Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 6. Band, 1977

wünschen, Vb.

wünschen /Vb./
1. etw. verlangen, begehren
a) eine Bitte, Forderung an jmdn. herantragen, vor jmdm. äußern: etw. rasch, ausdrücklich w.; jmds. Rat w.; der Direktor wünscht, daß die Termine eingehalten werden; sie erledigen alles so, wie es gewünscht wird sich /Dat./ etw. (von jmdm.) w. etw. (von jmdm.) zu bekommen suchen: die Tochter wünscht sich /Dat./ von ihren Eltern ein neues Kleid; etw. läßt zu w. übrig etw. ist nicht so gut, wie es erwartet werden könnte: sein Eifer ließ zu w. übrig; so daß unsere Versorgung mit Konserven … nichts zu wünschen übrig ließ G. Hauptm. 4,438; sie machten die gewünschten Angaben; die Verkäuferin fragte: Was w. Sie bitte (was möchten Sie gern kaufen)? haben Sie die gewünschte (verlangte) Größe vorrätig? Was w. (bestellen) Sie als Nachtisch? fragte der Ober
b) etw. (heimlich) erhoffen, ersehnen: etw. sehnlichst, brennend, heimlich, vergeblich w.; wir w. Ruhe, Frieden; er wünschte, wir könnten uns bald wiedersehen; wir können nur hoffen und w., daß alles gut geht; es wäre sehr zu w., daß besseres Wetter wird sich /Dat./ etw., jmdn. w.: wir w. uns einen schönen Urlaub; er wünscht ihn sich /Dat./ zum Freund, Schwiegersohn; er fand die gewünschte Erholung
2. jmdm. etw. w. jmdm. aus gegebenem Anlaß einen Wunsch sagen, ausdrücken: jmdm. etw. aufrichtig, innig w.; jmdm. alles Gute w.; sie wünschten ihm viel Erfolg; wir w. dir von Herzen, daß es dir bald wieder besser geht; jmdm. einen guten Morgen, eine glückliche Reise w.; jmdm. guten Appetit w.; jmdm. Glück und Gesundheit zum Geburtstag w.; salopp jmdm. Hals- und Beinbruch (viel Erfolg) w. geh. ich wünsche wohl zu speisen! /Wunsch vor der Mahlzeit/ ; wir w., wohl geruht zu haben! /Wunsch nach dem Schlafen/; salopp jmdm. die Pest an den Hals w. (jmdm. alles Schlechte wünschen) wie viele … ihnen jede erdenkliche Heimsuchung an den Hals wünschen Suderm. 6,186
3. sich, jmdn. wohin w.
a) sich wohin w. sich dorthin haben wollen, wo nichts mehr an die alte Umgebung erinnert: er wünscht sich auf eine entlegene Insel; Ich wünsche mich weit weg von hier Kisch Marktplatz 186
b) salopp jmdn. wohin w. jmdn. dorthin haben wollen, wo man ihn nicht mehr trifft: jmdn. dorthin w., wo der Pfeffer wächst (weit weg von hier) /in Ausdrücken einer Verwünschung, eines Fluches oder der Ungeduld/ jmdn. zum Kuckuck w.; wenn er noch vor wenigen Stunden diesen Gast zum Teufel gewünscht hatte Steinberg Uhren 236

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Wortfügung
Zitationshilfe
„wünschen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/wünschen>, abgerufen am 17.06.2021.

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