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weibisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung wei-bisch
eWDG

Bedeutung

abwertend unmännlich
nur in Bezug auf einen Mann gebraucht
Beispiele:
er hat weibische Züge, ein weibisches Gesicht (= er hat weichliche Züge, ein weichliches Gesicht)
er hat ein weibisches Benehmen, Wesen
weibische Furcht
Die Feder läuft in der feinen weibischen Hand … rasch über das Papier [ St. ZweigBalzac182]
weil er glaubte, ein solches Gerede sei weibisch [ SeghersDie Toten6,93]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Weib · weibisch · weiblich
Weib n. ‘erwachsene weibliche Person, Ehefrau’, ahd. wīb (8. Jh.), mhd. wīp, asächs. mnd. wīf, mnl. nl. wijf, aengl. wīf, engl. wife (vgl. engl. woman, aus aengl. wīfmann, eigentlich ‘Weibsmensch’), anord. vīf, schwed. (nur noch dichterisch) viv. Die Herkunft ist ungeklärt. Zweifelhaft ist der Versuch, das Wort an got. biwaibjan ‘umwinden, umkleiden’, aengl. wǣfan ‘bekleiden, umwickeln’, anord. (vereinzelt poetisch) vīfa ‘umhüllen’ anzuschließen und Weib als die ‘mit einem Kopftuch umhüllte verheiratete Frau’ zu erklären. Unsicher ist auch eine Deutung der germ. Wortgruppe als ‘die in geschäftiger Bewegung Befindliche’, also eine Verbindung mit ahd. weibōn (10. Jh.), mhd. weiben ‘sich hin und her bewegen, drehen, schwanken, schweben’, anord. veifa ‘schwingen, werfen’, den unter Wimpel, Wipfel und wippen (s. d.) genannten Formen und außergerm. mit aind. vḗpatē ‘zittert, ist erregt’, kymr. gwisgi ‘unruhig, reif (von Nüssen)’, lat. vibrāre ‘in zitternde Bewegung setzen, sich zitternd bewegen’, lit. viẽpti ‘das Gesicht verziehen’, lett. viept ‘verhüllen’, zu ie. *u̯eip-, *u̯eib- ‘drehen, sich drehend, schwingend bewegen’. – weibisch Adj. ‘unmännlich’ (abwertend von Männern, 16. Jh.), ‘weiblich’ (in neutraler Verwendung bis ins 18. Jh.), spätmhd. wībisch. weiblich Adj. ‘einer Frau entsprechend, zu einer Frau gehörend’ (Gegensatz zu männlich), ahd. wīblīh (8. Jh.), mhd. wīplich; in der grammatischen Terminologie ‘feminines Genus aufweisend’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
mit abgespreiztem kleinen Finger · unmännlich · weibisch · weichlich  ●  kein echter Kerl  ugs. · keinen Mumm in den Knochen haben  ugs. · tuntenhaft  ugs. · tuntig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›weibisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weibisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›weibisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich hielt es für weibisch, hätte ich ihn gebeten aufzuhören! [Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21632]
Allgemein galt eine Uhr am Arm eines Mannes jedoch als weibisch. [Die Zeit, 03.12.2007, Nr. 49]
Wenn sich einer von ihnen in Rom damit erwischen ließ, galt er als weibisch. [Die Zeit, 14.05.2001, Nr. 20]
Der habe so weibische Hände und kucke immer so lauernd. [Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 187]
Mit dem einen hat er die Hörer nicht unter Wasser zu setzen, schmelzend, weibisch. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 145]
Zitationshilfe
„weibisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weibisch>.

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