Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 6. Band, 1977

wühlen, Vb.

wühlen /Vb./
1. im Erdreich graben: in der Erde w.; das Kind wühlt mit den Händen im Sandhaufen; die Mäuse w. im Feld der Maulwurf wühlte sich /Dat./ einen langen Gang; /bildl./ umg. mit den Fingern im Haar, Bart w.; geh. In den Eichen wühlt der Sturm Hebbel I 6,169; umg. sich ins Heu w. (eingraben) das abgestürzte Flugzeug hat sich tief in den Acker gewühlt; /übertr./ abwertend im Schmutz w. (gern über anrüchige Dinge reden) etw. wühlt in jmdm. etw. schmerzt bohrend in jmdm.: daß ein echter Schmerz im Gemüt seines … Freundes wühle Musil Mann 860; das Fieber wühlte in ihm;
2. umg. in einem Behälter, einer Menge umhersuchen: im Koffer, unter der Wäsche, zwischen den Papieren w.; das Schwein wühlt mit seinem Rüssel im Trog; nach etw. w.; grabend nach etw. suchen: nach Gold, Wurzeln w.; [der Wirt] der … kniend nach Kartoffeln wühlte Suderm. 6,57; /bildl./ in alten Geschichten, Erinnerungen w. (längst Vergessenes wieder hervorholen)
3. salopp schwer arbeiten: sie w. Tag und Nacht; Und dann geht das Wühlen und Schinden von neuem los Victor Schriften 3,109
4. abwertend gegen jmdn., einen Staat Wühlarbeit leisten: geheim, im verborgenen w.;

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Wortfügung
Zitationshilfe
„wühlen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/wühlen>, abgerufen am 18.01.2021.

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