weh

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungweh · we-he
Wortbildung formal verwandt mit: ↗Wehmut
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
jmdm. tut etw. weh (= jmdn. schmerzt etw.)
Beispiele:
mir tut der Kopf, Bauch, Hals weh
alle Zähne, Rippen taten ihm weh
nach dem langen Marsch taten ihm die Füße weh
etw. tut sehr weh
salopp, übertrieben etw. tut wahnsinnig weh
tut es noch weh?
wo tut es (dir) denn weh?
bildlich
Beispiele:
es tut mir in der Seele weh (= es tut mir sehr leid), dass …
jmdm., einer Sache, sich [Dativ] weh tun
jmdm., einer Sache, sich körperlichen Schmerz zufügen
Beispiele:
du tust mir ja weh!
das grelle Licht tut den Augen weh
hast du dir weh getan?
ich wollte dir nicht weh tun, habe dir nicht weh tun wollen
Hunger tut weh
bildlich jmdm. seelischen Schmerz zufügen
Beispiele:
du hast, deine Herzlosigkeit hat mir weh getan
Winter, ade! / Scheiden tut weh! [Volkslied]
2.
umgangssprachlich schmerzend infolge einer Verletzung, Krankheit
Beispiel:
sie vergaß ihren wehen Kopf [Bachm.Simultan22]
wund, entzündet
Beispiele:
einen wehen Finger haben
als schwölle das Fleisch immerfort und würde weher und weher von den Metallklammern [RennKrieg242]
3.
gehoben traurig, wehmütig
Beispiele:
mir ist weh ums Herz
mir ist so weh (zumute)
ein wehes Gefühl ergriff, befiel sie
ein wehes Lächeln
wie er sie in den seltsam wehen und reuigen Träumen der Nacht geschaut [Th. MannKröger9,256]
aus Blechinstrumenten ertönte eine wehe, peinlich schleppende Musik dazu [KaschnitzHaus121]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weh · Weh · Wehe1 · Wehklage · wehklagen · wehleidig · Wehtag
weh Interjektion Ausruf des Schmerzes, des Schreckens, ahd. (um 800; aus germ. *wai, wobei -ai im Auslaut zu -ē; dagegen lautgerecht wei- in ahd. weinōn, s. ↗weinen), mhd. mnd. , mnl. nl. wee, aengl. , engl. woe, anord. vei, schwed. ve, got. wai. Vergleichbar sind awest. vayōi, griech. , ūá, ūá͞i (ὀά, οὐά, οὐαί) Interjektion des Schmerzes, der Bewunderung, lat. vae, lit. (mundartlich) vaĩ, vái, mir. fāe ‘weh’, (mit d(h)-Suffix) fāed, fōid ‘Schrei, Ton’ und erweitert aind. uvḗ, awest. avōi, āvōya, so daß ie. *u̯ai ‘wehe’ angesetzt werden kann. Substantiviert Weh n. ‘(seelischer) Schmerz, Leid’, ahd. (9. Jh.), mhd. . In festen Verbindungen weh sein ‘(Seelen)schmerz empfinden’, ahd. (um 1000), mhd. wē sīn; weh werden ‘(seelisches) Leid zu empfinden beginnen, zugefügt bekommen’, ahd. wē werdan (9. Jh.), mhd. wē werden; weh tun ‘Schmerz zufügen, empfinden’ (zunächst von körperlichem Schmerz), ahd. (9. Jh.), mhd. wē tuon. Attributiver Gebrauch begegnet erst in jüngerer Zeit, wohl aus mundartlichen Verwendungen wie wehe Füße, literatursprachlich eine wehe Empfindung (18. Jh.). Wehe1 f. ‘Schmerz der Gebärenden bei der Geburt’, mhd. , wēhe, überwiegend im Plural Wehen, mhd. wēhen. Dazu Wehmutter ‘Hebamme’ (Luther), Wehfrau (18. Jh.). Wehklage f. ‘laute (in Worten ausgedrückte) Klage, Jammer’ (16. Jh.), wohl aus wehklagen Vb. ‘jammern’ (15. Jh.). wehleidig Adj. ‘übertrieben schmerzempfindlich, zum Klagen neigend’ (17. Jh.), obd. Mundarten entstammend. Wehtag m. ‘Schmerz, Krankheit’, eigentlich ‘Leidenszeit’, mhd. wētac, mnd. wedage.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sonst) geschieht ein Unglück · gnade dir Gott · wehe (dir) (wenn)  ●  ... dann Nacht Mattes  ugs., rheinisch
Assoziationen
  • nicht gut ausgehen · nicht gutgehen  ●  (das wird) böse enden  scherzhaft · (das wird) kein gutes Ende nehmen  variabel · (etwas wird noch einmal) ein böses Ende nehmen  variabel · (etwas wird) ein schlimmes Ende haben  variabel
  • nimm dich in acht! · sei auf der Hut · sei vorsichtig! · sieh dich vor

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aalen Lächeln besonders bißchen doch fast gar genauso immer irgendwie leid mal manchmal mehr natürlich nicht noch oft schon sehr selber sicher so tun weniger wiedertun wund ziemlich zwar überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weh‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dem Licht war alles so grell, mir taten die Augen weh.
Bild, 21.06.2004
Noch teilt sie sich ihre Zeit zwischen verschiedenen Städten auf, aber die Verluste, die das bedeutet, tun ihr weh.
Der Tagesspiegel, 23.02.2004
Das Blau dahinter tat ihm noch immer weh in den Augen.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 218
Glaube mir Ernst, ich hätte Dir bestimmt niemals so weh tun können, aber ich nahm Dich eben nicht ernst.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 27.07.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Es habe sehr weh getan, so daß es schien, einzelne Stellen seien wund geschlagen worden.
Friedländer, Hugo: Die Vorkommnisse in der Fürsorgeanstalt Mieltschin. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22269
Zitationshilfe
„weh“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weh#1>, abgerufen am 25.08.2019.

