verzi̱e̱hen, verzog, hat verzogen/ ist verzogen
1. etw. durch Ziehen in eine vom Normalen, Üblichen abweichende Form bringen, verzerren(hat:) seinen Mund, das Gesicht, seine Mundwinkel, Lippen (spöttisch, qualvoll, zum Weinen, Lachen) v.; ein mürrisch, schmerzlich verzogenes Gesicht; ohne eine Miene zu v., keine Miene v. (mit unverändertem Gesichtsausdruck auf etw. reagieren, nicht merken lassen, ob einen etw. innerlich bewegt) sein Mund, Gesicht verzog sich zu einem frohen Lächeln, breiten Grinsen
2. etw. verzieht sich etw. gerät aus der normalen, passenden Form, wird schief, schrumpft(hat:) durch die Feuchtigkeit haben sich d. Bretter, Fensterrahmen verzogen
3. sich v. fort-, wegziehen(hat)
a) etw. verzieht sich etw. verschwindet allmählich: d. Regen-, Staubwolken, Rauchschwaden v. sich; d. Nebel, Gewitter, Sturm hatte sich verzogen; der Schmerz im rechten Arm hat sich verzogen;
b) salopp (unbemerkt) weggehen: als ihm das Beisammensein langweilig wurde, verzog er sich (ins Bett, nach Hause); verzieh dich (verschwinde)!
4. umziehen, die Wohnung, den Wohnort wechseln(ist:) er ist in eine andere Stadt, nach L, vor zwei Jahren verzogen; Empfänger verzogen /Vermerk auf Postsendungen/
5. jmdn. falsch, zu nachgiebig erziehen, verwöhnen(hat:) sie hat ihren Sohn verzogen; ein verzogenes Kind;
6. Landw. Forstw. (dichtstehende) junge Pflanzen herausziehen und umsetzen, vereinzeln(hat:) Rüben, Tomaten v.

verziehen

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