Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

weiten

Grammatik Verb · weitet, weitete, hat geweitet
Aussprache 
Worttrennung wei-ten
Wortbildung  mit ›weiten‹ als Letztglied: angstgeweitet · ausweiten · schreckgeweitet

Bedeutungsübersicht+

  1. etw. dehnen, weiter machen, etw. erweitern
    1. [übertragen] ...
    2. ⟨etw. weitet sich⟩ etw. wird weiter, erweitert sich
    3. [bildlich] ...
    4. [übertragen] ...
eWDG

Bedeutung

etw. dehnen, weiter machen, etw. erweitern
Beispiele:
er musste sich [Dativ] die Schuhe weiten lassen
mit schreckhaft geweiteten Augen starrte er ihn an
die Frau des Gutsvogtes, deren Blusen Lena […] noch immer weiten mußte [ StrittmatterWundertäter19]
übertragen
Beispiele:
dieser Lehrer sah seine Aufgabe darin, Interessen zu wecken und den Horizont zu weiten
Friedrich Kraus hat unseren Blick geweitet, er hat uns Ärzte biologisch denken gelehrt [ BrugschArzt245]
etw. weitet sichetw. wird weiter, erweitert sich
Beispiele:
seine Augen, Pupillen weiteten sich vor Erstaunen, Schreck, Angst
die Havel weitet sich auf ihrem Weg zur Elbe mehrfach zu Seen
bildlich
Beispiele:
der ursprünglich geplante Aufsatz weitete sich ihm unter der Hand zu einer längeren Abhandlung (= gewann den Umfang einer längeren Abhandlung)
Marie bekam Heimweh, sobald sich der Himmel weitete (= sobald es klar wurde, sich die Bewölkung am Himmel auflöste) [ SeghersDie Toten6,239]
übertragen
Beispiel:
durch seine Tätigkeit, durch zahlreiche Reisen hatte sich sein Horizont, sein Blick geweitet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weit · Weite · weiten · weitern · erweitern
weit Adj. ‘räumlich ausgedehnt’, ahd. (9. Jh.), mhd. wīt ‘von großer Ausdehnung’, asächs. aengl. wīd, mnd. wīde, engl. wide, mnl. wijt, nl. wijd, anord. vīðr, schwed. vid, germ. *wīda- wird am besten aus ie. *u̯i-ito- ‘auseinandergegangen’ erklärt, bestehend aus der Wurzel ie. *u̯ī̌- ‘auseinander’ (s. wider) und einer to-Ableitung von der unter eilen (s. d.) genannten Wurzel ie. *ei- ‘gehen’. Vergleichbar sind awest. vītay- (aus *vī-itay-) ‘das Weggehen’, wohl auch lat. vītāre ‘(ver)meiden, ausweichen’ (aus *vi-itō ‘gehe aus dem Wege’). Weite f. ‘räumliche Ausdehnung’, ahd. wītī (9. Jh.), mhd. wīte ‘Weite, Breite, weiter Raum oder Umfang, weites offenes Feld’. weiten Vb. ‘weiter machen, vergrößern’, ahd. (Hs. 12. Jh.), mhd. wīten, faktitive Bildung zum Adjektiv. Dazu das (heute kaum noch übliche) Iterativum weitern Vb. ‘weiter machen, vergrößern, ausdehnen’, mhd. wītern ‘weiter werden oder machen’; heute erweitern Vb. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufweiten · ausdehnen · ausweiten · breiter machen · dehnen · erweitern · spreizen · vergrößern · weiten  ●  expandieren  physikalisch, technisch · extendieren  veraltet
Synonymgruppe
(sich) weiten · ausweiten
Synonymgruppe
(sich) weiten · schlaff werden · unelastisch werden  ●  ausleiern (Gummi)  Hauptform · erschlaffen  geh. · keinen Zug mehr haben  ugs. · schlapp werden  ugs.

Typische Verbindungen zu ›weiten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weiten‹.

Verwendungsbeispiele für ›weiten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mal hatte sie geblinzelt, mal hatten sich ihre Augen geweitet. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 643]
Wir haben einige Überholmöglichkeiten, dabei aber die Kurven nach innen geweitet. [Die Zeit, 26.10.2011 (online)]
Was von außen streng gefasst erscheint, weitet sich innen zu großartiger Offenheit. [Die Zeit, 31.03.2008, Nr. 13]
So weitet sich das Feld, auf dem die Lösung des Problems gefunden werden kann. [Die Zeit, 05.11.1965, Nr. 45]
Öffnet sich jedoch das Tor, so weitet sich der Raum. [Süddeutsche Zeitung, 24.11.2004]
Zitationshilfe
„weiten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weiten>.

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