Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 6. Band, 1977

wüst, Adj.

wüst /Adj./
1. öde: eine w. Gegend; ein w. (unbebautes) Gelände bibl. und die Erde war w. (ohne Leben) und leer Unsere Hofstelle aber lag wüst (war nicht bewirtschaftet) bis zum Winter Welk Grambauer 48; /bildl./ sein Kopf war w. (leer)
2. umg. ungeordnet, unordentlich: ein w. Berg Schutt; ein w. (unaufgeräumtes) Zimmer ein w. (ungepflegter) Bart ein w. (chaotisches) Durcheinander; hier sieht es aber w. aus!; wirr: ein w. Gestammel; w. Gedanken gingen ihm durch den Kopf; Wüste Träume suchten ihn heim Feuchtw. Nero 214
3. umg. ungezügelt, wild: ein w. Treiben, Tumult; eine w. Schlägerei, Bestie; ein w. (sehr lautes) Gebrüll Aber dann war wüster Lärm vor ihm Welk Hoher Befehl 205; ein w. Kerl; sein Blick war w.; w. toben, schreien; heftig: ein w. Sturm; eine w. Schießerei; ein w. Schmerz durchzuckte ihn; w. Drohungen ausstoßen; eine w. (wütende) Hetze entfalten sich in w. Schmähungen ergehen; sich zu w. Ausfällen hinreißen lassen; jmdn. w. beschimpfen; ausgelassen, toll: eine w. Zecherei; Er … verbrachte in der leichtlebigen Stadt vierzehn wüste Tage Feuchtw. Jüd. Krieg 242; auf dem Rummelplatz ging es w. her; ausschweifend, sittenlos: ein w. Abenteurer; eine w. Orgie; ich wollte … wüste, schweinische Lieder singen Fallada Trinker 54; in den Schenken trieben sie es w.;
4. landsch. salopp häßlich: ein w. Gestank; eine w. Narbe;

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Zitationshilfe
„wüst“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/wüst>, abgerufen am 22.01.2020.

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