weitschweifig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung weit-schwei-fig
formal verwandt mitSchweif
Wortbildung  mit ›weitschweifig‹ als Erstglied: Weitschweifigkeit
eWDG

Bedeutung

sehr ausführlich, wortreich und umständlich
Beispiele:
es gab eine weitschweifige Diskussion
er hat die Sache viel zu weitschweifig vorgetragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schweifen · abschweifen · ausschweifen · ausschweifend · Ausschweifung · weitschweifig
schweifen Vb. ‘herumstreifen, umherziehen, -wandern’. Ein starkes (reduplizierendes) Verb ahd. sweifan ‘kämpfen’ (8. Jh.), mhd. sweifen ‘in drehende, schwingende Bewegung setzen, schwingen’, intransitiv ‘bogenförmig gehen, herumwandern, schwanken, taumeln’, asächs. farswēpan ‘vertreiben’, aengl. swāpan ‘fegen, schwingend bewegen’, engl. (schwach) to swoop ‘niederstoßen, sich stürzen (von Vögeln)’, anord. sveipa ‘werfen, umhüllen’ (germ. *swaipan) führt mit dem unter Schweif (s. d.) behandelten Substantiv sowie mit mnd. mnl. swēpe, nl. zweep, aengl. swipu, swipe, anord. svipa ‘Peitsche’, got. midjasweipains ‘Überflutung, Sintflut’ (eigentlich ‘Fegung der Mitte’) und vielleicht mit awest. xšvaēwayat̰. aštrā- ‘der die Peitsche kreisen läßt, schwingt’, xšviwra- ‘flink’ auf ie. *su̯eib-, eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *su̯ē̌(i)- ‘biegen, drehen, schwingen’ (wozu auch schweben, s. d.). Das starke Verb fällt in frühnhd. Zeit mit dem zugehörigen schwachen Verb ahd. sweifen ‘umstürzen’ (8. Jh.), mhd. sweifen ‘schwingen’ zusammen und gibt die starke Flexion auf. abschweifen Vb. ‘sich davonmachen’ (15. Jh.), ‘abweichen von etw.’ (16. Jh.), ‘durch Hin-und-her-Bewegen im Wasser reinigen’ (17. Jh.), ‘beim Reden, in Gedanken vom Thema abkommen’ (18. Jh.). ausschweifen Vb. ‘eine gerade Linie verlassen, sich verbreiten, herumstreifen’ (15. Jh.), ‘vom Thema abkommen, in Gedanken abirren, über ein vertretbares (moralisches) Maß hinausgehen’ (16. Jh.); ausschweifend Part.adj. ‘das rechte moralische Maß übersteigend’ (18. Jh., ausschweifende Laster, Triebe, ausschweifende Lebensart); Ausschweifung f. ‘Üppigkeit’ (15. Jh.), ‘gekrümmte, von der Geraden abweichende Linienführung’ (16. Jh.), ‘(moralische) Maßlosigkeit’ (17. Jh.). weitschweifig Adj. ‘ausgedehnt, ausführlich’, spätmhd. wītsweific ‘umherschweifend, weitläufig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) weit ausholen(d) · ausgedehnt · ausschweifend · ausufernd · ermüdend · erschöpfend (im Wortsinn) · geschwätzig · in aller Ausführlichkeit · in epischer Breite · in ermüdender Ausführlichkeit · lang und breit · langatmig · raumgreifend · seitenlang · umständlich · viele Worte machen · weit augreifend · weitläufig · weitschweifend · weitschweifig · wortreich · überausführlich  ●  abendfüllend  fig. · in extenso  bildungssprachlich · Oper(n) quatschen  ugs., fig. · Roman  ugs., fig. · ausgreifend  geh. · des Langen und (des) Breiten  geh. · schwafelig  ugs. · verbos  fachspr., Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
allumfassend · ausgedehnt · breit gefächert · extensiv · geräumig · in die Breite gehend · umfangreich · umfassend · umfänglich · voluminös · weitreichend · weitschweifig  ●  erweiternd  juristisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›weitschweifig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weitschweifig‹.

Verwendungsbeispiele für ›weitschweifig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unterhielt der sich mit jedem Kunden seiner Bank so weitschweifig? [Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 262]
Aber so wie es niedergeschrieben wurde, wirkt das schmale Buch weitschweifig. [Süddeutsche Zeitung, 13.03.1996]
Stich haßt dieses Wort – zu dramatisch, zu negativ, zu weitschweifig, zu platt. [Süddeutsche Zeitung, 29.06.1995]
Seine Musik ist gut gebaut, niemals weitschweifig, vielmehr leicht fließend, glatt und brillant. [Grigolato, Gilda: Baillou. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 8182]
Der Roman ist sachlich, wo politische Information gefragt ist, nie weitschweifig, umständlich oder unpassend poetisch. [Die Zeit, 26.11.2008, Nr. 49]
Zitationshilfe
„weitschweifig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weitschweifig>.

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