wetterwendisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwet-ter-wen-disch
eWDG, 1977

Bedeutung

abwertend leicht seine Meinung, Stimmung wechselnd und daher unberechenbar, unbeständig, launenhaft
Beispiel:
er ist wetterwendisch, ist ein wetterwendischer Mensch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wetter · wettern · Wetterleuchten · wetterleuchten · wetterwendisch
Wetter n. ‘meteorologische Konstellation, Ablauf der darauf beruhenden Erscheinungen, Witterung’, ahd. wetar (um 800), mhd. wet(t)er ‘Wetter, Witterung, Ungewitter, freie Luft’, asächs. wedar ‘Wetter, Sturm’, mnd. wed(d)er, mnl. wēder ‘(Un)wetter, Luft’, nl. weder, weer, aengl. weder, engl. weather, anord. veðr ‘Wetter, Witterung, Geruch’, schwed. väder (germ. *wedra-) führt mit aslaw. aruss. vedro, russ. vëdro (вёдро) ‘schönes Wetter’ auf ie. *u̯edhro-, eine (allerdings kurzvokalische) Ableitung mit dem Suffix ie. -dhro- von der unter ↗wehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯ē- ‘wehen, blasen, hauchen’. Wetter bedeutet ursprünglich wohl ‘bewegte Luft, Lufthauch, Wind’, danach vornehmlich ‘Unwetter’ und, daraus hervorgegangen, ‘Blitz’ (14. Jh., heute selten); in der Bergmannssprache (älteren Gebrauch fortsetzend) ‘Luft in der Grube’ (15. Jh.), besonders ‘schädliche Luft’, vgl. schlagende Wetter ‘explosive Gase im Bergwerk’ (19. Jh.). wettern Vb. ‘gewittern, blitzen, wetterleuchten, ein bestimmtes Wetter sein’ (15. Jh.), heute fast nur noch übertragen ‘schimpfen, fluchen’ (18. Jh.); vgl. mhd. weteren ‘in der freien Luft trocknen’. Wetterleuchten n. ‘entfernt aufleuchtender Blitz ohne hörbaren Donner’ (18. Jh.), Subtantivierung nach wetterleuchten Vb. ‘blitzen ohne Donner’ (15. Jh.), volksetymologische Umdeutung von (besonders alem. geläufigem) frühnhd. wetterleichen ‘blitzen’ (vgl. es wetterleicht) durch Anlehnung an leuchten, das als korrekte gerundete Form aufgefaßt wird. Das Verb ist abgeleitet von ahd. wetarleih (10./11. Jh.), mhd. weterlech(e), -liche, -leich m. ‘Blitz’, dessen zweites Kompositionsglied aus dem unter ↗Leich (s. d.) behandelten Substantiv besteht, so daß ahd. wetarleih als ‘Wettertanz, Wetterspiel’ zu erklären ist. wetterwendisch Adj. ‘unbeständig, wankelmütig’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›wetterwendisch‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wetterwendisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›wetterwendisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist gewiss gescheit, gilt aber als gerissen und wetterwendisch.
Süddeutsche Zeitung, 11.08.1999
Von den wetterwendischen Amerikanern hingegen läßt sich das nicht behaupten.
Die Zeit, 09.07.1982, Nr. 28
Doch philippinische Generäle und Politiker sind so wetterwendisch wie die Launen der Massen.
Die Welt, 22.01.2001
Und Tennis ist so wetterwendisch wie der Himmel im April.
Der Tagesspiegel, 13.08.1999
Mich intrigieren seine wetterwendischen Faxen, seine Liebedienerei und dann wieder seine unglaubliche Widerspenstigkeit.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 732
Zitationshilfe
„wetterwendisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wetterwendisch>, abgerufen am 03.04.2020.

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