wedeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwe-deln
Wortbildung mit ›wedeln‹ als Erstglied: ↗Wedelkurs · ↗Wedelkursus  ·  mit ›wedeln‹ als Letztglied: ↗abwedeln · ↗anwedeln · ↗auswedeln · ↗herumwedeln · ↗schweifwedeln · ↗umwedeln
 ·  formal verwandt mit: ↗schwanzwedelnd
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
mit etw. wedelnetw. Leichtes rasch hin- und herbewegen, wobei Luft in Schwingung versetzt wird
Beispiele:
der Hund wedelte mit dem Schwanz
der Hund sprang wedelnd an ihm hoch
sie stand, mit dem Brief wedelnd, in der Tür
sie wedelte mit einem Blatt Papier, um den Rauch zu vertreiben
Sie schrien: »Vivat« und »Lebe hoch« und wedelten mit ihren Tüchern und Hüten [MoloEin Deutscher61]
Es ist heiß, und die Leute ... wedeln mit den Taschentüchern [SchallückWenn man aufhören könnte5]
etw. (mit etw.) von etw. wedeln
Beispiel:
er wedelte (mit der Serviette) die Krümel vom Tisch (= entfernte durch rasches Hin- und Herbewegen der Serviette die Krümel vom Tisch)
etw. wedeltetw. Leichtes bewegt sich rasch hin und her, wobei Luft in Schwingung versetzt wird
Beispiele:
die Wäsche wedelte auf der Leine
Endlich sah ich, daß sein Ringelschwanz zu wedeln begann [BuckowitzÜberraschungen25]
auf den Firsten ... wedelten braune Kräuter, Stengel [A. ZweigGrischa300]
2.
Skisport bei der Abfahrt die Schier rasch aufeinanderfolgend parallel von einer Seite zur anderen schwingen
3.
abwertend sich unterwürfig, kriecherisch, liebedienerisch verhalten
Beispiel:
Wer heut' mit Arbeit rechnen will ... der muß schon gut wedeln können [MarchwitzaHeimkehr288]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wedel · wedeln
Wedel m. ‘Quaste, Büschel, Schwanz’, ahd. wadal (um 800), wedil (10. Jh.) ‘Fächer, Wedel, Mondwechsel’, mhd. wadel, wedel ‘Büschelartiges zum Hinundherbewegen, Pinsel, (Feder-, Laub-, Haar-, Reisig)büschel, buschiges Schwanzende, Mondwechsel, -phase’ (germ. *waþila-) sowie ahd. wadal ‘schweifend, unstet, arm’ (8. Jh.), mhd. wadel ‘schweifend, unstet’, aengl. waþol ‘Mond’ (eigentlich ‘herumstreifend’) und ahd. wāla (aus *wēþla-) ‘Fächer, Blasebalg, das Wehen’ (um 1000), mhd. wāle ‘Fächer’ sind mit dem Suffix ie. -tlo-, germ. -þla- zu der unter ↗wehen (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *u̯ē- ‘wehen, blasen, hauchen’ gebildet. Verwandt sind außerdem anord. vēli (aus germ. *waþila-) ‘Vogelschwanz’, lit. vė́tra ‘Sturm(wind), Unwetter’, vė́tyti ‘worfeln, etw. schwingen’, aslaw. větrъ, russ. véter (ветер) ‘Wind’ und das unter ↗wallen (s. d.) behandelte Verb. Für Wedel ist von einer Bedeutung ‘Wehendes, sich hin und her Bewegendes’ auszugehen. Als Bezeichnung für das ‘buschige Schwanzende’ steht mhd. wadel, wedel zunächst unterscheidend neben mhd. zagel ‘Schwanz’ (s. ↗Zagel); im 15. Jh. wird dieser Unterschied aufgegeben, Wedel, Wadel verdrängt das ältere Zagel und wird im 16. Jh. in südd. Sprache vorherrschend. Vom 17. Jh. an gilt in der Literatursprache allgemein vom Omd. ausgehendes ↗Schwanz (s. d.). Nur obd. Mundarten und die Jägersprache bewahren Wedel ‘Schwanz’. wedeln Vb. ‘(den Schwanz) hin und her bewegen’, mhd. wadelen, wedelen ‘schweifen, schwanken, flattern, fließen’, ahd. wadalōn ‘umherschweifen’ (9. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
wackeln (mit) · wedeln
Assoziationen
Synonymgruppe
baumeln · hin- und herpendeln · ↗hin- und herschwingen · hin- und herwedeln · ↗pendeln · ↗schwingen · wedeln

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arme Fahne Fächer Geldschein Handtuch Hund Piste Pompon Scheckbuch Scheckheft Schwanz Schweif Skifahrer Stummelschwanz Tiefschnee abwedeln anwedeln aufgeregt bellen freudig herumwedeln herunterwedeln hinab hinunter hinunterwedeln umwedeln wegwedeln winseln zu zuwedeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wedeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er wedelt mit einer Hand ohne den Kopf zu heben, als wolle er nicht gestört werden.
Die Welt, 24.12.2002
Als er mich entdeckt, wedelt er wie verrückt mit den Armen.
Bild, 15.02.2001
Sie wedelte mit den leeren Ärmelenden wie ein chinesischer Schauspieler, klassischer Stil.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 20
Zum Hund aber fehlt mir doch etwas, die notwendige Fähigkeit, zu schmeicheln und zu wedeln.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 291
Er sieht den beiden nach und wedelt dabei leicht über die Kotflügel.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 201
Zitationshilfe
„wedeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wedeln>, abgerufen am 19.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Wedelkursus
Wedelkurs
Wedel
Weckung
Weckuhr
weder
Wedge
Wedgwood
Wedro
Weekend