weigern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwei-gern
Wortbildung mit ›weigern‹ als Erstglied: ↗Weigerung  ·  mit ›weigern‹ als Letztglied: ↗verweigern  ·  formal verwandt mit: ↗unweigerlich

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨sich weigern⟩ es ablehnen, etw. Bestimmtes zu tun
    1. [veraltet] ...
  2. 2. [veraltet] ⟨jmdm. etw. weigern⟩ jmdm. etw. verweigern
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
sich weigernes ablehnen, etw. Bestimmtes zu tun
Beispiele:
er hat sich geweigert, das Geld anzunehmen, mitzukommen, den Befehl, Auftrag auszuführen
sich entschieden, beharrlich weigern, an etw. teilzunehmen
er weigerte sich heftig, standhaft, hartnäckig
du kannst dich nicht länger weigern
warum hast du dich zuerst so geweigert?
sich vergeblich weigern
Als Martin sich mit Entschiedenheit weigerte, nannte ihn der Vater einen erbärmlichen Feigling [WelkHeiden283]
veraltet
Grammatik: mit Genitiv
Beispiel:
Sogar die Berliner Bürger weigerten sich des Kriegsdienstes (= verweigerten den Kriegsdienst) [MehringLessing-Legende123]
2.
veraltet jmdm. etw. weigernjmdm. etw. verweigern
Beispiele:
die Verlassene weigert dem Werber ihre Hand [HardenKöpfe284]
Es ist / Die erste Bitte, die ich an ihn wage. / Er kann sie mir nicht weigern (= abschlagen) [SchillerCarlosI 7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weigern · Weigerung
weigern Vb. ‘ablehnen, etw. zu tun’ (heute reflexiv), ahd. weigarōn (um 1000), mhd. weiger(e)n ‘sich widersetzen, widerstreben, ablehnen’, mnd. wei(g)eren, wēgeren, mnl. weigheren, wēgheren, nl. weigeren (die nd. nl. Formen mit -ei- stehen vielleicht unter hd. Einfluß), afries. wēgeria, weigeria (germ. *waigarōn) ist von dem mit r-Suffix gebildeten Adjektiv ahd. weigar ‘halsstarrig, vermessen, verwegen, trotzig, widerstrebend’ (11. Jh.), vgl. mhd. weigerlīchen Adv. ‘stolz, stattlich, sich widersetzend, verteidigend’, mnl. weigher, wēgher ‘halsstarrig, sparsam’, nl. (fläm.) weiger, wēger ‘übertrieben sparsam’ (germ. *waigara-) abgeleitet. Dieses verbindet man mit ahd. wīgan (um 800), mhd. wīgen ‘streiten, kämpfen’, aengl. wīgan, anord. vega ‘kämpfen, töten, rächen’ sowie (durch grammatischen Wechsel unterschieden) ahd. wīhan ‘zerkämpfen’ (9. Jh.), mhd. wīhen ‘schwächen, erschöpfen, vernichten’, got. weihan ‘kämpfen’ und außergerm. mit lat. vincere ‘die Oberhand erlangen, siegen, bezwingen’, pervicāx ‘fest beharrend, hartnäckig’, air. fichid ‘kämpft’, lit. veĩkti ‘machen, tun, arbeiten, ausführen’, aslaw. věkь, russ. vek (век) ‘Ewigkeit, Jahrhundert’, so daß von der Wurzel ie. *u̯eik- ‘energische, besonders feindselige Kraftäußerung, kämpfen, bezwingen’ ausgegangen werden kann. Weigerung f. ‘Ablehnung einer Forderung, Widersetzlichkeit’ (Mitte 15. Jh., vgl. mnd. weigeringe, 1. Hälfte 15. Jh.), rechtssprachlich ‘Appellation’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) ablehnen · ↗(etwas) verschmähen · ↗(etwas) zurückweisen · (meine) Antwort ist nein · ↗(sich einer Sache) verweigern · (sich) weigern (zu) · ↗ausschlagen (Angebot) · negativ reagieren · nicht eingehen (auf etwas) · nichts wissen wollen von  ●  abschlägig bescheiden (Antrag)  Amtsdeutsch · nicht zur Verfügung stehen (für)  geh.
Assoziationen
  • verletzen  ●  auf den Schlips treten  fig. · ↗brüskieren  geh. · ↗düpieren  geh. · vor den Kopf stoßen  ugs., fig.
  • ganz bestimmt nicht tun · nicht wollen  ●  (etwas) fällt mir im Traum nicht ein  ugs. · (etwas) würde mir im Traum nicht einfallen  ugs. · den Teufel werd' ich tun (und ...)  ugs. · ich denke nicht daran!  ugs. · ich hab was Besseres zu tun (als)  ugs. · ich werd(e) den Teufel tun (und ...)  ugs. · ich werde mich hüten (zu / und ...)  ugs.
  • gering achten · ↗geringschätzen · geringschätzig behandeln · ↗herabblicken (auf) · herabschauen (auf) · ↗herabsehen (auf) · ↗hinunterblicken (auf) · ↗hinunterschauen (auf) · nichts halten von · ↗verachten · von oben herab behandeln · wenig halten von  ●  in den Staub treten  fig. · mit Füßen treten  fig. · (die) Anerkennung verweigern  geh.
  • besseres zu tun haben · keine Zeit haben (für)  ●  (jemandem ist seine) Zeit zu schade (für)  ugs. · seine Zeit nicht gestohlen haben  ugs., fig.

Typische Verbindungen zu ›weigern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weigern‹.

Verwendungsbeispiele für ›weigern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Versicherung weigerte sich allerdings, die 17000 Dollar für die Operation zu zahlen, da sie nicht medizinisch begründet gewesen sei.
Die Zeit, 22.12.2008, Nr. 51
Von 14 befragten Unternehmen weigerten sich zwar zwei zu antworten.
Der Tagesspiegel, 21.12.2004
Der Graf weigert sich, den jungen Mann als Sohn anzuerkennen.
Fath, Rolf: Rollen - R. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 16915
Und ich weigere mich, nach Hause zu fliegen, bevor diese Arbeit getan ist.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 461
Nach dem Tode meines Vaters weigerte ich mich zu bezahlen.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 30302
Zitationshilfe
„weigern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weigern>, abgerufen am 29.03.2020.

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