wallen, 1wallte, hat gewallt/ ist gewallt
1. eine Flüssigkeit, Dampf wallt eine Flüssigkeit, Dampf ist in heftiger Bewegung(hat/ ist)
a) eine Flüssigkeit ist vom Grund auf aufgerührt und bildet heftige Wellen(hat:) das kochende Wasser wallt im Kessel, im Topf; die Milch zum Wallen (Aufwallen) bringen, w. lassen die Suppe muß drei Minuten w. (kochen) Und es wallet und siedet und brauset und zischt, / Wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt Schiller Taucher; d. Flut, See wallte und brauste;
b) in sichtbaren Schwaden sich hin und her bewegen(hat:) der Nebel wallte über den Wiesen; eine Wolkendecke wallte; Rauch und Feuer wallten plötzlich an der Stelle, wo vorher die eine Wand zum Nebenbau gestanden hatte Marchwitza Jugend 319; in sichtbaren Schwaden in eine bestimmte Richtung ziehen(ist:) Nebel wallten über die Wiesen; /bildl./ Düfte von Gebackenem, Gekochtem wallten über den Hof
c) /übertr./ jmds. Blut wallt jmd. ist sehr erregt, aufgeregt(hat:) bei dieser Herausforderung wallte sein Blut, das Blut in seinen Adern; einmal war von etwas die Rede, was Metas Blut zum Wallen brachte Sternheim 4,81
2. geh. wellig und in großer Fülle lang herabhängen(ist:) das Haar wallt (ihr, ihm) bis auf die Schultern, über Schulter und Rücken; Gewänder, die in großartiger Stoffülle über die Füße der Frauen wallen Hamann Gesch. d. Kunst 2,384; das Wallen eines Vorhangs; Sieh, wie rote und weiße Bänder von der großen Standarte wallen A. Zweig Einsetzung 205; /meist im Part. Präs./ oft scherzh. seine wallenden Locken; Ich hatte mich zwar immer mit wallendem Vollbart und Schonzeitbüchse in einem ruhigen Revier gesehen H. Kant Aula 357; sie trug ein wallendes Gewand;

wallen, 2wallte, ist gewallt
1. geh. oft spött. gemessenen Schrittes gehen, dahinziehen: Seine Mutter … wallte mit einem langen schwarzen Schleier durch Vegesack Oelfken Traum 189; Das Fräulein wallt über den Rasen: eine weiße Fahne bei lauem Winde Strittmatter Ochsenkutscher 31
2. veralt. Rel. wallfahrten: sie wallten zu den heiligen Stätten;

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