weil

GrammatikKonjunktion (leitet einen kausalen Gliedsatz ein)
Aussprache
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
»weil« wird häufiger gebraucht als »da«
auf der Begründung liegt besonderer Nachdruck
Beispiele:
wir können nicht kommen, weil der Vater krank ist
weil Mathematik dir schwerfällt, musst du besonders gut aufpassen
im Hauptsatz wird durch Wörter wie »darum«, »deshalb«, »deswegen« auf den Begründungssatz hingewiesen; »weil« ist nicht durch »da« ersetzbar
Beispiel:
wir konnten deshalb nicht kommen, weil der Vater krank ist
2.
leitet die Antwort auf eine direkte Frage nach dem Grund oder der Ursache ein
»weil« kann nicht durch »da« ersetzt werden
Beispiele:
»warum bist du gestern nicht gekommen?« »Weil ich krank war«
»weshalb bist du zu spät gekommen?« »Weil ich die Straßenbahn verpasst habe«
3.
auf der Begründung liegt kein, zumindest kein besonderer Nachdruck
a)
»weil« kann durch »da« ersetzt werden
Beispiele:
die Zeitung ging ein, weil die Auflage zu niedrig war
die Mutter bestrafte das Kind, weil es gelogen hatte
b)
»weil« steht für üblicheres »da«
es wird die Begründung eines anderen referiert
Beispiel:
er sagte mir, er könne nicht mitkommen, weil er keine Zeit habe
im »weil«-Satz stehen Wörter wie »ja«, »doch«, »bekanntlich«
die Begründung wird als bekannt vorausgesetzt
Beispiele:
von dieser kleinen Ungenauigkeit kann man absehen, weil ja das Ergebnis davon nicht beeinflusst wird
das Kabel ist mit Gummi isoliert, weil Gummi elektrischen Strom bekanntlich nicht leitet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weil Konj. zur Angabe des Grundes, der Ursache. Die temporalen Fügungen ahd. thiu (h)wīla sō ‘so lange wie’, eigentlich ‘den Zeitraum als’ (11. Jh.), mhd. die wīle sō (auch al die wīle sō) ‘so lange wie, während’, mnd. de(r) wīle, al(le) de wīle, mnl. de wīle dat, aengl. þā hwīle þe enthalten den Akkusativ der Zeit des unter ↗Weile (s. d.) behandelten Substantivs. Im Dt. entwickelt sich durch Wegfall des satzanknüpfenden die Konjunktion mhd. die wīle ‘solange, während’, nhd. (all)dieweil und einfaches weil (seit 15. Jh.). Der vorerst weiter geläufige temporale Gebrauch tritt im 18. Jh. zurück. Heute herrschender kausaler Gebrauch kommt ebenfalls im Mhd. (14. Jh., erste Belege bei Tauler) auf in Sätzen, in denen die temporale Konjunktion zugleich begründende Funktion annimmt. Vgl. die ähnliche Entwicklung bei nl. wijl ‘da, weil’ und engl. while (nur temporal) ‘während’.

Thesaurus

Synonymgruppe
also · ↗da · da ja · da obendrein · ↗denn · ↗ergo · ↗indem · ↗insofern · ↗mithin · ↗nachdem · ↗nämlich · ↗wo  ●  weil  Hauptform · ↗alldieweil  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufgrund dessen · ↗um · weil
Zitationshilfe
„weil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weil>, abgerufen am 26.08.2019.

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