wegdrängen

Grammatik Verb · drängt weg, drängte weg, hat weggedrängt
Aussprache [ˈvɛkdʀɛŋən]
Worttrennung weg-drän-gen
Wortzerlegung weg-drängen
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
jmd. drängt jmdn. (von etw., irgendwo) weggewaltsam, forciert, mit physischem Druck verursachen, dass sich eine Person von einer Stelle, einer Position wegbewegt
Beispiele:
Bilder und Videos im Internet zeigen, wie Polizisten Leute aus den Stimmlokalen trugen oder stiessen und von den Eingängen wegdrängten. [Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2017]
Der Konkurrent habe sogar versucht, ihn wegzudrängen, klagt Wagner. [Süddeutsche Zeitung, 10.07.2004]
Der Täter hatten den Kassierer unter Vorhalt eines Revolvers hinter dem Verkaufstresen weggedrängt und anschließend die Kasse geplündert. [Die Welt, 23.05.2002]
Bei diesen Siegern hätte man ein Autogramm bekommen können, wenn nicht die Bodyguards im Umkreis von zwei Metern die Fans weggedrängt hätten. [Süddeutsche Zeitung, 20.07.1998]
Die Frau kommt hinzu, sagt, sie wolle nicht stören; dabei drängt sie ihn weg vom Tisch und beginnt, einen Kuchenteig auszurollen. [Die Zeit, 08.02.1985, Nr. 07]
übertragenOhne staatliche Hilfe wäre die ostdeutsche Wirtschaft vom internationalen Wettbewerb schnell weggedrängt worden. [Berliner Zeitung, 06.11.1999]
2.
es drängt jmdn. (von etw., irgendwo) wegein heftiges Verlangen haben, in jmdm. auslösen, sich von einem Ort, einer Stelle wegzubewegen, zu entfernen
Beispiele:
So sehr drängte es ihn weg von der Welt des Vaters, dass er Archäologie studierte. [Süddeutsche Zeitung, 29.12.2006]
Indessen scheint es ihn immer weiter wegzudrängen vom Eiger [einem Berg in der Schweiz], wie eine Flucht vor dieser einen Tour erscheinen die anderen Abenteuer. [Süddeutsche Zeitung, 28.10.2003]
3.
übertragen jmd. drängt etw. [eine Emotion] wegeine Empfindung, einen Gedankeninhalt im Bewusstsein (vorübergehend) in den Hintergrund stellen
Synonym zu verdrängen (2)
Kollokationen:
mit Akkusativobjekt: eine (unangenehme) Erinnerung, ein Problem, ein Gefühl wegdrängen
Beispiele:
Sie [eine Frau] habe versucht, ihre Emotionen wegzudrängen. [Süddeutsche Zeitung, 11.08.2018]
Und wenn ein Verdacht sich aufdrängte, wurde er weggedrängt. [Süddeutsche Zeitung, 29.08.2017]
Er [der Torwart im Fußballspiel] darf 90 Minuten lang keine Schwäche empfinden, er muss alle Ängste wegdrängen. [Zeit Magazin, 21.05.2015, Nr. 21]
Bestimmte Schmerzpunkte und Demütigungen wurden in der letzten Zeit einfach weggedrängt. [Die Zeit, 02.02.1996, Nr. 06]
Da sich das Leben nicht ersetzen läßt, werden Konflikte nur weggedrängt, nicht aber bewältigt. [Der Spiegel, 10.08.1970, Nr. 33]

Typische Verbindungen zu ›wegdrängen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wegdrängen‹.

Zitationshilfe
„wegdrängen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wegdr%C3%A4ngen>, abgerufen am 20.09.2020.

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