weichlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungweich-lich
Wortzerlegungweich-lich
Wortbildung mit ›weichlich‹ als Erstglied: ↗Weichlichkeit
eWDG, 1977

Bedeutung

abwertend
1.
verweichlicht, verzärtelt
Beispiel:
er ist zu weichlich, um diesen Anstrengungen gewachsen zu sein
2.
ohne die nötige innere Festigkeit, energielos
Beispiele:
ein weichlicher Mensch
ein weichliches Gemüt, weichlicher Charakter
eine weichliche Haltung einnehmen
er hat eine weichliche Natur
aus Sentimentalität entstanden
Beispiel:
weichliches Mitleid, Erbarmen, weichliche Milde, Nachsicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weich · weichen1 · Weiche1 · erweichen · weichlich · Weichtier
weich Adj. ‘nicht hart, nachgebend, biegsam, kraftlos, zart’, ahd. weih (8. Jh.), mhd. weich, asächs. mnd. wēk, mnl. weec, nl. week, aengl. wāc (engl. weak aus dem Anord.), anord. veikr, schwed. vek (germ. *waika-) ist wie das unter ↗weichen (s. d.) behandelte Verb an ie. *u̯eig- ‘biegen, winden, sich wenden, weichen’ anzuschließen. Als Ausgangsbedeutung ist ‘biegsam, nachgebend’ anzusetzen. weichen1 Vb. ‘weich machen oder werden’, ahd. weihhen ‘weich machen’ (um 800, giweihhen, 8. Jh.), weihhēn (10. Jh.), weihhōn (um 1100) ‘weich werden’, mhd. weichen ‘weich machen oder werden’. Weiche1 f. ‘Zustand des Weichseins, Weichheit’, ahd. weihhī (8. Jh.), mhd. weiche. In konkretem Gebrauch auch ‘weiche Stelle des Körpers’ (15. Jh.), in medizinischen Texten des 16. Jhs. ‘Flanke, knochenlose, weiche Körperstelle zwischen der untersten Rippe und dem Hüftknochen’ (oft pluralisch, seit Ende 16. Jh.), auch gelegentlich ‘Taille’ (16. Jh.). erweichen Vb. ‘weich machen, werden’, ahd. irweihhēn (9. Jh.), mhd. erweichen. weichlich Adj. ‘in ungehöriger, unerwünschter Art weich’ (15. Jh. in diesem Sinne zuerst mnd. wēklīk, dann md., 16. Jh.), ‘ohne innere Widerstandskraft, kraft- und energielos, verzärtelt’ (Mitte 17. Jh.), ‘willensschwach’ (19. Jh.); zunächst als Adverb zum Adjektiv weich gebildet, vgl. mhd. weichlīche ‘auf weiche, milde Weise, verweichlicht’. Weichtier n. skelettloses Tier mit weicher Körperdecke, oft mit äußerer Kalkschale, besonders Schnecken, Muscheln, Tintenfische (1. Hälfte 19. Jh.), Übersetzung von zoolog.-lat. Mollusca Plur. (Cuvier 1812, im weiteren Sinne, auch Würmer umfassend, bereits Linné 1758), nach lat. molluscus ‘recht weich’ (vgl. mollusca nux ‘Nuß mit weicher, dünner Schale’), Weiterbildung zu lat. mollis ‘weich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
mit abgespreiztem kleinen Finger · ↗unmännlich · ↗weibisch · weichlich  ●  kein echter Kerl  ugs. · keinen Mumm in den Knochen haben  ugs. · ↗tuntenhaft  ugs. · ↗tuntig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandes) Prinzesschen · ↗(jemandes) Prinzessin · ↗mimosenhaft · verhätschelt · verweichlicht · ↗verwöhnt · verzogen · verzärtelt · weich · weichlich · ↗zimperlich  ●  ohne Biss  ugs. · verpimpelt  ugs., regional
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Symptomatisch hierfür ist der seit den zwanziger Jahren auftretende weichliche Typ des Mannes.
Die Zeit, 18.12.1970, Nr. 51
Ich weiß jetzt, daß das eine sehr alberne Rede war, töricht und weichlich.
Morris, Gerda: Brigitte wehrt sich, Düsseldorf: Iltis 1952, S. 235
Wir treiben im Deutschen Reich eine viel zu süßliche und weichliche Politik.
Friedländer, Hugo: Der Beleidigungsprozeß des Berliner Stadtkommandanten, Generalleutnant z.D. Graf Kuno von Moltke gegen den Herausgeber der »Zukunft« Maximilian Harden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4214
Die weichliche Melodik seiner Werke paart sich mit einem ausgesprochenen Sinn für malerische Wirkungen.
Langner, Thomas-M.: Rungenhagen. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 30718
Doch schließlich, gesteht der ehemals so kämpferische Bürgerrechtler, war es ihm wichtiger, im Kampf gegen den Terrorismus nicht als zu weichlich zu erscheinen.
Die Welt, 29.09.2001
Zitationshilfe
„weichlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weichlich>, abgerufen am 15.10.2019.

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