werktätig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwerk-tä-tig
Wortzerlegungwerkentätig
Wortbildung mit ›werktätig‹ als Grundform: ↗Werktätige
eWDG, 1977

Bedeutung

in einem Arbeitsrechtsverhältnis stehend, regelmäßig arbeitend, berufstätig
Beispiele:
die werktätige Bevölkerung, Jugend
das werktätige Volk
die werktätigen Frauen, Menschen, Schichten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Werk · werken · Werktag · werktätig
Werk n. ‘Handlung, Tat, das Geschaffene, Produkt, Fabrik’, ahd. werc ‘Tätigkeit und ihr Ergebnis’ (8. Jh.), mhd. werc(h), auch ‘zu bearbeitender Rohstoff, Werkzeug’, asächs. werk, mnd. werk, wark, mnl. werc, warc, weerc, nl. werk, aengl. weorc, werc, worc, wurc, engl. work, anord. schwed. verk (germ. *werka- n.) läßt sich wie die unter ↗wirken (s. d.) angeführten Formen vergleichen mit awest. varəz- ‘wirken’, varəzya- n. ‘Betätigung’, griech. érgon (ἔργον, aus *ϝέργον) ‘Werk, Sache, Arbeit, Kunstwerk’, mkymr. gwreith (aus *u̯reg̑tu-) ‘Tat’ und auf eine Wurzel ie. *u̯erg̑-, *u̯reg̑- ‘wirken, tun’ zurückführen (s. auch ↗Werg). Werk bezeichnet seit ahd. Zeit die ‘Tätigkeit, Arbeit’ und ‘das durch Arbeit Geschaffene’; die Bedeutung ‘Fabrik, Betriebsanlage’, vgl. Berg-, Hütten-, Walzwerk, entwickelt sich im 17. Jh. werken Vb. ‘arbeiten, tätig sein’, ahd. werkōn (8. Jh.), mhd. werken, im 17. Jh. im Gebrauch hinter arbeiten, schaffen, wirken zurücktretend, im 19. Jh. aber durch Schriftsteller wie Gotthelf, Jahn, W. Grimm wieder belebt. Werktag m. ‘Wochentag, Alltag’ (im Unterschied zum Sonn- und Feiertag), mhd. werctac. werktätig Adj. ‘handelnd, wirkend’ (16. Jh., geläufig 18. Jh.), ‘berufstätig’ (Anfang 20. Jh.), substantiviert besonders im Plur. Werktätige zur Bezeichnung aller berufstätigen Menschen, die keine Ausbeutung betreiben (so 1920 auf dem 2. Kongreß der Kommunistischen Internationale).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauer Bauernschaft Bevölkerung Einzelbauer Fischer Frau Intelligenz Jugend Klasse Masse Maß Mensch Mutter Personal Rußland Schicht Schichte Volk Volksmaß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›werktätig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ZK hat doch ein Herz für unsere werktätigen Frauen!
Süddeutsche Zeitung, 27.12.1997
Aus der Erfahrung des werktätigen Lebens müssen sie ihre Kenntnisse schöpfen.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 07.03.1917
Darin wurden die Rechte der werktätigen Frauen und Mütter erweitert.
Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen - F. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3190
Das haben wir erreicht durch die fleißige Arbeit unserer werktätigen Menschen, vor allem durch die Leistungen der Arbeiterklasse.
Hoffmann, Heinz: Diskussionsbeitrag auf dem VIII. Parteitag der SED am 04.11.1998. In: Barthel, Henner (Hg.) Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998 [1971], S. 109
Offiziell wird die Nationale Front als "Bündnis aller politischen und sozialen Kräfte des werktätigen Volkes" bezeichnet.
o. A. [hll.]: Nationalrat der Nationalen Front der DDR. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1981]
Zitationshilfe
„werktätig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/werktätig>, abgerufen am 20.11.2019.

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