weiten

GrammatikVerb · weitete, hat geweitet
Aussprache
Worttrennungwei-ten
Wortbildung mit ›weiten‹ als Letztglied: ↗angstgeweitet · ↗ausweiten · ↗schreckgeweitet
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. dehnen, weiter machen, etw. erweitern
Beispiele:
er musste sich [Dativ] die Schuhe weiten lassen
mit schreckhaft geweiteten Augen starrte er ihn an
die Frau des Gutsvogtes, deren Blusen Lena ... noch immer weiten mußte [StrittmatterWundertäter19]
übertragen
Beispiele:
dieser Lehrer sah seine Aufgabe darin, Interessen zu wecken und den Horizont zu weiten
Friedrich Kraus hat unseren Blick geweitet, er hat uns Ärzte biologisch denken gelehrt [BrugschArzt245]
etw. weitet sichetw. wird weiter, erweitert sich
Beispiele:
seine Augen, Pupillen weiteten sich vor Erstaunen, Schreck, Angst
die Havel weitet sich auf ihrem Weg zur Elbe mehrfach zu Seen
bildlich
Beispiele:
der ursprünglich geplante Aufsatz weitete sich ihm unter der Hand zu einer längeren Abhandlung (= gewann den Umfang einer längeren Abhandlung)
Marie bekam Heimweh, sobald sich der Himmel weitete (= sobald es klar wurde, sich die Bewölkung am Himmel auflöste) [SeghersDie Toten6,239]
übertragen
Beispiel:
durch seine Tätigkeit, durch zahlreiche Reisen hatte sich sein Horizont, sein Blick geweitet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

weit · Weite · weiten · weitern · erweitern
weit Adj. ‘räumlich ausgedehnt’, ahd. (9. Jh.), mhd. wīt ‘von großer Ausdehnung’, asächs. aengl. wīd, mnd. wīde, engl. wide, mnl. wijt, nl. wijd, anord. vīðr, schwed. vid, germ. *wīda- wird am besten aus ie. *u̯i-ito- ‘auseinandergegangen’ erklärt, bestehend aus der Wurzel ie. *u̯ī̌- ‘auseinander’ (s. ↗wider) und einer to-Ableitung von der unter ↗eilen (s. d.) genannten Wurzel ie. *ei- ‘gehen’. Vergleichbar sind awest. vītay- (aus *vī-itay-) ‘das Weggehen’, wohl auch lat. vītāre ‘(ver)meiden, ausweichen’ (aus *vi-itō ‘gehe aus dem Wege’). Weite f. ‘räumliche Ausdehnung’, ahd. wītī (9. Jh.), mhd. wīte ‘Weite, Breite, weiter Raum oder Umfang, weites offenes Feld’. weiten Vb. ‘weiter machen, vergrößern’, ahd. (Hs. 12. Jh.), mhd. wīten, faktitive Bildung zum Adjektiv. Dazu das (heute kaum noch übliche) Iterativum weitern Vb. ‘weiter machen, vergrößern, ausdehnen’, mhd. wītern ‘weiter werden oder machen’; heute erweitern Vb. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufweiten · ↗ausdehnen · ↗ausweiten · breiter machen · ↗dehnen · ↗erweitern · ↗expandieren · ↗extendieren · ↗spreizen · ↗vergrößern · weiten  ●  ↗ausleiern  ugs.
Synonymgruppe
(sich) weiten · ↗ausweiten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ader Arterie Ballon Blick Blickfeld Blickwinkel Blutgefäß Brustkorb Gefäß Gesichtsfeld Gesichtskreis Hellersdorfer Herzkranzgefäß Horizont Kluft Lunge Nadelöhr Nasenflügel Panorama Pupille Schere Schkeuditzer Tal Unendliche aufweiten aus ausweiten hinaus unversehens verengen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weiten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mal hatte sie geblinzelt, mal hatten sich ihre Augen geweitet.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 643
Diese Erfahrung weitet sich beim Konzert zum vielfältigen musikalischen Erlebnis.
Die Welt, 02.05.2001
Weil nur vier der fünf Portrait Rennen gewertet werden, verzichtet manch anderer allerdings auf die weite Anreise.
Der Tagesspiegel, 03.08.2000
Ein kleiner Bach fließt hindurch und weitet sich zu einem See.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 63
Die harten Teile des Specks blieben einem zwischen den Zähnen stecken, das weitete sie.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 38
Zitationshilfe
„weiten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weiten>, abgerufen am 17.09.2019.

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