Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

weidlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung weid-lich
Wortzerlegung weid- -lich
eWDG

Bedeutung

gründlich, tüchtig, gehörig
Beispiele:
jmdn. weidlich ausschimpfen, auslachen, verspotten
sich weidlich über jmdn. lustig machen, amüsieren
sich weidlich mit etw. abquälen, plagen
etw. weidlich ausnutzen, auskosten
jmdn. weidlich verprügeln
veraltendsich weidlich über etw. freuen, an etw. ergötzen
veraltendwo er nun … mit der Mutter und Therese weidlich plaudern und über seine Berliner Eindrücke berichten wollte [ FontaneI 4,31]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weidlich Adj. ‘gründlich, tüchtig, in hohem, gehörigem Maße’, ahd. weidalīh ‘zur Jagd gehörig’ (um 800), mhd. weide(n)lich ‘jägermäßig, jagdgerecht, frisch, keck, tüchtig, ausgezeichnet, stattlich, schön’, mnd. weide-, wēdelīk ‘jägermäßig, stattlich, schön’ steht als Adjektivbildung zu ahd. weidōn, weidanōn ‘Futter suchen, jagen’ (9. Jh.), mhd. weiden, weidenen, abgeleitet von dem unter Weide2 (s. d.) behandelten Substantiv. Als Ausgangsbedeutung für das Adjektiv ist ‘jagdgerecht, jägermäßig’ anzusetzen, woraus sich bereits in mhd. Zeit ‘frisch, tüchtig’ (wie ein Jäger) und ‘stattlich, schön’ (auch von Frauen) entwickelt. Die Gebrauchshäufigkeit des Wortes geht im 17. Jh. zurück; doch nach 1800 gewinnt weidlich in der Literatursprache wieder an Verbreitung, besonders in adverbieller Funktion, die bis heute vorherrschend ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
gehörig · gründlich · von vorne bis hinten  ●  nach allen Regeln der Kunst  fig. · (aber) so was von  ugs., salopp, Spruch · ... (und / aber) frag nicht nach Sonnenschein!  ugs., Spruch · ganz schön  ugs. · nach Strich und Faden  ugs. · weidlich  geh., veraltend · wo man dabeisteht  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›weidlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weidlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›weidlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immerhin aber haben sich in dem jetzt veröffentlichten Report über 7000 Männer weidlich ausgelassen. [Die Zeit, 26.06.1981, Nr. 27]
Man stimmt in allem mit dem neuen Partner überein und kostet diese Übereinstimmung weidlich aus. [Die Zeit, 12.11.2012, Nr. 46]
Zumindest lässt sich das so behaupten und auch weidlich ausschlachten. [Die Welt, 09.06.2004]
Und die den Zustand klug erkennenden Schneider nutzen die Opfer weidlich aus. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 03.03.1911]
Man wertet die Fälle, in denen Beschwerden der Arbeiter zu Korrekturen geführt haben, für Propagandazwecke weidlich aus. [Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 187]
Zitationshilfe
„weidlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weidlich>.

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