wecken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung we-cken
Wortbildung  mit ›wecken‹ als Erstglied: Weckamin · Weckapparat2 · Weckauftrag · Weckdienst · Wecker · Weckmittel · Weckruf · Weckuhr · Weckung
 ·  mit ›wecken‹ als Letztglied: aufwecken · erwecken  ·  mit ›wecken‹ als Binnenglied: Säurewecker  ·  mit ›wecken‹ als Grundform: Wecken1 · geweckt
Mehrwortausdrücke  schlafende Hunde wecken
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn. wach machen, zum Erwachen bringen, jmds. Schlaf abbrechen oder unterbrechen
Beispiele:
wecke mich bitte morgen um sechs Uhr
wann soll ich dich wecken?
wann möchten Sie geweckt werden?
sich telefonisch wecken lassen
jmdn. zu spät, mitten in der Nacht, unsanft wecken
das Wecken übernimmt im Hotel die Rezeption
sei leise und wecke das Kind nicht!
umgangssprachlichjmdn. aus dem Schlaf wecken
du hast mich durch dein Schnarchen geweckt
ich wurde durch den Lärm geweckt
das Geschrei weckte mich
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichder Kaffee hat meine Lebensgeister geweckt
2.
übertragen etw. in jmdm. wachrufen, entstehen lassen, erregen
Beispiele:
jmds. Begeisterung, Verständnis für etw., jmds. Interesse, Neugierde, Vertrauen, Mitleid wecken
in jmdm. Hoffnungen, Illusionen, das Bedürfnis nach etw. wecken
in den Kindern wurde die Liebe zur Arbeit geweckt
bei jmdm. den Sinn für etw. wecken
das Gute im Menschen wecken
etw. weckt jmds. Misstrauen, Neid, Hass
etw. weckt in jmdm. Besorgnis, Befürchtungen, Argwohn
das weckte den Wunsch in mir, sie näher kennen zu lernen
dieser Name weckte in mir bestimmte Vorstellungen, alte Erinnerungen
Ein Stöhnen weckte erst ihre Aufmerksamkeit [ ViebigDie vor d. Toren173]
Dadurch wurde die Bereitschaft des Jugendlichen zur Tat geweckt [ Neue Justiz1967]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wecken · Wecker · aufwecken · erwecken
wecken Vb. ‘wach, munter machen, aus dem Schlaf holen’, ahd. (um 800), mhd. wekken ‘wach machen, erwecken, erregen, beginnen’, asächs. wekkian, mnd. mnl. wecken, nl. wekken, aengl. weccan, anord. vekja, schwed. väcka, got. uswakjan ist Kausativum (germ. *wakjan) zu einem stark flektierenden Verb, resthaft bezeugt in mnl. wiec (Prät.) ‘wachte’, aengl. wacan (Prät. wōc) ‘erwachen, geboren werden’, anord. vakinn (Part. Prät.) ‘wach’. Es ist verwandt mit wachen, Wacht, wacker (s. d.) sowie mit aind. vā́jaḥ ‘Kraft, Stärke, Schnelligkeit, (Wett)kampf, Kampfpreis’, lat. vegēre ‘munter sein, antreiben’, so daß eine Wurzel ie. *u̯eg̑- ‘frisch, stark sein’ anzusetzen ist. Die germ. Bedeutung ‘aus dem Schlaf holen’ ist eine Verengung der umfassenderen ‘wach, munter machen’. Wecker m. ‘Uhr mit Signalwerk’ (17. Jh.), ‘Schlaginstrument zum Aufwecken’ (16. Jh.), ‘wer andere aus dem Schlaf weckt’, mhd. wecker. aufwecken Vb. ‘wach machen, aus dem Schlaf rütteln’ (15. Jh.). erwecken Vb. ‘hervorrufen, erregen, wiederaufleben lassen, inspirieren, wach machen’, ahd. irwecken (8. Jh.), mhd. erwecken.

Weck · Wecken · Wecke
Weck, Wecken m. auch Wecke f. ‘längliches Brötchen’, ahd. weggi ‘Keil’ (10. Jh.), mhd. wecke, wegge ‘Keil’ und übertragen ‘keilförmiges, mit zwei Spitzen versehenes Backwerk’, asächs. weggi ‘Keil’, mnd. wegge, wigge ‘Keil, keilförmiges Weizenbrötchen’, mnl. wegghe, nl. wegge, weg ‘Keil, Weizenbrötchen’, aengl. wecg, engl. wedge ‘Keil, keilförmiges Stück (Kuchen)’, anord. veggr, schwed. vigg(e), (mundartlich) vägg(e) ‘Keil’ führen auf germ. *wagja-. Vergleichbar ist lit. vãgis ‘Haken, Zapfen, Keil, Pflock’. Dazu stellt man ferner ahd. waganso ‘Pflugschar’ (um 800), anord. vangsni (aus *vagsni), schwed. (mundartlich) vangs ‘Pflugschar’, griech. ophnís (ὀφνίς), lat. vōmis, vōmer ‘Pflugschar’. Damit kann von ie. *u̯ogu̯hi̯o- ‘Keil’ und ie. *u̯ogu̯hni- ‘Pflugschar’ ausgegangen werden. Die alte Bedeutung ‘Keil, Werkzeug aus Holz oder Eisen, das in etw. getrieben wird’ bewahren nur obd. Mundarten, sonst bezeichnet Weck(en) vornehmlich das (ursprünglich wohl an bestimmten Festtagen gereichte) keilförmige, mit zwei Spitzen versehene Backwerk (14. Jh.; doch vgl. schon ‘Gebäck aus Weizenmehl’, 12. Jh.). Südd. und öst. wird Weck(en) zum üblichen Ausdruck für ‘Semmel’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
aufwecken · munter machen · wecken  ●  elektrisieren  ugs.
Synonymgruppe
(unbeabsichtigt) wecken · aufwecken
Assoziationen
  • (jemanden) aufwecken · (jemanden) aus dem Bett holen (für / um zu) · (jemanden) aus dem Schlaf holen (für / um zu) · (jemanden) aus dem Schlaf klingeln · (jemanden) aus seinen Träumen reißen · (jemanden) wach machen · (jemanden) wachklingeln · (jemanden) wachrütteln · (jemanden) wecken · aus dem Schlaf reißen
Synonymgruppe
(jemanden) aufwecken · (jemanden) aus dem Bett holen (für / um zu) · (jemanden) aus dem Schlaf holen (für / um zu) · (jemanden) aus dem Schlaf klingeln · (jemanden) aus seinen Träumen reißen · (jemanden) wach machen · (jemanden) wachklingeln · (jemanden) wachrütteln · (jemanden) wecken · aus dem Schlaf reißen

Typische Verbindungen zu ›wecken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wecken‹.

Verwendungsbeispiele für ›wecken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es geht uns vor allem darum, Verständnis für ihre Situation zu wecken. [Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 366]
Das weckt die unstillbare Sehnsucht auf nach dem glühendheißen Leben, das ich nie erreichen kann. [Brief von Eduard Schmieder vom 07.02.1915. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1915], S. 139]
Da weckt mich mitten in der Nacht ein von weit her hallender Gesang. [Die Zeit, 02.03.2000, Nr. 10]
Dort haben die Veränderungen der achtziger Jahre bei vielen Bürgern mittlerweile große Erwartungen geweckt. [Die Zeit, 15.04.1999, Nr. 16]
Die Uhr schaute an dem Nachmittag erschrocken zurück, als hätte man sie geweckt. [Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 206]
Zitationshilfe
„wecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wecken>.

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