Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 6. Band, 1977

versehen

verse̱hen(er versieht,) versah, hat versehen
1. jmdn., sich mit etw. v. jmdn., sich mit etw. ausstatten, versorgen: wir hatten uns ausgiebig mit Geld und Proviant v.; jmdn. mit einer guten Ausrüstung v.; bei Tische versah er sich stets reichlich mit Fleisch; dieser Betrieb ist mit einer guten Küche v.; man hatte das neue Theater mit Polstersesseln v.; ein Dokument mit einem Amtssiegel, mit einer Unterschrift, Flaschen mit Etiketten, jmdn. mit Empfehlungen v.; das Landambulatorium war mit allem v., was zur Krankenpflege nötig ist; wir versahen uns aus einer großen Kiste mit Flaschenbier;
2. etw. v. ein Amt, einen Dienst ausüben, eine Aufgabe erfüllen: er versah in der Klinik den Posten, die Stelle eines Pflegers; seinen Dienst ordentlich v.; sie hatte jahrelang bei ihm den Haushalt v. (geführt) er versah Wirtschaft und Küche, Haus und Hof;
3. einen Fehler machen
a) etw. zu tun versäumen, etw. verpassen: er hatte nur eine Kleinigkeit v.; die Mutter glaubte, sie habe nichts an ihrem Sohne versäumt oder v.; bei dem Neubau ist einiges v. worden (falsch gemacht worden)
b) sich v. sich beim Sehen irren: ich muß mich beim Lesen der Hausnummer v. haben; als er den hohen Preis las, glaubte er zunächst, er habe sich v.; ich habe mich in der Zeit v.;
4. geh. veraltend sich einer Sache v. auf etw. gefaßt sein, etw. erwarten: sie hatte sich keines Einspruchs v.; aber Worte wie der soeben gesprochenen hätte man sich kaum von ihm versehen Tralow Kepler 5; ehe sie sich dessen versah, hatte er ihren Mund geküßt;

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Zitationshilfe
„versehen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/versehen>, abgerufen am 20.02.2020.

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