wert

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›wert‹ als Letztglied: ↗achtenswert · ↗allerwertest · ↗beachtenswert · ↗bedauernswert · ↗befolgenswert · ↗begehrenswert · ↗begrüßenswert · ↗beherzigenswert · ↗bejammernswert · ↗beklagenswert · ↗belohnenswert · ↗bemerkenswert · ↗bemitleidenswert · ↗beneidenswert · ↗dankenswert · ↗ehrenwert · ↗empfehlenswert · ↗erbarmenswert · ↗erwägenswert · ↗erwähnenswert · ↗erzählenswert · ↗fluchenswert · ↗hassenswert · ↗lebenswert · ↗liebenswert · ↗liebwert · ↗lobenswert · ↗merkenswert · ↗nennenswert · ↗preiswert · ↗rühmenswert · ↗schätzenswert · ↗sehenswert · ↗unwert · ↗verabscheuenswert · ↗verachtenswert · ↗verdammenswert · ↗wissenswert · ↗wünschenswert
 ·  mit ›wert‹ als Grundform: ↗-wert
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
nur mit »sein«
einen bestimmten materiellen Wert besitzend, einen bestimmten Preis, Kaufpreis habend
Beispiele:
die alte Uhr ist viel, wenig, nichts wert
das Fahrrad ist mehr, weniger als 200 Euro wert
das alte Auto ist (noch) 2 000 Euro wert
umgangssprachlich das alte Auto ist (noch) seine 2 000 Euro wert
wieviel ist das Grundstück wert?
er will das Haus für weniger verkaufen, als es wert ist
die Sache ist das Geld nicht wert
der Schmuck ist das wert
umgangssprachlich der Schmuck ist sein Geld wert
Das wird seine zwei Bier wert sein [BobrowskiBoehlendorff93]
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich seine Erfindung ist Gold wert (= hat einen sehr großen Wert)
etw. hat gar keinen Wert
Beispiele:
etw. ist keinen Schuss Pulver wert
das, dein Plan, Rat ist nichts, keinen, nicht einen Pfifferling wert
das ist keinen (roten) Heller, Groschen wert
salopp, derb das ist einen Dreck wert
jmd. ist nichts wertjmd. hat wenige (sittlich) positive Eigenschaften
Beispiele:
umgangssprachlich, scherzhaft ich muss jetzt schlafen, sonst bin ich morgen nichts wert (= bin ich sehr müde, wenig leistungsfähig)
umgangssprachlich, scherzhaft er ist mehr wert als alle seine Geschwister zusammen
Der Oskar ist nichts wert, der Karl ist nichts wert [MoloEin Deutscher327]
2.
adverbiell
wichtig, bedeutsam, ideell wertvoll
Beispiele:
seine Hilfe, er ist mir viel, wenig, nichts wert
er erzählte manches, was mir wert und wichtig war
das Bild, er ist mir lieb und wert (geworden)
einem solchen jungen Herrn ... behilflich zu sein und sich ihm lieb und wert zu machen [Hofmannsth.Erzählungen123]
3.
nur mit »sein«
etw., jmd. ist etw. wertetw., jmd. verdient etw., wiegt etw. auf
Beispiele:
das war mir das Opfer, den Preis, Einsatz, die Reise wert
das ist die Sache nicht wert
das wäre einen Versuch wert
er ist es wert, dass man ihm vertraut, ihn auszeichnet
er ist nicht wert, dass man ihn beachtet
die Gedichte sind (es) wert, gedruckt zu werden
etw. ist eine(r) Sache wert
Beispiel:
sein Entschluss ist alle(r) Achtung wert
etw. ist der, die Mühe wertetw. lohnt die Mühe
Beispiele:
es wäre der Mühe wert, den Film anzusehen
es schien ihm nicht, kaum der Mühe wert, vorher darüber zu sprechen
etw. der Mühe wert halten, finden
etw. ist nicht der, die Rede wertetw. ist nicht erwähnenswert
Beispiele:
das Ereignis ist nicht, kaum der Rede wert
das ist nicht der Erwähnung wert
gehoben jmdn., etw. einer Sache für wert erachten
Beispiel:
jmdn. einer Auszeichnung für wert erachten
mit Gen.
gehoben, veraltend
Beispiele:
er ist des Vertrauens, Opfers, Mitleids, ihrer Liebe, Freundschaft wert
der Roman ist des Lesens wert
das ist der Aufmerksamkeit wert
jmd. ist jmds. wert
Beispiel:
das Mädchen ist seiner wert
4.
attributiv
veraltend, spöttisch von jmdm. geschätzt und verehrt, teuer
Beispiele:
er ist ein sehr werter Freund unserer Familie
er begrüßte den werten Gast
wie geht es Ihren werten Angehörigen, Ihrer werten Schwester?
wie ist der werte, Ihr werter Name?
