weisen

Grammatik Verb · weist, wies, hat gewiesen
Aussprache 
Worttrennung wei-sen
Wortbildung  mit ›weisen‹ als Erstglied: Weiser · Weisung  ·  mit ›weisen‹ als Letztglied: abweisen · anweisen · aufweisen · ausweisen · beweisen · darweisen · einweisen · erweisen · heimweisen · hinaufweisen · hinausweisen · hinweisen · nachweisen · unterweisen · verweisen · vorausweisen · vorweisen · vorwärtsweisen · wegweisen · zurechtweisen · zurückweisen · zuweisen · überweisen
 ·  mit ›weisen‹ als Binnenglied: Handweiser · Jahresweiser · Sachweiser · Wegweiser · bahnweisend · richtungsweisend · richtungweisend · wegweisend · zukunftsweisend · zukunftweisend

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨irgendwohin weisen⟩ irgendwohin zeigen, deuten
    1. ⟨jmdm. etw. weisen⟩ jmdm. etw. zeigen
    2. [bildlich] ⟨jmdm. die Tür weisen⟩ jmdn. scharf auffordern zu gehen, hinausweisen
    3. ...
  2. 2. ⟨jmdn. irgendwohin weisen⟩ jmdn. veranlassen, irgendwohin zu gehen
    1. [übertragen] ...
  3. 3. [veraltend] ⟨etw. wird sich weisen⟩ etw. wird sich zeigen, erweisen
eWDG

Bedeutungen

1.
irgendwohin weisenirgendwohin zeigen, deuten
Beispiele:
er wies (mit dem Finger) in die Ferne
diese Figur mit dem mahnend aufwärts weisenden Finger
er weist in die entgegengesetzte Richtung
Plötzlich jedoch kehrte er sich auf dem Absatz um und wies gegen den Monte Sant' Angelo [ AndresLiebesschaukel28]
jmdm. etw. weisenjmdm. etw. zeigen
Beispiel:
er wies ihr den Weg zum Markt, zum Büro des Direktors
bildlich jmdm. die Tür weisenjmdn. scharf auffordern zu gehen, hinausweisen
Beispiel:
Wenn dein Freund … noch einmal in unser Haus kommt, dann weise ich ihm die Tür [ WelkGrambauer376]
übertragen
Beispiel:
er hatte selbst den besten Weg gewiesen (= auf die beste Möglichkeit aufmerksam gemacht, hingewiesen), ganz frei von ihm zu werden [ JahnnHolzschiff137]
2.
jmdn. irgendwohin weisenjmdn. veranlassen, irgendwohin zu gehen
Beispiel:
er wies die lärmenden Kinder aus dem Zimmer
übertragen
Beispiel:
er wurde von der Schule gewiesen
etw. von sich weisenetw. ablehnen
Beispiele:
er hat dieses Ansinnen (weit) von sich gewiesen
wegen ihrer angegriffenen Gesundheit musste sie alle Mehrbelastungen von sich weisen
sein Vorschlag ist nicht von der Hand zu weisen (= erscheint vernünftig)
jmdn. in seine Schranken weisenjmdn. zur Mäßigung ermahnen
Beispiele:
er wies die Kinder zur Ruhe, Ordnung
Nicht einmal Effi wagte er schroff in ihre Schranken zu weisen [ H. Mann9,363]
3.
veraltend etw. wird sich weisenetw. wird sich zeigen, erweisen
Beispiel:
es wird sich weisen, ob er es ernst gemeint hat
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weisen · einweisen · unterweisen
weisen Vb. ‘zeigen, führen, belehren’, ahd. wīsen ‘führen, einladen, (ein)berufen, auffordern, bringen, ausführen’ (9. Jh.), mhd. wīsen ‘belehren, unterrichten, wissen lassen, (an)zeigen, kundtun, dartun, beweisen, führen, leiten, warnen’, asächs. wīsian ‘zeigen, verkünden’, mnd. wīsen ‘zeigen, anweisen’, aengl. wīsan, wīsian, mnl. wīsen, nl. wijzen ‘weisen, zeigen’, anord. vīsa ‘weisen, hinzeigen’, schwed. visa ist als Faktitivum von dem unter weise (s. d.) dargestellten Adjektiv abgeleitet und bedeutet eigentlich ‘wissend machen’. Das ursprünglich schwach flektierende Verb geht im Mhd. vereinzelt, seit dem 16. Jh. deutlich zur starken Flexion über. einweisen Vb. ‘in etw. einführen, anleiten’ (16. Jh.). unterweisen Vb. ‘belehren, unterrichten’, mhd. underwīsen ‘zurechtweisen, anweisen, belehren’. S. auch ausweisen, verweisen2.

Thesaurus

Synonymgruppe
deuten · weisen · zeigen

Typische Verbindungen zu ›weisen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weisen‹.

Verwendungsbeispiele für ›weisen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ansonsten wies diese einzelne linke Hand auf einen Mann von vierzig bis fünfzig Jahren. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 50]
Erregt wies sie mit dem Arm in die Richtung der Stadt. [Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 22]
Wie lange weist es in uns immer nur nach vorwärts? [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 187]
Sie ist mit 18 Jahren ebenso weise wie mit 48. [Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 158]
Gänzlich von der Hand zu weisen waren diese Bedenken nicht. [Die Zeit, 11.03.1999, Nr. 11]
Zitationshilfe
„weisen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weisen>.

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