weinen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwei-nen
Wortbildung mit ›weinen‹ als Erstglied: ↗Weinerei · ↗Weinkrampf  ·  mit ›weinen‹ als Letztglied: ↗aufweinen · ↗ausweinen · ↗losweinen · ↗nachweinen · ↗vollweinen · ↗vorweinen
eWDG, 1977

Bedeutung

(aus Schmerz oder Trauer) Tränen vergießen
Beispiele:
bitterlich, laut, heftig, fassungslos weinen
er weinte still vor sich hin
sie brach in (hemmungsloses) Weinen aus
das Kind war dem Weinen nahe, verzog das Gesicht zum Weinen
das Weinen ist ihm näher als das Lachen
er wusste nicht, ob er weinen oder lachen sollte (= er war von zwiespältigen Gefühlen bewegt)
umgangssprachlich zum Steinerweichen (= herzzerreißend) weinen
umgangssprachlich sich [Dativ] die Augen rot, aus dem Kopf (= sehr) weinen
sie weinte bittere Tränen, Freudentränen
sie weinte vor Schmerz, Wut, Freude, Erschöpfung, aus Rührung
sie weinte in ihre, in beide Hände, in die Schürze (= hielt dabei ihre Hände, Schürze vor das Gesicht)
das Kind hat sich in den Schlaf geweint
umgangssprachlich Du armes Haserl wirst dich blind weinen [H. MannSchauspielerinI 4]
nach etw., jmdm. weinendurch Tränen (und Schluchzen) dem Verlangen nach etw., jmdm. Ausdruck geben
Beispiel:
das Baby weint nach seinem Fläschchen, seiner Mutter
über etw., jmdn. weinenseinem Schmerz über etw., jmdn. mit Tränen Ausdruck geben
Beispiel:
sie weinte über ihr Missgeschick, ihre Tochter
um einen Verstorbenen weinenum einen Verstorbenen trauern
Beispiel:
sie weint um ihre Mutter
übertragen
Beispiele:
er bemerkte es mit einem lachenden und einem weinenden Auge (= sowohl heiter, wie auch betrübt)
umgangssprachlich, scherzhaft sie ging leise weinend fort
dieser Schmutz, diese Unordnung, es ist zum Weinen! (= ist deprimierend, zum Verzweifeln!)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weinen · weinerlich
weinen Vb. ‘unter Tränen jammern’, ahd. weinōn (um 800), mhd. weinen, wēnen, mnd. mnl. wēnen, weinen, nl. wenen, aengl. wānian, anord. veina, schwed. (mundartlich) vena (germ. *wainōn) sind abgeleitet mit n-Infix von der Interjektion germ. *wai (s. ↗weh) wie vergleichbares lit. vaitóti ‘(weh)klagen, jammern, seufzen, stöhnen’ von (mundartlich) vaĩ, vái ‘weh(e)’, eigentlich also ‘weh schreien’. weinerlich Adj. ‘zum Weinen neigend, kläglich, betrübt’, zu Anfang des 16. Jhs. nach dem Vorbild von jämmerlich, lächerlich aus mhd. wein(e)lich ‘weinend, kläglich, betrübt’ erweitert. In der Literatursprache wird weinerlich durch Lessing als Übersetzung von gleichbed. frz. larmoyant üblich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Tränen vergießen · ↗jammern · ↗schluchzen · ↗schreien (Baby) · weinen (vor) · ↗wimmern  ●  weinen (über)  Hauptform · (sich) ein Tränchen verdrücken  ugs. · ↗barmen  geh., poetisch · ↗bläken  ugs., abwertend, regional · das heulende Elend haben  ugs. · ↗flennen  ugs., regional · ↗greinen  ugs. · ↗heulen  ugs. · leise weinend (in der Ecke)  ugs., floskelhaft · ↗plieren  ugs. · ↗plinsen  ugs., norddeutsch · ↗plärren  ugs., abwertend, regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (jemandem) schießen (die) Tränen in die Augen · (plötzlich) weinen müssen  ●  (das) heulende Elend bekommen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
krähen (Kind, Baby) · ↗schreien · weinen
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baby Freude Freudenträne Glück Grab Krokodilsträne Mama Mutter Rührung Schmerz Träne ausweinen beten bitterlich du flehen hemmungslos hinterher hinweinen jammern lachen leise manchmal mitweinen nachweinen schluchzen schreien umarmen weinen zittern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weinen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Plötzlich wird er leiser, flehender, er fängt an zu weinen.
Die Zeit, 24.11.2013, Nr. 48
Und in einem sehr gefühlvollen Film weine er auch gern einmal.
Die Welt, 04.08.2005
Als ich abends im Bett liege, kann ich plötzlich weinen.
Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 318
Er hätte es mir nicht sagen dürfen, und ich weine bitterlich.
Bachmann, Ingeborg: Malina, Gütersloh: Bertelsmann 1992 [1971], S. 137
Ich will nun nicht so viel von hier schreiben, sonst weinst Du darüber.
Brief von Unbekannt an Maria, Stalingrad Winter 1942/43. In: Letzte Briefe aus Stalingrad, Gütersloh: Bertelsmann 1954 [1943]
Zitationshilfe
„weinen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weinen>, abgerufen am 13.11.2018.

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