papierdeutsch Ihr wertes Schreiben vom 5. 1. d. J. haben wir erhalten
papierdeutsch werter Kollege, werter Herr A! (= Anrede in Briefen)
papierdeutsch wertes Publikum! (= Anrede in Reden)
ein paar Fragen nach seinem werten Befinden [DodererLederbeutelchen145]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wert · Wert · werten · abwerten · bewerten · entwerten · verwerten · Werturteil · gleichwertig
wert Adj. ‘Geltung, Bedeutung habend, angesehen, geschätzt, kostbar, lieb, teuer’, ahd. werd (9. Jh.), mhd. mnd. wert, asächs. werð, mnl. waert, weert, wert, nl. waard, aengl. worþ, weorþ, wurþ, engl. worth, anord. verðr, schwed. värd, got. waírþs (germ. *werþa-) gehört offensichtlich zu der unter ↗werden (s. d.) dargestellten Dentalerweiterung ie. *u̯ert- ‘drehen, wenden’. Möglich ist unmittelbarer Anschluß an die unter ↗-wärts (s. d.) genannten Formen sowie an lat. versus ‘gegen’, air. frith- ‘gegen’, indem wert im Sinne von ‘wohin, gegen etw. gewendet, zugewandt’ verstanden wird mit Weiterentwicklung zu ‘einen Gegenwert habend’. Vgl. die ähnliche Bedeutungsentwicklung bei lat. pretium ‘Preis, Wert’. Es ist verwandt mit aind. práti ‘zu, zu … hin, gegen, wieder, auf’, griech. protí (προτί) ‘überdies, dazu, von … her, bei, an, zu … hin, gegenüber’, aslaw. protivъ, russ. prótiv (против) ‘gegen’, so daß eine Ausgangsbedeutung ‘als Äquivalent gegenüberstehend’ ansetzbar ist. wert wird bis ins 12. Jh. nur prädikativ, danach auch attributiv gebraucht. In neuerer Zeit ist es häufig Grundwort zusammengesetzter Adjektive, vgl. ehren-, hoch-, liebwert und lesens-, sehens-, wissenswert. Wert m. ‘Preis, Geltung, Wertschätzung’, ahd. werd n. (8. Jh.), mhd. wert n. m. ‘Kaufpreis, Wert(sache), Ware, Standesehre, Geltung, Ansehen, Würdigkeit, Herrlichkeit’, Substantivierung des Adjektivs. Neutrales Genus gilt vereinzelt bis ins 16. Jh.; maskuliner Gebrauch (seit dem Mhd.) entwickelt sich wohl in Anlehnung an Kauf und Preis. werten Vb. ‘den Wert festsetzen, einschätzen’, ahd. werdōn (8. Jh.), mhd. werden ‘(wert)schätzen, für wert halten, würdigen, verherrlichen’, auch vereinzelt ‘kaufen, den Wert vergüten’. abwerten Vb. ‘im Wert herabsetzen’ (18. Jh., geläufig 20. Jh.), ‘abschätzen’ (19. Jh.). bewerten Vb. ‘den Wert festlegen, benoten, einschätzen’ (2. Hälfte 19. Jh.). entwerten Vb. ‘ungültig machen’ besonders von Geld und Geldwert (1. Hälfte 19. Jh.); vgl. ahd. intwerdōn ‘starke Abneigung empfinden, verschmähen’ (10. Jh.), mhd. (vereinzelt) entwerten ‘entgelten’. verwerten Vb. ‘(einen Wert) nützlich verwenden’ (19. Jh.). Werturteil n. ‘abgegebenes Urteil über den Wert einer Sache’ (2. Hälfte 19. Jh.). gleichwertig Adj. ‘von gleichem Wert’ (15./16. Jh., dann wieder Mitte 19. Jh.). Vgl. auch Bildungen wie minderwertig, vollwertig (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
entsprechend · nach Verdienst · nach Wert · wert · ↗würdig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Befinden Dow-Jones-Index Genosse Gutschein Index Kundschaft MDax Menschenleben Nikkei-Index Papier allemal darauflegen ebensoviel eigentlich genauso genausoviel gleich legen lieb mehr schienen soviel unwert viel was wenig weniger wohl zehnmal überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wert‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da war, was es zu erzählen gab, plötzlich wieder etwas wert gewesen.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 232
Der Service war auch nicht der Rede wert, es gab nämlich keinen.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 62
Heute sind 1000 Dollar von 1916 in Wall Street nur noch um 40 Dollar wert.
Die Zeit, 10.03.1972, Nr. 10
Ah, sagte ich, ein Leben, bei dem nicht von Zeit zu Zeit alles auf dem Spiel steht, ist nichts wert.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 55
Und nun ist ihm das mit einem Mal nichts mehr wert?
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 143
Zitationshilfe
„wert“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wert>, abgerufen am 19.10.2019.

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