wegnehmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungweg-neh-men
Wortzerlegungweg-nehmen
Wortbildung mit ›wegnehmen‹ als Grundform: ↗Wegnahme
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. von der Stelle nehmen, an der es sich befindet
Beispiele:
nimm bitte deine Sachen hier weg
das Tischtuch wegnehmen
die Vase, das Buch vom Tisch wegnehmen
(sich) [Dativ] von einer Menge einen Teil wegnehmenvon einer Menge einen Teil entfernen, indem man sich ihn nimmt
Beispiel:
ich habe (mir) von den Eiern drei weggenommen
einen Körperteil aus der bisherigen Stellung, Lage bringen
Beispiel:
pass auf, nimm die Finger, Hände, den Kopf weg!
2.
jmdm. etw. wegnehmenetw., was ein anderer hat, besitzt, (unrechtmäßig) an sich nehmen, in seine Verfügungsgewalt bringen
Beispiele:
wenn du ungezogen bist, nehme ich dir den Ball wieder weg
Mutti, der Junge hat mir die Puppe weggenommen!
jmdm. ein Buch wegnehmen
jmdm. (mit Gewalt, heimlich) sein Geld wegnehmen (= rauben, stehlen)
der Bandit nahm ihm mit vorgehaltener Pistole die Brieftasche weg
übertragen
Beispiele:
Ich habe von Intrigen erfahren, die bezwecken, ihr die Rolle wegzunehmen [H. MannSchauspielerinII 5]
jedenfalls hättest du mir das Kompliment nicht vor der Nase wegnehmen dürfen [Th. MannBuddenbrooks1,388]
jmdm. jmdn. wegnehmen
Beispiele:
er hat seinem Freund die Freundin weggenommen (= abspenstig gemacht)
Man sollte den Vater kurzweg verklagen. Dann würde ihm das Kind weggenommen (= entzogen, abgesprochen) [WedekindFrühlings ErwachenI 5]
jmdm. etw. wegnehmenbewirken, dass jmd. etw. nicht mehr hat
Beispiele:
jmdm. die Sicht wegnehmen
die Bücher nehmen mir zu viel Platz weg
Ich nehme dir wohl die Zeit weg? [BrechtRundköpfe9]
etw. nimmt etw. weg
Beispiele:
der Schrank nimmt viel Platz weg (= beansprucht viel Platz)
die Gardinen nehmen viel Licht weg (= halten viel Licht ab)
3.
Beispiel:
Gas wegnehmen (= die Fahrt des Autos verlangsamen, indem die Zufuhr von Treibstoffgemisch verringert wird)

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aneignen · ↗abnehmen · ↗abräumen · ↗entreißen · ↗entwenden · ↗entziehen · ↗fortnehmen · ↗herunternehmen · ↗mitnehmen · wegnehmen  ●  ↗abjagen  ugs. · ↗abknapsen  ugs. · ↗abknöpfen  ugs. · ↗abluchsen  ugs. · ↗abringen  ugs. · ↗abzwacken  ugs. · das Wasser abgraben  ugs. · ↗wegschnappen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem den Partner) ausspannen · (jemandem den Partner) wegnehmen · ↗(jemandem den Partner) wegschnappen
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) abnehmen (unter Gewaltanwendung) · (jemandem) aus der Hand reißen · ↗(jemandem) entreißen · (jemandem) wegnehmen (unter Gewaltanwendung)  ●  ↗(etwas) abziehen  jugendsprachlich · ↗(jemanden) abziehen  jugendsprachlich · ↗(jemanden) berauben  Hauptform · ↗rauben  juristisch · ↗usurpieren  geh., lat.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) abknöpfen · ↗(jemandem etwas) abnehmen · (jemandem etwas) wegnehmen · (jemanden) erleichtern um
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) abnehmen (um Schaden abzuwenden) · (jemandem etwas) aus der Hand nehmen · ↗(jemandem etwas) fortnehmen · (jemandem etwas) wegnehmen
Assoziationen
Synonymgruppe
(einen Teil) wegnehmen · (etwas) abzweigen (von) · (etwas) verschwinden lassen · für sich nehmen  ●  auf die Seite schaffen  fig. · (etwas) abknapsen (von)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) wegnehmen · ↗einkassieren · ↗einsammeln · ↗kassieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitsplatz Ausländer Autoschlüssel Baby Ball Eigentum Einheimische Elter Fremdarbeiter Führerschein Gas Geburt Geld Handy Job Jugendamt Jüngeren Kapitänsbinde Kind Marktanteil Neger Parkplatz Paß Platz Schlüssel Spielzeug du gegenseitig ihr nehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wegnehmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie kann man denen, die sowieso nichts haben, das warme Essen wegnehmen?
Bild, 16.01.2003
Es galt jedoch als ehrlos, auf diese Weise anderen das Brot wegzunehmen.
Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 100
Was ihnen mit der einen Hand gegeben würde, nähme die andere Hand wieder weg.
Der Tagesspiegel, 23.09.1999
Sie nehmen auch höchstens eine Minute Zeit weg, sie sollten auch nur nebenbei erwähnt werden.
o. A.: Einhundertundneunzehnter Tag. Donnerstag, 2. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10046
Jetzt hat man mir das Buch wieder weggenommen, jetzt kann ich es wieder nicht mehr vergleichen.
o. A.: Einhundertelfter Tag. Donnerstag, 18. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 14876
Zitationshilfe
„wegnehmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wegnehmen>, abgerufen am 22.04.2019.

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