weitschweifig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungweit-schwei-fig (computergeneriert)
formal verwandt mitSchweif
Wortbildung mit ›weitschweifig‹ als Erstglied: ↗Weitschweifigkeit
eWDG, 1977

Bedeutung

sehr ausführlich, wortreich und umständlich
Beispiele:
es gab eine weitschweifige Diskussion
er hat die Sache viel zu weitschweifig vorgetragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schweifen · abschweifen · ausschweifen · ausschweifend · Ausschweifung · weitschweifig
schweifen Vb. ‘herumstreifen, umherziehen, -wandern’. Ein starkes (reduplizierendes) Verb ahd. sweifan ‘kämpfen’ (8. Jh.), mhd. sweifen ‘in drehende, schwingende Bewegung setzen, schwingen’, intransitiv ‘bogenförmig gehen, herumwandern, schwanken, taumeln’, asächs. farswēpan ‘vertreiben’, aengl. swāpan ‘fegen, schwingend bewegen’, engl. (schwach) to swoop ‘niederstoßen, sich stürzen (von Vögeln)’, anord. sveipa ‘werfen, umhüllen’ (germ. *swaipan) führt mit dem unter ↗Schweif (s. d.) behandelten Substantiv sowie mit mnd. mnl. swēpe, nl. zweep, aengl. swipu, swipe, anord. svipa ‘Peitsche’, got. midjasweipains ‘Überflutung, Sintflut’ (eigentlich ‘Fegung der Mitte’) und vielleicht mit awest. xšvaēwayat̰. aštrā- ‘der die Peitsche kreisen läßt, schwingt’, xšviwra- ‘flink’ auf ie. *su̯eib-, eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *su̯ē̌(i)- ‘biegen, drehen, schwingen’ (wozu auch ↗schweben, s. d.). Das starke Verb fällt in frühnhd. Zeit mit dem zugehörigen schwachen Verb ahd. sweifen ‘umstürzen’ (8. Jh.), mhd. sweifen ‘schwingen’ zusammen und gibt die starke Flexion auf. abschweifen Vb. ‘sich davonmachen’ (15. Jh.), ‘abweichen von etw.’ (16. Jh.), ‘durch Hin-und-her-Bewegen im Wasser reinigen’ (17. Jh.), ‘beim Reden, in Gedanken vom Thema abkommen’ (18. Jh.). ausschweifen Vb. ‘eine gerade Linie verlassen, sich verbreiten, herumstreifen’ (15. Jh.), ‘vom Thema abkommen, in Gedanken abirren, über ein vertretbares (moralisches) Maß hinausgehen’ (16. Jh.); ausschweifend Part.adj. ‘das rechte moralische Maß übersteigend’ (18. Jh., ausschweifende Laster, Triebe, ausschweifende Lebensart); Ausschweifung f. ‘Üppigkeit’ (15. Jh.), ‘gekrümmte, von der Geraden abweichende Linienführung’ (16. Jh.), ‘(moralische) Maßlosigkeit’ (17. Jh.). weitschweifig Adj. ‘ausgedehnt, ausführlich’, spätmhd. wītsweific ‘umherschweifend, weitläufig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) weit ausholen(d) · ausgedehnt · ermüdend · erschöpfend (im Wortsinn) · ↗geschwätzig · in aller Ausführlichkeit · in epischer Breite · in ermüdender Ausführlichkeit · lang und breit · ↗langatmig · ↗raumgreifend · ↗seitenlang · ↗umständlich · viele Worte machen · ↗weitläufig · weitschweifend · weitschweifig · ↗wortreich · überausführlich  ●  ↗abendfüllend  fig. · Oper(n) quatschen  ugs., fig. · ↗Roman  ugs., fig. · ausgreifend  geh. · des Langen und (des) Breiten  geh. · schwafelig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
allumfassend · ausgedehnt · ↗breit gefächert · ↗extensiv · ↗geräumig · in die Breite gehend · ↗umfangreich · ↗umfassend · ↗umfänglich · ↗voluminös · ↗weitreichend · weitschweifig  ●  erweiternd  juristisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyse Ausführung Auslassung Betrachtung Erklärung Erläuterung Erörterung Exkurs Rede Reflexion Vortrag erläutern erzählen kompliziert oft umständlich unklar weniger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›weitschweifig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unterhielt der sich mit jedem Kunden seiner Bank so weitschweifig?
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 262
Aber so wie es niedergeschrieben wurde, wirkt das schmale Buch weitschweifig.
Süddeutsche Zeitung, 13.03.1996
Der Roman ist sachlich, wo politische Information gefragt ist, nie weitschweifig, umständlich oder unpassend poetisch.
Die Zeit, 26.11.2008, Nr. 49
Seine Musik ist gut gebaut, niemals weitschweifig, vielmehr leicht fließend, glatt und brillant.
Grigolato, Gilda: Baillou. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 8182
Der Alte begann endlich zu erzählen, ungeordnet und weitschweifig wie eh und je.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 787
Zitationshilfe
„weitschweifig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/weitschweifig>, abgerufen am 23.02.2019.

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