Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 6. Band, 1977

wirken, Vb.

1wirken /Vb./
1. in einem bestimmten (beruflichen) Bereich tätig sein, arbeiten: er hat lange Zeit als Arzt, Lehrer, Schauspieler in dieser Stadt gewirkt; wir besuchten das Haus, in dem der berühmte Gelehrte gelebt und gewirkt hatte; er hat mit Wort und Tat für den Erfolg dieses Planes gewirkt; durch sein schriftstellerisches Wirken war er weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus berühmt geworden;
2. etw. erreichen, hervorbringen, vollbringen: etw. Gutes für sein Vaterland, die Menschheit w.; die Aussprache mit ihm hat Wunder gewirkt (großen Erfolg gehabt) die Arznei schien Wunder zu w. (schien rasch und sicher zu helfen) was für Wunder sie [die Ärzte] wirken können, Herzen können sie vernähen St. Zweig Ungeduld 107; oft im Leben entscheidet nicht, was einer gewirkt und geleistet hat, sondern wie gut oder wie emsig er seine Leistung darzustellen weiß St. Zweig Balzac 340
3. etw. wirkt etw. übt auf Grund seiner Beschaffenheit eine Wirkung aus: die Naturgesetze w. unabhängig vom Tun oder Wollen der Menschen; wo die Sonne ungehindert hatte w. können, war schon aller Schnee geschmolzen; der Sturm hatte verheerend gewirkt; die Arznei wirkt (gut, schnell); dieses Mittel wirkt gut gegen Kreislaufstörungen; dieses Präparat wirkt über einen langen, genau bestimmbaren Zeitraum; die Spritze scheint schon zu w.; Kaffee, Tee wirkt anregend, belebend; Alkohol wirkt berauschend; ein stark wirkendes Gift, Medikament; man hatte ihm eine strenge Strafe angedroht, wenn er sich nicht besserte, und das hatte schließlich gewirkt (hatte Erfolg) das Theaterstück hat sehr stark auf mich gewirkt (hat mich sehr stark beeindruckt) ; er ließ d. Musik, Gedicht immer wieder auf sich w.; die Enthüllungen wirkten niederschmetternd auf uns; seine neue Lehrmethode, Arbeitsweise wirkte beispielgebend, revolutionierend; umg. er wirkt wie das rote Tuch auf mich
4. jmd., etw. wirkt von jmdm., etw. geht eine bestimmte Wirkung aus
a) jmd., etw. ruft einen bestimmten Eindruck hervor, erscheint in bestimmter Weise: der Vortragende wirkte nervös und zerfahren, unbeholfen, gehemmt; sein aufdringliches Verhalten, seine Häßlichkeit wirkte abstoßend; sein Spiel wirkte nicht überzeugend; der Vortrag wirkte ermüdend; trotz seines jugendlichen Alters wirkte er schon sehr vernünftig; jmd. wirkt erschöpft, natürlich, müde, stattlich; die Ortschaft mit ihren leeren Straßen wirkte ausgestorben; er wollte um alles in der Welt männlich w.; beim Schein der Lampe wirkte sein Gesicht blaß und schlaff; neben seinem besonders großen Bruder wirkte er wie ein Zwerg; er wirkte so matt, als habe er gerade erst eine schwere Krankheit überstanden; ein sympathisch wirkender Mensch;
b) etw., jmd. kommt (bei jmdm.) vorteilhaft, mit Erfolg zur Geltung, findet Anklang: dem Regisseur war es vor allem entscheidend, daß das neue Stück auf der Bühne wirkte; die Einstudierung muß modern sein, wenn sie w. soll; bei Ihnen wirkt er vielleicht noch, wir hören schon gar nicht mehr hin, wenn er spricht; er wirkte vor allem durch die Art seines Auftretens, weniger durch Argumente;

WDG, 6. Band, 1977

wirken, Vb.

2wirken /Vb./
1. Wirkwaren herstellen: Pullover, Strickkleider, Strümpfe, Unterwäsche w.; das Gewebe glänzte, als sei es aus Goldfäden gewirkt; gewirkte Handschuhe, Teppiche;
2. Bäckerei den Teig w. (durchkneten)

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Zitationshilfe
„wirken“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/wirken>, abgerufen am 18.09.2021.

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