wer

Grammatik Pronomen (entspricht als Maskulinum und Femininum dem Neutrum »was«)
Aussprache 
Wortbildung  mit ›wer‹ als Erstglied: ↗Werfall  ·  mit ›wer‹ als Letztglied: ↗irgendwer · ↗sonst wer  ·  mit ›wer‹ als Grundform: ↗wem · ↗wen · ↗wessen
eWDG, 1977

Bedeutungen

I.
fragt nach Personen ohne Unterschied des Geschlechtes
Grammatik: als Interrogativpronomen
1.
Grammatik: in Fragesätzen
a)
Grammatik: leitet einen direkten Fragesatz ein
Beispiele:
wer ist da, das, dieser Fremde?
wer hat das getan?
halt! Wer da? (= Anruf des Postens)
wessen Buch ist das?
wem gehört dieser Hut?
wen hast du eingeladen?
an wen ist dieser Brief adressiert?
von wem habt ihr das bekommen?
um wen geht es?
wer von euch hat das getan?
wer anders als du könnte das gewesen sein?
wer sind diese Leute?
wer weiß?drückt Gleichgültigkeit, Resignation aus   wer kann das wissen?
Beispiel:
wer weiß, vielleicht wird doch noch alles gut
b)
Grammatik: leitet einen indirekten Fragesatz ein
Beispiele:
er fragte mich, wer gekommen sei
ich weiß nicht, wer das ist
2.
in Ausrufen; oft mit fragendem Charakter
Beispiele:
wer das doch könnte, fertigbrächte!
umgangssprachlichtrau, schau, wem!
saloppna, wer sagt's denn!
3.
umgangssprachlich wer weiß wer, was, wie, wodrückt Unkenntnis, Gleichgültigkeit aus
Beispiele:
das Buch hat wer weiß wer (= das Buch hat irgend jemand)
er sagte wer weiß was
sie sucht wer weiß wen
das liegt wer weiß wo
II.
verallgemeinernd   derjenige, der, diejenige, die
Grammatik: als Relativpronomen, bezieht sich meist auf ein Pronomen
Beispiele:
wer das behauptet, (der) lügt
wer auch (= jeder, der) kommt, sei uns willkommen
rette sich, wer kann
wen ich einmal gesehen habe, dessen Gesicht vergesse ich nicht wieder
sprichwörtlich wer wagt, gewinnt
sprichwörtlich wer nicht hören will, muss fühlen
sprichwörtlich wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein
sprichwörtlich wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert
sprichwörtlich wer zuletzt lacht, lacht am besten
Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen [ GoetheFaustVorsp. 97]
Wem Gott will rechte Gunst erweisen, / Den schickt er in die weite Welt [ EichendorffTaugenichts3,14]
veraltet wes
Beispiel:
wes das Herz voll ist, des geht, läuft der Mund über
III.
umgangssprachlich jemand
Grammatik: als Indefinitpronomen, ohne Genitiv/steht nie am Satzanfang
Beispiele:
da ist wer an der Tür
hat wer nach mir gefragt?
da muss wem was passiert sein
hast du wen gesehen?
suchen Sie wen?
er wollte wer (= jemand Besonderes) sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wer · was
wer was Interr.pron. der Person und Sache. Die für das Maskulinum und Femininum geltende Form ahd. (h)wer (8. Jh.), mhd. wer zeigt als nur dt. Neubildung den aus dem Genitiv (h)wes (und wohl in Anlehnung an ↗er, s. d.) stammenden Vokal e; bewahrt ist auslautendes -r (aus germ. -z). Daneben stehen asächs. hwē (diphthongiert hwie), mnd. , , wi(e), mnl. nl. wie, aengl. hwā̌, engl. who, got. ƕas ‘wer’ mit (außergerm.) aind. káḥ ‘wer’, lit. kàs und die neutralen Formen ahd. (h)waʒ (8. Jh.), mhd. waʒ, asächs. hwat, mnd. mnl. nl. wat, aengl. hwæt, engl. what, anord. hvat, schwed. vad ‘was’ mit (außergerm.) aind. (vedisch) kád, lat. quod ‘was’, lit. kàd ‘weil, daß, so daß’, kadà, kàd ‘wann’. Auszugehen ist von ie. *ku̯os bzw. ie. *ku̯od (mit dem Dentalauslaut der pronominalen Endung des neutralen Nominativs und Akkusativs Sing., vgl. griech. , τό, ‘das’, aus *tód, *τόδ), Bildungen zum Pronominalstamm ie. *ku̯o-, *ku̯e- (s. auch ↗wie und ↗wo). Zum gleichen Stamm stehen ferner got. ƕa ‘warum’, aind. kā́ f. (aus *ku̯ā-) ‘wer’, lat. quī (aus *ku̯oī), aslaw. kъto, russ. kto (кто) ‘wer’. Im Anord. fehlt der Nominativ der mask. Form. Anlautendes h- fällt im Ahd. vom 9. Jh. an ab. In den westgerm. Sprachen (außer dem Hd.) schwindet das (aus s entstandene) auslautende -r des Maskulinums.

Thesaurus

Synonymgruppe
welche Person · wer
Synonymgruppe
(ein) Unbekannter · (eine) unbekannte Person · irgendeine Person · irgendeiner · ↗irgendjemand · ↗irgendwer · ↗jemand  ●  ↗eine  ugs. · einer  ugs. · wer  ugs.
Assoziationen
  • Krethi und Plethi · ↗alle · alle Welt · egal wer · ↗jeder · jeder beliebige · jeder dahergelaufene · jeder x-beliebige · ↗jedermann · ↗sonst wer · wer auch immer · wer immer (...)  ●  ↗Hinz und Kunz  ugs. · Jan und Jedermann  ugs.
  • (ein) Niemand (sein)  ●  ↗(ein) Nobody  engl. · ↗(ein) Fuzzi  ugs.
  • (der) erstbeste · (der) erste der kommt · ein beliebiger · ein x-beliebiger · ↗irgendein · irgendein beliebiger · ↗irgendwer · jeder der will  ●  egal wer  ugs. · irgend so ein  ugs. · irgend so'n  ugs., salopp · irgendein dahergelaufener  ugs., abwertend · so ein dahergelaufener  ugs., abwertend · ↗sonst wer  ugs., abwertend
Zitationshilfe
„wer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wer>, abgerufen am 30.09.2020.

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