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wichsen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwich-sen
Wortbildung mit ›wichsen‹ als Erstglied: ↗Wichser  ·  mit ›wichsen‹ als Letztglied: ↗abwichsen · ↗auswichsen · ↗durchwichsen · ↗verwichsen
 ·  mit ›wichsen‹ als Grundform: ↗gewichst
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw. mit Wachs, einem wachsartigen Mittel einreiben, dass es glänzt
a)
und sauber ist
Beispiele:
Schuhe, Stiefel, Leder glänzend wichsen
die Treppe, den Fußboden wichsen
Die hohen Bogenfenster spiegelten sich im gewichsten Parkett [Kellerm.Der 9. November92]
sein Treppenhaus […] das er seit Jahren zu putzen und wichsen nicht müde geworden war [GrassBlechtrommel194]
b)
veraltet und steif ist
Beispiele:
den Bart wichsen
der Schnauzbart war schwarz, frisch gewichst
Sie trugen gewichste Schnurrbärtchen und den sogenannten Poposcheitel [G. Hauptm.4,216]
2.
salopp jmdm. eine wichsen (= jmdm. eine Ohrfeige geben)
Beispiele:
als der mir dumm kam, habe ich ihm gleich eine gewichst
wenn du damit nicht aufhörst, kriegst du eine gewichst
jmdn. wichsen (= jmdn. schlagen, prügeln)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wichsen · Wichse · Wichs
wichsen Vb. ‘mit Wachs bestreichen’ (15. Jh.), ‘polieren, blank putzen’ (17. Jh.), ‘prügeln’ (18. Jh.), Lautvariante des von ↗Wachs (s. d.) abgeleiteten Verbs wächsen, bei der Umlaut-e in i übergegangen ist. wächsen, in einzelnen Mundarten bewahrt, wird in der Literatursprache von wichsen verdrängt. Dazu gewichst Part.adj. ‘schlau, gerissen’, verwichsen Vb. ‘verprügeln’ (beide 19. Jh.). Wichse f. ‘Schmierfett, Putzmittel, Prügel’ (18. Jh.), Rückbildung aus dem Verb. In der Studentensprache Wichs m. ‘Festtracht, Gala der Verbindungsstudenten’ (18. Jh.), danach auch umgangssprachlich ‘Festgewand, Putz, Staat’, sich in Wichs werfen ‘sich fein machen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) selbst befriedigen · ↗masturbieren · ↗onanieren  ●  (sich) einen keulen  ugs. · (sich) einen rubbeln  ugs. · (sich) einen runterholen  ugs. · (sich) einen von der Palme wedeln  ugs. · es (sich/jemandem) mit der Hand machen  ugs. · es sich selbst machen  ugs. · wichsen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Schuh Stiefel du

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wichsen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da kommt ihr nicht mehr raus, ihr könnt dann nur noch länger wichsen.
Die Zeit, 15.09.2007 (online)
Ian wichst aufs Grab, scheißt sich ein und frißt, weil hungrig, das ausgebuddelte Kind.
Süddeutsche Zeitung, 02.10.1996
Die sterben dann fröhlich wichsend und rühren keine Banane an.
Müller, Heiner: Ich wünsche mir Brecht in der Peep-Show. In: “Zur Lage der Nation“, Berlin: Rotbuch-Verl. 1990 [1988], S. 60
Merkwürdig oft sieht man ihn seinen Anzug reinigen, seine Stiefel wichsen und seine Mütze bürsten.
Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 17
Mit Lizenz für den historischen Fortschritt zu wichsen war schon immer mein Wunsch!
Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996 [1995], S. 193
Zitationshilfe
„wichsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wichsen>, abgerufen am 07.12.2019.

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