welk

GrammatikAdjektiv
Aussprache
eWDG, 1977

Bedeutung

von Pflanzen   schlaff infolge eines gestörten Wasserhaushalts
Beispiele:
welke Blumen, Blätter
die Rosen sind welk, welk geworden
Der alte Kreusat, ein großer Mann, aber welk und dürr wie ein kranker, dorrender Baum [MarchwitzaSturm7]
übertragen
Beispiele:
welke (= runzlige) Hände, Haut haben
sein Gesicht, Mund, seine Lippen waren welk
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

welk · welken · verwelken
welk Adj. ‘verdorrt, ausgetrocknet, ohne Saft’ (vorwiegend von Pflanzen), ahd. welc ‘feucht, lauwarm, weich, welk’ (8. Jh.), mhd. welc(h), wilch ‘feucht, lau, weich, milde, gelinde, welk’, asächs. mnd. welk, mnl. welc ‘verwelkt’ sowie (ablautend) ahd. wal(a)h ‘lau’ (11. Jh.), mit Metathese mnd. wlack, aengl. wlaco, wlacu, wlæc ‘lau’ und wohl auch (schwundstufig) das unter ↗Wolke (s. d.) behandelte Substantiv lassen sich mit lit. vìlgyti ‘an-, befeuchten, naß machen’, aslaw. vlaga ‘Feuchtigkeit, Saft’ (bei Pflanzen), aruss. vologa ‘fettige Speisezutat, Suppe, Nahrung’, russ. (älter) vológa (волога) ‘Feuchtigkeit, Flüssigkeit, flüssiges Fett als Zutat’ auf ie. *u̯elg- ‘feucht, naß’ zurückführen, das vielleicht unerweitert vorliegt in mnd. welen ‘welken, trocknen’, vgl. auch norw. schwed. valen ‘gefühllos, erstorben vor Kälte’. Auffällig ist der Bedeutungsübergang von ‘feucht’ (ahd. mhd. noch resthaft bewahrt) zu ‘saftlos, verdorrt’. Die Annahme, daß das Faktitivum ahd. welkēn ‘die Feuchtigkeit, die Säfte verlieren’ (s. unten) auf das Adjektiv zurückgewirkt hat, ist nicht beweisbar. Vielleicht ist eher eine Bedeutungsentwicklung von ‘feucht, faulig’ zu ‘abgestorben, verdorrt’ vorauszusetzen? welken Vb. ‘welk werden, vertrocknen’, ahd. welkēn (9. Jh.), mhd. welken ‘die Säfte verlieren, vertrocknen, welk werden’. verwelken Vb. ‘welk werden, vertrocknen’, mhd. verwelken.

Thesaurus

Synonymgruppe
etwas eingetrocknet · etwas vertrocknet · nicht straff · saft- und kraftlos · ↗saftlos · ↗schlaff · verwelkt · welk
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blatt Blume Blumenstrauß Blüte Brust Fassade Fleisch Gras Grün Haut Herbstlaub Kastanienblatt Kranz Laub Lippe Lorbeer Lorbeere Pflanzenteil Pracht Rose Salat Salatblatt Salatkopf Schenkel Sonnenblume Trieb Wange braun matt trocken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›welk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Wind trieb ihn, mit welken Blättern, über die Straße.
Die Zeit, 18.11.1977, Nr. 47
Eine kleine, welke Frau stand in der Stube und wusch.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 21529
Sie dürfen nicht zerschunden, nicht zerbrochen, vor allem nicht welk und trocken sein.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 170
Die Hunde lagen schläfrig in der Mittagssonne, die Köpfe auf das welke Gras gepreßt.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 58
Herbstwind treibt kühle, klare Luft über das Land, rüttelt im Wald die welken Blätter von den Bäumen.
Bild, 16.10.2004
Zitationshilfe
„welk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/welk>, abgerufen am 22.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Welf
welches
welcherweise
welcherlei
welchergestalt
Welkekrankheit
welken
Welkepunkt
Wellblech
Wellblechbaracke