weben

Grammatik Verb · webt, webte, hat gewebt
Grammatik Verb · webt, wob, hat gewoben
Aussprache  [ˈveːbn̩]
Worttrennung we-ben
Wortbildung  mit ›weben‹ als Erstglied: ↗Webarbeit · ↗Webart · ↗Webautomat · ↗Webefehler · ↗Webekante · ↗Weber · ↗Weberei · ↗Webfach · ↗Webfaden · ↗Webfehler · ↗Webkante · ↗Webmaschine · ↗Webmeister · ↗Webmuster · ↗Webpelz · ↗Webrahmen · ↗Webschiffchen · ↗Webstuhl · ↗Webware
 ·  mit ›weben‹ als Letztglied: ↗durchweben · ↗einweben · ↗umweben · ↗verweben
 ·  mit ›weben‹ als Grundform: ↗Gewebe  ·  formal verwandt mit: ↗bunt gewebt · ↗buntgewebt · ↗handgewebt · ↗selbst gewebt · ↗selbstgewebt

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. durch Verkreuzen von Längsfäden und Querfäden ein Gewebe herstellen
    1. [dichterisch, bildlich] ...
  2. 2. [dichterisch] sich regen
    1. [gehoben] ...
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
durch Verkreuzen von Längsfäden und Querfäden ein Gewebe herstellen
Grammatik: Präsens ‘webt’, Präteritum ‘webte’, mit Hilfsverb ‘hat’, Partizip II ‘gewebt’
Beispiele:
Leinen, Tuch, Seide, Anzugstoffe, Spitzen, Band weben
sie hat den Stoff für das Kleid, sie hat den Teppich, die Decke selbst gewebt
sie hat lange an dem Rock gewebt
Muster (in einen Stoff) weben
[dort wird] in kleinen Fabriken ... billiger Drell gewoben [ FusseneggerAntlitz7]
dichterisch, bildlich
Grammatik: Präsens ‘webt’, Präteritum ‘wob’, mit Hilfsverb ‘hat’, Partizip II ‘gewoben’
Beispiele:
die Sonne wob goldene Fäden in das Laub
Als wenn große Blütenblätter, nur aus Schein gewoben, hastig eilten [ C. Hauptm.Einhart1,70]
Über Bertrams Kopf webten verirrte Kugeln schwirrend ein dichtes Netz [ UhseBertram604]
2.
dichterisch sich regen
Beispiel:
Eine leichte Dämmerung webte zwischen den dunkeln Stämmen [ RinserRinge67]
gehoben
Grammatik: Präsens ‘webt’, Präteritum ‘webte’, mit Hilfsverb ‘hat’, Partizip II ‘gewebt’
Beispiele:
in dem Haus lebt und webt alles (= ist alles voller Leben und Bewegung)
ich ahnte das Leben und Weben der Liebe [ G. KellerGr. Heinrich4,204]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weben · Weber · Webstuhl
weben Vb. ‘durch Verkreuzen von Längs- und Querfäden textiles Gewebe herstellen’. Das ursprünglich stark flektierende Verb ahd. weban ‘weben, flechten’ (um 800), mhd. weben, auch ‘sich hin und her bewegen, wirken, spinnen’, mnd. mnl. wēven, nl. weven, afries. weva, aengl. wefan, engl. to weave, anord. vefa, schwed. väva (germ. *weban) hat neben sich ein schwach flektierendes Verb mhd. weben ‘weben’, mnd. weffen ‘weben, flechten, knüpfen’, aengl. webbian ‘ersinnen, ausdenken’, anord. vefja ‘(ein)wickeln’, vefjask ‘hin und her fahren’; vgl. auch die unter ↗Gewebe (s. d.) und ↗wabbeln (s. d.) angegebenen Formen. Außergerm. sind vergleichbar aind. ubhnā́ti, umbháti, unápti ‘schnürt zusammen, bedeckt’, ūrṇa-vā́bhiḥ ‘Spinne’, griech. hyphá͞inein (ὑφαίνειν) ‘weben, anzetteln, ersinnen, verfertigen’, hyphḗ (ὑφή) ‘Gewebe’. Für alle Formen läßt sich eine Wurzel ie. *u̯ebʰ- ‘weben, flechten, knüpfen, sich hin und her bewegen, wimmeln’ erschließen. Hierzu gehören auch die unter ↗Wabe, ↗Waffel und ↗Wespe (s. d.) behandelten Substantive. Weber m. ‘wer webt’, ahd. webāri, weberi (Hs. 12. Jh.), mhd. webære, weber. Webstuhl m. ‘Gerät zum Weben’ (Anfang 16. Jh.), Weberstuhl (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
durchschlingen · ↗knoten · weben
Synonymgruppe
flechten · ↗knüpfen · ↗spinnen · weben · ↗wirken
Assoziationen
  • Riet · Webblatt · Weberblatt · Webkamm

Typische Verbindungen zu ›weben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weben‹.

Verwendungsbeispiele für ›weben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dessen Musik mehr aus stark wirkenden Klängen als aus schönen Melodien gewebt ist.
Bild, 06.09.2004
Man muss am Mantel der Geschichte nur lange genug weben, dann hat er Platz für alle.
Der Tagesspiegel, 14.03.2002
In dieser Weise webst du bis fast zum Rand weiter.
Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 36
Alles wob sich zur Wand, die bezeichneten Eingänge waren wohl sichtbar, aber nicht eigentlich glaubhaft.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 654
So webten die beiden gleichsam in einer eignen Welt für sich.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 364
Zitationshilfe
„weben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weben>, abgerufen am 30.09.2020.

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