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weh

GrammatikAusruf
Nebenform wehe · Ausruf
Worttrennungweh ● we-he (computergeneriert)
Wortbildung mit ›weh‹ als Erstglied: ↗Wehruf
eWDG, 1977

Bedeutungen

a)
drückt Schmerz, Klage aus
Beispiele:
o weh!
veraltet weh mir!
veraltet ach und weh schreien
veraltet ach und weh über jmdn. rufen (= jmdn. laut beklagen)
veraltet das (ewige) Ach und Weh
veraltet Half ihm doch kein Weh und Ach [GoetheHeidenrösl.]
b)
mit folgendem Dat.
drückt eine Drohung aus
Beispiele:
wehe, wenn du nicht pünktlich nach Hause kommst!
wehe dem, der das tut
wenn das geschieht, dann wehe ihm, uns allen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weh · Weh · Wehe1 · Wehklage · wehklagen · wehleidig · Wehtag
weh Interjektion Ausruf des Schmerzes, des Schreckens, ahd. (um 800; aus germ. *wai, wobei -ai im Auslaut zu -ē; dagegen lautgerecht wei- in ahd. weinōn, s. ↗weinen), mhd. mnd. , mnl. nl. wee, aengl. , engl. woe, anord. vei, schwed. ve, got. wai. Vergleichbar sind awest. vayōi, griech. , ūá, ūá͞i (ὀά, οὐά, οὐαί) Interjektion des Schmerzes, der Bewunderung, lat. vae, lit. (mundartlich) vaĩ, vái, mir. fāe ‘weh’, (mit d(h)-Suffix) fāed, fōid ‘Schrei, Ton’ und erweitert aind. uvḗ, awest. avōi, āvōya, so daß ie. *u̯ai ‘wehe’ angesetzt werden kann. Substantiviert Weh n. ‘(seelischer) Schmerz, Leid’, ahd. (9. Jh.), mhd. . In festen Verbindungen weh sein ‘(Seelen)schmerz empfinden’, ahd. (um 1000), mhd. wē sīn; weh werden ‘(seelisches) Leid zu empfinden beginnen, zugefügt bekommen’, ahd. wē werdan (9. Jh.), mhd. wē werden; weh tun ‘Schmerz zufügen, empfinden’ (zunächst von körperlichem Schmerz), ahd. (9. Jh.), mhd. wē tuon. Attributiver Gebrauch begegnet erst in jüngerer Zeit, wohl aus mundartlichen Verwendungen wie wehe Füße, literatursprachlich eine wehe Empfindung (18. Jh.). Wehe1 f. ‘Schmerz der Gebärenden bei der Geburt’, mhd. , wēhe, überwiegend im Plural Wehen, mhd. wēhen. Dazu Wehmutter ‘Hebamme’ (Luther), Wehfrau (18. Jh.). Wehklage f. ‘laute (in Worten ausgedrückte) Klage, Jammer’ (16. Jh.), wohl aus wehklagen Vb. ‘jammern’ (15. Jh.). wehleidig Adj. ‘übertrieben schmerzempfindlich, zum Klagen neigend’ (17. Jh.), obd. Mundarten entstammend. Wehtag m. ‘Schmerz, Krankheit’, eigentlich ‘Leidenszeit’, mhd. wētac, mnd. wedage.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sonst) geschieht ein Unglück · gnade dir Gott · wehe (dir) (wenn)  ●  ... dann Nacht Mattes  ugs., rheinisch
Assoziationen
  • nicht gut ausgehen · nicht gutgehen  ●  (das wird) böse enden  scherzhaft · (das wird) kein gutes Ende nehmen  variabel · (etwas wird noch einmal) ein böses Ende nehmen  variabel · (etwas wird) ein schlimmes Ende haben  variabel
  • nimm dich in acht! · sei auf der Hut · sei vorsichtig! · sieh dich vor

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aalen Lächeln besonders bißchen doch fast gar genauso immer irgendwie leid mal manchmal mehr natürlich nicht noch oft schon sehr selber sicher so tun weniger wiedertun wund ziemlich zwar überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weh‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dem Licht war alles so grell, mir taten die Augen weh.
Bild, 21.06.2004
Noch teilt sie sich ihre Zeit zwischen verschiedenen Städten auf, aber die Verluste, die das bedeutet, tun ihr weh.
Der Tagesspiegel, 23.02.2004
Das Blau dahinter tat ihm noch immer weh in den Augen.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 218
Glaube mir Ernst, ich hätte Dir bestimmt niemals so weh tun können, aber ich nahm Dich eben nicht ernst.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 27.07.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Es habe sehr weh getan, so daß es schien, einzelne Stellen seien wund geschlagen worden.
Friedländer, Hugo: Die Vorkommnisse in der Fürsorgeanstalt Mieltschin. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22269
Zitationshilfe
„weh“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weh#2>, abgerufen am 25.08.2019.

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