Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

wetterwendisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung wet-ter-wen-disch
eWDG

Bedeutung

abwertend leicht seine Meinung, Stimmung wechselnd und daher unberechenbar, unbeständig, launenhaft
Beispiel:
er ist wetterwendisch, ist ein wetterwendischer Mensch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wetter · wettern · Wetterleuchten · wetterleuchten · wetterwendisch
Wetter n. ‘meteorologische Konstellation, Ablauf der darauf beruhenden Erscheinungen, Witterung’, ahd. wetar (um 800), mhd. wet(t)er ‘Wetter, Witterung, Ungewitter, freie Luft’, asächs. wedar ‘Wetter, Sturm’, mnd. wed(d)er, mnl. wēder ‘(Un)wetter, Luft’, nl. weder, weer, aengl. weder, engl. weather, anord. veðr ‘Wetter, Witterung, Geruch’, schwed. väder (germ. *wedra-) führt mit aslaw. aruss. vedro, russ. vëdro (вёдро) ‘schönes Wetter’ auf ie. *u̯edhro-, eine (allerdings kurzvokalische) Ableitung mit dem Suffix ie. -dhro- von der unter wehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯ē- ‘wehen, blasen, hauchen’. Wetter bedeutet ursprünglich wohl ‘bewegte Luft, Lufthauch, Wind’, danach vornehmlich ‘Unwetter’ und, daraus hervorgegangen, ‘Blitz’ (14. Jh., heute selten); in der Bergmannssprache (älteren Gebrauch fortsetzend) ‘Luft in der Grube’ (15. Jh.), besonders ‘schädliche Luft’, vgl. schlagende Wetter ‘explosive Gase im Bergwerk’ (19. Jh.). wettern Vb. ‘gewittern, blitzen, wetterleuchten, ein bestimmtes Wetter sein’ (15. Jh.), heute fast nur noch übertragen ‘schimpfen, fluchen’ (18. Jh.); vgl. mhd. weteren ‘in der freien Luft trocknen’. Wetterleuchten n. ‘entfernt aufleuchtender Blitz ohne hörbaren Donner’ (18. Jh.), Subtantivierung nach wetterleuchten Vb. ‘blitzen ohne Donner’ (15. Jh.), volksetymologische Umdeutung von (besonders alem. geläufigem) frühnhd. wetterleichen ‘blitzen’ (vgl. es wetterleicht) durch Anlehnung an leuchten, das als korrekte gerundete Form aufgefaßt wird. Das Verb ist abgeleitet von ahd. wetarleih (10./11. Jh.), mhd. weterlech(e), -liche, -leich m. ‘Blitz’, dessen zweites Kompositionsglied aus dem unter Leich (s. d.) behandelten Substantiv besteht, so daß ahd. wetarleih als ‘Wettertanz, Wetterspiel’ zu erklären ist. wetterwendisch Adj. ‘unbeständig, wankelmütig’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
flüchtig · kursorisch · nicht dauerhaft · rasch · unbeständig · wetterwendisch
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›wetterwendisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist gewiss gescheit, gilt aber als gerissen und wetterwendisch. [Süddeutsche Zeitung, 11.08.1999]
Von den wetterwendischen Amerikanern hingegen läßt sich das nicht behaupten. [Die Zeit, 09.07.1982, Nr. 28]
Der Sinn des Lebens, dieses wetterwendische Objekt literarischen Schreibens in der Krise, steht zur Diskussion. [Die Zeit, 10.04.1981, Nr. 16]
Die früher einmal eiserne Nehru‑Tochter regiert ihr Land mit schlaffer Hand, entschlußlos und wetterwendisch. [Die Zeit, 27.08.1982, Nr. 35]
Selten in den letzten Jahren gab es ein so quirlig‑musikalisches Buch, unglaublich frei, leicht und wetterwendisch in seinem Tempo. [Süddeutsche Zeitung, 16.12.1995]
Zitationshilfe
„wetterwendisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wetterwendisch>.

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