wellen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwel-len
Wortbildung mit ›wellen‹ als Erstglied: ↗Wellblech · ↗Wellblechgarage · ↗Wellfleisch · ↗Wellpappe
 ·  mit ›wellen‹ als Letztglied: ↗auswellen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. mit Wellen versehen, wellenförmig formen
Beispiele:
glattes Haar wellen
sie war mit dem frisch gewellten Haar in den Regen gekommen
gewellte Bleche
Einen gewellten, kunstvoll gerissenen Rand hat die Postkarte [GrassBlechtrommel45]
Sand ... vom Wind gewellt wie Wasser [FrischHomo faber29]
2.
sich wellenin Wellen verlaufen, Wellen bilden
Beispiele:
ihr Haar wellt sich
die Pappe, der Fußbodenbelag hat sich gewellt
[weite, goldene Ährenfelder] wellen (= bewegen sich wellenförmig) sich unterm Sommerwind [WilleUsedom10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Welle · wellen · Wellblech · Wellpappe
Welle f. ‘Wasserwoge, zylindrischer Körper, Locke, (Reisig)bündel’, ahd. wella ‘hochgehende Meereswoge, stürmische Welle’ (um 1000), mhd. mnd. welle ‘Woge, Walze, Stroh-, Reisigbündel, Tuch-, Leinwandballen’ und wohl anord. vella ‘das Sieden, brodelnde Masse’ gehören wie das unter ↗wallen1 (s. d.) angegebene starke Verb ahd. wellan ‘wälzen, rollen, drehen’ zu der dort genannten Wurzel ie. *u̯el(ə)-, *u̯lē- ‘drehen, winden, wälzen’. Zunächst (ahd.) bezeichnet Welle die ‘Wasserwoge’, anfangs nur obd., im 15. Jh. nach Norden vordringend; danach (mhd.) ‘Walze, (sich drehender) zylindrischer Körper’ und ‘Bündel’ (Holz, Reisig, Stroh, Tuch), besonders westobd., schließlich (im Vergleich mit der ringförmig sich ausbreitenden Bewegung des Wassers) ‘Locke’ (17. Jh.) und in der Physik die sich fortpflanzenden Schwingungen von Schall, Licht, Elektrizität u. dgl. (18. Jh.). wellen Vb. ‘Wellen machen, Wellen werfen, sich in Wellen bewegen’, ahd. wellōn (um 1000), mhd. wellen, abgeleitet vom Substantiv. Seit dem 18. Jh. auch bildlich für wellenartige Bewegung und Formung (z. B. von der Landschaft, vom Haar). Wellblech n. ‘wellenförmig gebogenes Blech’ (19. Jh.). Wellpappe f. ‘wellig geformte Pappe’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) wellen · ↗wallen · ↗wogen
Assoziationen
Synonymgruppe
in Wellenform bringen · wellen · wellig machen  ●  ↗ondulieren (Haare)  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›wellen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wellen‹.

Verwendungsbeispiele für ›wellen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber auch damit wellen sich große, in Tinte gebadete Flecken gelegentlich.
C't, 1991, Nr. 9
Wind kam auf und versuchte, ihr strähniges Haar zu wellen.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 30
Drei Jahre lang schor, strähnte und wellte sie gut 300 Köpfe bei Mondlicht.
Süddeutsche Zeitung, 29.09.2000
Alles ist warm und feucht, sogar die Klobrille, und die Bücher wellen sich.
Schulze, Ingo: Simple Storys, Berlin: Berlin-Verl. 1998, S. 162
Sie standen auf einem kleinen Hügel, das Land wellte sich weit fort, spielend riß die starke Luft an den Haaren.
Tucholsky, Kurt: Rheinsberg. In: Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 451
Zitationshilfe
„wellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wellen>, abgerufen am 29.03.2020.

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