weibisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwei-bisch
eWDG, 1977

Bedeutung

abwertend unmännlich
  nur in Bezug auf einen Mann gebraucht
Beispiele:
er hat weibische Züge, ein weibisches Gesicht (= er hat weichliche Züge, ein weichliches Gesicht)
er hat ein weibisches Benehmen, Wesen
weibische Furcht
Die Feder läuft in der feinen weibischen Hand ... rasch über das Papier [St. ZweigBalzac182]
weil er glaubte, ein solches Gerede sei weibisch [SeghersDie Toten6,93]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weib · weibisch · weiblich
Weib n. ‘erwachsene weibliche Person, Ehefrau’, ahd. wīb (8. Jh.), mhd. wīp, asächs. mnd. wīf, mnl. nl. wijf, aengl. wīf, engl. wife (vgl. engl. woman, aus aengl. wīfmann, eigentlich ‘Weibsmensch’), anord. vīf, schwed. (nur noch dichterisch) viv. Die Herkunft ist ungeklärt. Zweifelhaft ist der Versuch, das Wort an got. biwaibjan ‘umwinden, umkleiden’, aengl. wǣfan ‘bekleiden, umwickeln’, anord. (vereinzelt poetisch) vīfa ‘umhüllen’ anzuschließen und Weib als die ‘mit einem Kopftuch umhüllte verheiratete Frau’ zu erklären. Unsicher ist auch eine Deutung der germ. Wortgruppe als ‘die in geschäftiger Bewegung Befindliche’, also eine Verbindung mit ahd. weibōn (10. Jh.), mhd. weiben ‘sich hin und her bewegen, drehen, schwanken, schweben’, anord. veifa ‘schwingen, werfen’, den unter ↗Wimpel, ↗Wipfel und ↗wippen (s. d.) genannten Formen und außergerm. mit aind. vḗpatē ‘zittert, ist erregt’, kymr. gwisgi ‘unruhig, reif (von Nüssen)’, lat. vibrāre ‘in zitternde Bewegung setzen, sich zitternd bewegen’, lit. viẽpti ‘das Gesicht verziehen’, lett. viept ‘verhüllen’, zu ie. *u̯eip-, *u̯eib- ‘drehen, sich drehend, schwingend bewegen’. weibisch Adj. ‘unmännlich’ (abwertend von Männern, 16. Jh.), ‘weiblich’ (in neutraler Verwendung bis ins 18. Jh.), spätmhd. wībisch. weiblich Adj. ‘einer Frau entsprechend, zu einer Frau gehörend’ (Gegensatz zu männlich), ahd. wīblīh (8. Jh.), mhd. wīplich; in der grammatischen Terminologie ‘feminines Genus aufweisend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
mit abgespreiztem kleinen Finger · ↗unmännlich · weibisch · ↗weichlich  ●  kein echter Kerl  ugs. · keinen Mumm in den Knochen haben  ugs. · ↗tuntenhaft  ugs. · ↗tuntig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weibisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allgemein galt eine Uhr am Arm eines Mannes jedoch als weibisch.
Die Zeit, 03.12.2007, Nr. 49
Ich hielt es für weibisch, hätte ich ihn gebeten aufzuhören!
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21632
Der habe so weibische Hände und kucke immer so lauernd.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 187
Unter dem männlichen Nachwuchs gelte Lesen als streberhaft, weibisch, uncool.
Die Welt, 12.03.2005
Später hat er sich verpanzert, weil er dachte, es ist weibisch, nett zu sein, es ist nicht Macho.
Der Spiegel, 05.01.1998
Zitationshilfe
„weibisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weibisch>, abgerufen am 16.12.2019.

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