen)? salopp übertrieben vor Freude umarmte sie ihn, daß ihm Hören und Sehen verging (umarmte sie ihn sehr, fest) bei diesem Anblick verging mir Hören und Sehen (wußte ich nicht, wie mir geschah)
2. geh. sterben, dahinscheiden(ist:) Er verging an einem regenvollen Tage A. Zweig Elfenbeinfächer 118; mir war in diesem Augenblick, als müßte ich v.; die Stimme verging (ging unter) in dem Gedonner von Luft und Wasser Hausm. Abel 81; absterben: viele Pflanzen v. im Herbst; das Werden und Vergehen in der Natur /sprichw./ Unkraut vergeht nicht (einem Menschen wie mir, Leuten wie uns passiert nichts) vor etw. v. vor etw. umkommen: ich hätte vor Scham v. können; er vergeht vor Sehnsucht nach ihr; vor Ungeduld, Lange(r)weile, Heimweh v.; umg. ich vergehe vor Hunger, Durst (habe großen Hunger, Durst)
3. sich v. (hat)
a) sich gegen etw. v. gegen etw. verstoßen, straffällig werden: er hatte sich gegen die Gesetze des Landes vergangen; sich gegen die Vorschriften, guten Sitten v. (die Vorschriften, guten Sitten übertreten) sich an fremdem Eigentum v. (fremdes Eigentum stehlen, sich an fremdem Eigentum bereichern)
b) sich an jmdm. v. ein Verbrechen, bes. ein Sittlichkeitsverbrechen, an jmdm. verüben: er soll sich an einem Mädchen vergangen haben;

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