weidwund

Alternative Schreibungwaidwund
GrammatikAdjektiv
Worttrennungweid-wund ● waid-wund
Wortzerlegungweid-wund
eWDG, 1977

Bedeutung

Jägersprache krankgeschossen, todwund
Beispiele:
einen Hirsch weidwund schießen
ein weidwund geschossenes Stück Wild
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eingeweide · ausweiden · weidwund
Eingeweide n. meist Plur., ‘alle inneren Organe der Bauch- und Brusthöhle’. Das Wort kommt nur im Dt. vor, mhd. frühnhd. ingeweide, verdeutlichend neben mhd. geweide; nhd. Geweide vereinzelt noch bis in die neuere Zeit, bei Luther stets Eingeweide. Allgemein wird Herkunft aus der Jägersprache angenommen, da die Innereien des erlegten Wildes den Hunden zum Fraß vorgeworfen werden. Verwandtschaft mit ↗Weide2 ‘Futter, Weideplatz’ (s. d.) ist daher möglich. Doch begegnet bereits mhd. ingeweide auch für die inneren Organe des Menschen. Vielleicht ist Eingeweide besser als ‘das Gewundene, das Geschlinge’ aufzufassen, mit ↗Weide1 ‘Weidenbaum’ (s. d.) zu verbinden und mit lat. vīscera Plur. ‘Eingeweide’ an die Wurzel ie. *u̯ei- ‘drehen, biegen, winden’ anzuschließen. Vgl. Fowkes in: JEGP 52 (1953) 96 ff. und Pokorny 1, 1122. ausweiden Vb. ‘die Eingeweide eines erlegten Tieres herausnehmen’, spätmhd. ūʒweiden bzw. gleichbed. mhd. weiden. weidwund Adj. ‘krankgeschossen, im Eingeweide verletzt’ (15. bis 18. Jh. vom Menschen, seit Anfang 18. Jh. vom Wild).

Typische Verbindungen zu ›weidwund‹, ›waidwund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tier geschossen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weidwund‹.

Verwendungsbeispiele für ›weidwund‹, ›waidwund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von dieser schwachen Opposition oder gar von ein paar Journalisten wollte man sich seinen Ministerpräsidenten nicht weidwund schießen lassen.
Die Zeit, 08.02.1993, Nr. 06
Ich habe jahrelang nur geschrien, bin in der Wohnung gesessen und habe geschrien wie ein weidwundes Tier.
Die Zeit, 30.09.1988, Nr. 40
Dennoch wundert mich Ihre Überzeugung, Sozialdemokraten würden von allen Seiten nach dem weidwunden Ex-Kanzler schnappen.
Die Welt, 28.12.1999
Als er vom Arzt kam, sah er mich nur an, waidwund sozusagen.
Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 219
Mit waidwundem Ausdruck trägt Anneliese die Sektflasche wieder in den Keller.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 132
Zitationshilfe
„weidwund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weidwund>, abgerufen am 10.04.2020.

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