weich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›weich‹ als Erstglied: ↗Weichblei · ↗Weichei · ↗Weicheisen · ↗Weichfutter · ↗Weichholz · ↗Weichkäse · ↗Weichling · ↗Weichmacher · ↗Weichporzellan · ↗Weichstrahltechnik · ↗Weichteil · ↗Weichtier · ↗Weichzelle · ↗weichbehaart · ↗weichborstig · ↗weichhaarig · ↗weichherzig · ↗weichlich · ↗weichlöten · ↗weichmäulig · ↗weichspülen
 ·  mit ›weich‹ als Letztglied: ↗butterweich · ↗daunenweich · ↗federweich · ↗flaumweich · ↗pflaumenweich · ↗pflaumweich · ↗regenweich · ↗samtweich · ↗seidenweich · ↗ultraweich · ↗wachsweich · ↗watteweich · ↗windelweich
 ·  mit ›weich‹ als Grundform: ↗Weichheit
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
einem Druck relativ leicht nachgebend, so beschaffen, dass zur Veränderung der Form kein oder nur ein relativ geringer Kraftaufwand nötig ist
Gegenwort zu hart1
Beispiele:
der Käse, die Butter ist (ganz) weich geworden
das Gemüse, Fleisch weich kochen
ein weiches (= weichgekochtes) Ei
dei Pfirsiche, Birnen, Aprikosen sind schon weich
Von dem Stück Brot, das auf seinem Teller lag, holte er das Weiche heraus und knetete daraus Elefanten oder andere Tiere [RennKindheit88]
übertragen
Beispiele:
salopp, scherzhaft er hat eine weiche Birne (= er ist etwas beschränkt, nicht ganz normal)
eine weiche Masse
weich wie Wachs
weiches Holz
Lindenholz ist besonders weich und eignet sich deshalb gut zum Schnitzen
die Straße, der Boden ist durch den Regen weich geworden (= ist aufgeweicht)
in den weichen Schnee fallen
sich ins weiche Gras, Moos setzen
einem Druck relativ leicht nachgebend und bei Nachlassen des Druckes in die ursprüngliche Form zurückgehend
Beispiele:
ein weiches Kissen, Bett, Polster
eine weiche Matte
weiche Daunen
ein weich gefederter Sitz
weich, auf weicher Unterlage sitzen, liegen
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich ihm wurde, es wurde ihm weich in den Knien (= seine Knie gaben vor Angst oder Schwäche nach, er drohte umzusinken)
schmiegsam
Beispiele:
ein weiches Fell, weicher Pelz, Stoff
weich wie Samt, Seide
ein Hemd mit weichem (= nicht gestärktem) Kragen
ein weicher Hut
ein weich verarbeitetes Modell, Kleid
weiche (= glatte) Haut haben
Sie hatte sehr helles Haar und so weich [NossackSpirale11]
Sein dunkles kühnes Gesicht mit dem weichen Mund [OelfkenTraum193]
2.
nicht energisch, leicht innerlich bewegt, ergriffen
Beispiele:
er hat ein weiches Gemüt, Herz
eine weiche Regung haben
die Erinnerung stimmte ihn weich
mir wurde ganz weich ums Herz
umgangssprachlich nur nicht weich werden! (= nur nicht nachgeben!)
umgangssprachlich allmählich ist sie weich (= zum Nachgeben bereit) geworden
Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte [H. MannUntertan4,5]
das erste weiche Wort im Munde meines Vaters [E. WeißVerschwender20]
Weich gemacht durch das Unglück, das ihn selbst betroffen [Th. MannBuddenbrooks1,226]
3.
mild, nicht rau
Beispiele:
ein weicher Wind
die Luft war weich
das weiche Klima begünstigt den Anbau empfindlicher Pflanzen
4.
warm klingend, wohlklingend
Beispiele:
der schöne weiche Ton dieses Instrumentes
die Geige hat einen weichen Klang
sein Bogenstrich ist weich, biegsam und sehr geläufig [Tageszeitung1957]
Josefines Stimme wurde beinahe weich und bittend [NablOrtliebsche Frauen431]
5.
