wettmachen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwett-ma-chen
WortzerlegungWettemachen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw. Nachteiliges durch etw. anderes ausgleichen, Fehlendes durch etw. anderes ersetzen
Beispiele:
er schwor sich, diese Demütigung, Schmach, Beleidigung, Niederlage wettzumachen
umgangssprachlicheine Schlappe wettmachen
einen Mangel, Nachteil, Fehler, Verlust, das Versäumte wettmachen
den Arbeitsausfall (wieder, einigermaßen) wettmachen
das macht alles, allen Schaden (wieder) wett
etw. durch etw. wettmachen
Beispiel:
er macht fehlende Begabung durch großen Fleiß wett
2.
sich für etw. erkenntlich zeigen
Beispiel:
er wollte diese Hilfeleistung, Unterstützung wieder wettmachen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wett · wettmachen
wett Adj. (nur prädikativ) ‘abbezahlt, erledigt, ausgeglichen, quitt’, mhd. wette ‘abbezahlt, beendet’, spätmhd. ‘quitt’ entwickelt sich (seit etwa 1300) aus dem unter ↗Wette (s. d.) behandelten Substantiv (mhd. wette im Sinne von ‘Bezahlung einer Schuld, Vergütung eines Schadens’). Grundlage sind formelhafte prädikative Verbindungen wie mhd. wette werden, sīn ‘ein Ende finden, aufhören, aufgehoben, ungültig’, dann auch ‘frei von Schuld’, daher ‘ausgeglichen, quitt sein oder werden’. Die Form ohne Endungs-e (vgl. bereits mhd. wet um 1300) setzt sich im 17. Jh. durch. wettmachen Vb. ‘eine Schuld begleichen, einen Frevel sühnen, ausgleichen’ (15. Jh.), ‘etw. Negatives durch etw. Positives aufwiegen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abgelten · aus dem Weg räumen · ↗ausgleichen · ↗begleichen (Rechnung) · ins Reine bringen · wettmachen · ↗wiedergutmachen  ●  ↗ausbügeln  ugs. · die Scharte auswetzen  ugs. · verlorenen Boden wettmachen  ugs.
Assoziationen
  • (der / die) Hauptleidtragende(n) sein · (die) volle Wucht zu spüren bekommen · die Konsequenzen tragen (müssen)  ●  (den) Kopf hinhalten (müssen für)  fig. · (etwas) ausbaden (müssen)  ugs. · (für etwas) bluten (müssen)  ugs., fig. · die Suppe auslöffeln (müssen)  ugs., fig. · die Zeche zahlen (müssen)  ugs., fig. · es voll abkriegen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›wettmachen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wettmachen‹.

Verwendungsbeispiele für ›wettmachen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was dem Film an äußerer Bewegung fehlt, versuchen die Schauspieler mit dem forcierten Ausdruck innerer Bewegung wettzumachen.
Die Welt, 07.11.2002
Wenn die Taktik gut ist, kann man körperliche Defizite wettmachen.
Der Tagesspiegel, 31.07.1999
Was die Politik nicht leistete, konnten die schönen Künste nicht wettmachen.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 73
Selbst eine moderne und saubere Kleidung macht das nicht wett.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 70
Was will sie verschleiern mit ihrer Sprache, welchen Mangel wettmachen und warum will sie mich auch so reden machen?
Bachmann, Ingeborg: Das dreißigste Jahr, München: R. Piper & Co. Verlag 1961, S. 214
Zitationshilfe
„wettmachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wettmachen>, abgerufen am 10.04.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Wettleidenschaft
Wettläufer
wettlaufen
Wettlauf
Wettkampfturnen
wettrennen
wettrudern
Wettrüsten
Wettschalter
Wettschein