weder

Grammatik Konjunktion (verknüpft eine Verneinung mit einer anderen)
Aussprache 
Worttrennung we-der

Bedeutungsübersicht+

  1. ⟨weder … noch⟩ nicht … und auch nicht
  2. [veraltet] ⟨weder ... weder⟩
eWDG, 1977

Bedeutungen

weder … nochnicht … und auch nicht
Beispiele:
er war weder körperlich noch geistig in der Lage, das zu tun
weder ihm noch mir ist es gelungen, sie zu überzeugen
weder er noch sie gehen, geht gern ins Theater
dadurch hat sich weder sein physischer noch sein psychischer Zustand geändert
er trinkt weder Kaffee noch Tee, noch Alkohol
ich habe ihn weder danach gefragt, weder habe ich ihn danach gefragt, noch habe ich ihn darum gebeten
das ist weder Fisch noch Fleisch (= nichts Bestimmtes, etw. Halbes)
veraltet weder ... weder
Beispiel:
Bin weder Fräulein weder schön [GoetheFaustI 2607]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weder Konj. nur noch in der Verbindung weder … noch ‘nicht … und auch nicht’ (s. ↗noch2 Konj.), in älterer Sprache statt dessen auch weder … weder (zwei Verneinungen miteinander verbindend), mhd. weder … noch. Ahd. (h)wedar Pron. ‘welcher von beiden’, Konj. ‘ob, etwa’ (8. Jh.), ni(h)wedar ‘keiner von beiden’ (9. Jh.), mhd. weder ‘welcher von beiden oder mehreren’, neweder, enweder ‘keiner von beiden’, asächs. hweðar ‘welcher, wer von beiden’, aengl. hweþer ‘wer von zweien’, ablautend aengl. hwæþer, anord. hvaðarr ‘wer von beiden’ neben hvārr ‘welcher (jeder) von beiden’, got. ƕaþar ‘wer von beiden’ ist wie aind. kataráḥ ‘welcher von zweien’, griech. póteros (πότερος, ion. κότερος) ‘welcher (wer) von beiden’, lit. katràs ‘welcher von beiden’, aslaw. kotorъ, koterъ, russ. kotóryj (который) ‘welcher’ (ursprünglich ‘welcher von zweien’) als Fragepronomen mit dem Suffix ie. -toro-, -tero- (s. auch ↗ander) zu dem unter ↗wer (s. d.) angegebenen Pronominalstamm ie. *ku̯o-, *ku̯e- gebildet. Ahd. (h)wedar, mhd. weder steht ursprünglich (mit neutralem Genus) als Einleitung von Doppelfragen, vgl. mhd. weder slāfe ich oder wache? ‘Welches von beiden tue ich, schlafen oder wachen?’. Der heutige konjunktionale Gebrauch entwickelt sich in der Verbindung ahd. ni(h)wedar … noh, mhd. enweder … noch (vgl. mhd. enweder übel noch guot ‘weder Schlechtes noch Gutes’, eigentlich ‘keins von beiden, Schlechtes nicht und Gutes nicht’); bereits mhd. mit abgefallener Negationspartikel weder … noch. In frühnhd. Zeit ist weder auch als Komparationspartikel ‘als’ üblich (2. Hälfte 15. Jh. bis 17. Jh.).
Zitationshilfe
„weder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weder>, abgerufen am 07.08.2020.

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