Sonderbedeutungen
Beispiele:
weiches (= wenig Kalk enthaltendes, zum Waschen gut geeignetes) Wasser
die Raumsonde ist (auf der Erde, dem Mond) weich gelandet, niedergegangen (= ist gelandet, ohne zu zerschellen)
die weiche Landung eines Raumschiffs
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weich · weichen1 · Weiche1 · erweichen · weichlich · Weichtier
weich Adj. ‘nicht hart, nachgebend, biegsam, kraftlos, zart’, ahd. weih (8. Jh.), mhd. weich, asächs. mnd. wēk, mnl. weec, nl. week, aengl. wāc (engl. weak aus dem Anord.), anord. veikr, schwed. vek (germ. *waika-) ist wie das unter ↗weichen (s. d.) behandelte Verb an ie. *u̯eig- ‘biegen, winden, sich wenden, weichen’ anzuschließen. Als Ausgangsbedeutung ist ‘biegsam, nachgebend’ anzusetzen. weichen1 Vb. ‘weich machen oder werden’, ahd. weihhen ‘weich machen’ (um 800, giweihhen, 8. Jh.), weihhēn (10. Jh.), weihhōn (um 1100) ‘weich werden’, mhd. weichen ‘weich machen oder werden’. Weiche1 f. ‘Zustand des Weichseins, Weichheit’, ahd. weihhī (8. Jh.), mhd. weiche. In konkretem Gebrauch auch ‘weiche Stelle des Körpers’ (15. Jh.), in medizinischen Texten des 16. Jhs. ‘Flanke, knochenlose, weiche Körperstelle zwischen der untersten Rippe und dem Hüftknochen’ (oft pluralisch, seit Ende 16. Jh.), auch gelegentlich ‘Taille’ (16. Jh.). erweichen Vb. ‘weich machen, werden’, ahd. irweihhēn (9. Jh.), mhd. erweichen. weichlich Adj. ‘in ungehöriger, unerwünschter Art weich’ (15. Jh. in diesem Sinne zuerst mnd. wēklīk, dann md., 16. Jh.), ‘ohne innere Widerstandskraft, kraft- und energielos, verzärtelt’ (Mitte 17. Jh.), ‘willensschwach’ (19. Jh.); zunächst als Adverb zum Adjektiv weich gebildet, vgl. mhd. weichlīche ‘auf weiche, milde Weise, verweichlicht’. Weichtier n. skelettloses Tier mit weicher Körperdecke, oft mit äußerer Kalkschale, besonders Schnecken, Muscheln, Tintenfische (1. Hälfte 19. Jh.), Übersetzung von zoolog.-lat. Mollusca Plur. (Cuvier 1812, im weiteren Sinne, auch Würmer umfassend, bereits Linné 1758), nach lat. molluscus ‘recht weich’ (vgl. mollusca nux ‘Nuß mit weicher, dünner Schale’), Weiterbildung zu lat. mollis ‘weich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
biegsam · ↗gefügig · weich
Synonymgruppe
breiig · ↗matschig · ↗pastös · weich  ●  hochviskos  fachspr. · ↗viskos  fachspr.
Synonymgruppe
friedlich · ↗glimpflich · ↗harmlos · ↗mild · ↗sanft · weich
Synonymgruppe
flaumig · ↗flauschig · flauschweich · ↗samten · ↗samtig · ↗samtweich · ↗sanft · ↗schwammig · ↗soft · weich · ↗wollig  ●  ↗fluffig  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
empfindlich · ↗feinfühlend · ↗feinfühlig · weich · ↗zart · ↗zartfühlend
Assoziationen
Antonyme
  • weich
Synonymgruppe
(jemandes) Prinzesschen · ↗(jemandes) Prinzessin · ↗mimosenhaft · verhätschelt · verweichlicht · ↗verwöhnt · verzogen · verzärtelt · weich · ↗weichlich · ↗zimperlich  ●  ohne Biss  ugs. · verpimpelt  ugs., regional
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Butter Droge Faktor Fell Gesichtszug Kern Kissen Klang Knie Kontur Landung Leder Leiste Polster Sand Schnee Sessel Standortfaktor Teppich Tuch Untergrund Welle anfühlen fließend gepolstert geschmeidig gespült hart kochen warm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie war nicht bereit, aus harten Rändern weiche zu machen.
Die Welt, 13.10.2005
Aber ist sie mal auseinandergenommen, wird das Material geradezu weich, manchmal sogar elastisch.
Der Tagesspiegel, 07.06.2003
Der rechte Arm bleibt auf einem weichen Kissen gelagert, so daß er ihn bald vorsichtig bewegen kann.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 182
Gefallen hat mir an ihm, das weiß ich noch, die weiche Art.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 149
Er glaubt nämlich, hier eine weiche Stelle gefunden zu haben.
o. A.: Erster Mai in Ost-Berlin und West-Berlin, 01.05.1959, S. 43
Zitationshilfe
„weich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weich>, abgerufen am 22.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Weibsvolk
Weibstück
Weibsstück
Weibsperson
Weibsleute
weich behaart
weich beschuht
weich gekocht
weich spülen
weichbehaart