Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

weh

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [veː]
Wortbildung  formal verwandt mit: Wehmut
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdm. tut etw. weh (= jmdn. schmerzt etw.)
Beispiele:
mir tut der Kopf, Bauch, Hals weh
alle Zähne, Rippen taten ihm weh
nach dem langen Marsch taten ihm die Füße weh
etw. tut sehr weh
salopp, übertriebenetw. tut wahnsinnig weh
tut es noch weh?
wo tut es (dir) denn weh?
bildlich
Beispiele:
es tut mir in der Seele weh (= es tut mir sehr leid), dass …
jmdm., einer Sache, sich [Dativ] weh tun
jmdm., einer Sache, sich körperlichen Schmerz zufügen
Beispiele:
du tust mir ja weh!
das grelle Licht tut den Augen weh
hast du dir weh getan?
ich wollte dir nicht weh tun, habe dir nicht weh tun wollen
Hunger tut weh
bildlich jmdm. seelischen Schmerz zufügen
Beispiele:
du hast, deine Herzlosigkeit hat mir weh getan
Winter, ade! / Scheiden tut weh! [Volkslied]
2.
umgangssprachlich schmerzend infolge einer Verletzung, Krankheit
Beispiel:
sie vergaß ihren wehen Kopf [ Bachm.Simultan22]
wund, entzündet
Beispiele:
einen wehen Finger haben
als schwölle das Fleisch immerfort und würde weher und weher von den Metallklammern [ RennKrieg242]
3.
gehoben traurig, wehmütig
Beispiele:
mir ist weh ums Herz
mir ist so weh (zumute)
ein wehes Gefühl ergriff, befiel sie
ein wehes Lächeln
wie er sie in den seltsam wehen und reuigen Träumen der Nacht geschaut [ Th. MannKröger9,256]
aus Blechinstrumenten ertönte eine wehe, peinlich schleppende Musik dazu [ KaschnitzHaus121]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weh · Weh · Wehe1 · Wehklage · wehklagen · wehleidig · Wehtag
weh Interjektion Ausruf des Schmerzes, des Schreckens, ahd. (um 800; aus germ. *wai, wobei -ai im Auslaut zu -ē; dagegen lautgerecht wei- in ahd. weinōn, s. weinen), mhd. mnd. , mnl. nl. wee, aengl. , engl. woe, anord. vei, schwed. ve, got. wai. Vergleichbar sind awest. vayōi, griech. , ūá, ūá͞i (ὀά, οὐά, οὐαί) Interjektion des Schmerzes, der Bewunderung, lat. vae, lit. (mundartlich) vaĩ, vái, mir. fāe ‘weh’, (mit d(h)-Suffix) fāed, fōid ‘Schrei, Ton’ und erweitert aind. uvḗ, awest. avōi, āvōya, so daß ie. *u̯ai ‘wehe’ angesetzt werden kann. Substantiviert Weh n. ‘(seelischer) Schmerz, Leid’, ahd. (9. Jh.), mhd. . In festen Verbindungen weh sein ‘(Seelen)schmerz empfinden’, ahd. (um 1000), mhd. wē sīn; weh werden ‘(seelisches) Leid zu empfinden beginnen, zugefügt bekommen’, ahd. wē werdan (9. Jh.), mhd. wē werden; weh tun ‘Schmerz zufügen, empfinden’ (zunächst von körperlichem Schmerz), ahd. (9. Jh.), mhd. wē tuon. Attributiver Gebrauch begegnet erst in jüngerer Zeit, wohl aus mundartlichen Verwendungen wie wehe Füße, literatursprachlich eine wehe Empfindung (18. Jh.). Wehe1 f. ‘Schmerz der Gebärenden bei der Geburt’, mhd. , wēhe, überwiegend im Plural Wehen, mhd. wēhen. Dazu Wehmutter ‘Hebamme’ (Luther), Wehfrau (18. Jh.). Wehklage f. ‘laute (in Worten ausgedrückte) Klage, Jammer’ (16. Jh.), wohl aus wehklagen Vb. ‘jammern’ (15. Jh.). wehleidig Adj. ‘übertrieben schmerzempfindlich, zum Klagen neigend’ (17. Jh.), obd. Mundarten entstammend. Wehtag m. ‘Schmerz, Krankheit’, eigentlich ‘Leidenszeit’, mhd. wētac, mnd. wedage.

Typische Verbindungen zu ›weh‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weh‹.

Verwendungsbeispiele für ›weh‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Blau dahinter tat ihm noch immer weh in den Augen. [Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 218]
Es hätte dem Toten nicht weher tun können als mir. [Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 135]
Mit wehem Herzen sehe ich ein, daß wir von heute an den Kampf einstellen müssen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1941]]
Trotzdem tue es nach wie vor weh, dass ihr Team gegen Japan verloren habe. [Die Zeit, 25.12.2011 (online)]
Ich hätte es Dir längst schon sagen müssen, aber ich hatte nicht den Mut, Dir weh zu tun. [Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 359]
Zitationshilfe
„weh“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weh#1>.

Weitere Informationen …

weh

Grammatik Interjektion
Nebenform wehe
Aussprache  [veː] · [ˈveːə]
Worttrennung weh ● we-he
Wortbildung  mit ›weh‹ als Erstglied: Wehklage · Wehruf
eWDG

Bedeutungen

a)
drückt Schmerz, Klage aus
Schreibung: weh
Beispiele:
o weh!
veraltet weh mir!
veraltetach und weh schreien
veraltetach und weh über jmdn. rufen (= jmdn. laut beklagen)
veraltetdas (ewige) Ach und Weh
veraltetHalf ihm doch kein Weh und Ach [ GoetheHeidenrösl.]
b)
drückt eine Drohung aus
Grammatik: mit folgendem Dativ
Beispiele:
wehe, wenn du nicht pünktlich nach Hause kommst!
wehe dem, der das tut
wenn das geschieht, dann wehe ihm, uns allen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weh · Weh · Wehe1 · Wehklage · wehklagen · wehleidig · Wehtag
weh Interjektion Ausruf des Schmerzes, des Schreckens, ahd. (um 800; aus germ. *wai, wobei -ai im Auslaut zu -ē; dagegen lautgerecht wei- in ahd. weinōn, s. weinen), mhd. mnd. , mnl. nl. wee, aengl. , engl. woe, anord. vei, schwed. ve, got. wai. Vergleichbar sind awest. vayōi, griech. , ūá, ūá͞i (ὀά, οὐά, οὐαί) Interjektion des Schmerzes, der Bewunderung, lat. vae, lit. (mundartlich) vaĩ, vái, mir. fāe ‘weh’, (mit d(h)-Suffix) fāed, fōid ‘Schrei, Ton’ und erweitert aind. uvḗ, awest. avōi, āvōya, so daß ie. *u̯ai ‘wehe’ angesetzt werden kann. Substantiviert Weh n. ‘(seelischer) Schmerz, Leid’, ahd. (9. Jh.), mhd. . In festen Verbindungen weh sein ‘(Seelen)schmerz empfinden’, ahd. (um 1000), mhd. wē sīn; weh werden ‘(seelisches) Leid zu empfinden beginnen, zugefügt bekommen’, ahd. wē werdan (9. Jh.), mhd. wē werden; weh tun ‘Schmerz zufügen, empfinden’ (zunächst von körperlichem Schmerz), ahd. (9. Jh.), mhd. wē tuon. Attributiver Gebrauch begegnet erst in jüngerer Zeit, wohl aus mundartlichen Verwendungen wie wehe Füße, literatursprachlich eine wehe Empfindung (18. Jh.). Wehe1 f. ‘Schmerz der Gebärenden bei der Geburt’, mhd. , wēhe, überwiegend im Plural Wehen, mhd. wēhen. Dazu Wehmutter ‘Hebamme’ (Luther), Wehfrau (18. Jh.). Wehklage f. ‘laute (in Worten ausgedrückte) Klage, Jammer’ (16. Jh.), wohl aus wehklagen Vb. ‘jammern’ (15. Jh.). wehleidig Adj. ‘übertrieben schmerzempfindlich, zum Klagen neigend’ (17. Jh.), obd. Mundarten entstammend. Wehtag m. ‘Schmerz, Krankheit’, eigentlich ‘Leidenszeit’, mhd. wētac, mnd. wedage.

Typische Verbindungen zu ›weh‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›weh‹ und ›wehe‹.

Verwendungsbeispiele für ›weh‹, ›wehe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Blau dahinter tat ihm noch immer weh in den Augen. [Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 218]
Es hätte dem Toten nicht weher tun können als mir. [Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 135]
Mit wehem Herzen sehe ich ein, daß wir von heute an den Kampf einstellen müssen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1941]]
Trotzdem tue es nach wie vor weh, dass ihr Team gegen Japan verloren habe. [Die Zeit, 25.12.2011 (online)]
Ich hätte es Dir längst schon sagen müssen, aber ich hatte nicht den Mut, Dir weh zu tun. [Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 359]
Zitationshilfe
„weh“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weh#2>.

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