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widmen

GrammatikVerb · widmete, hat gewidmet
Aussprache
Worttrennungwid-men (computergeneriert)
Wortbildung mit ›widmen‹ als Erstglied: ↗Widmung  ·  mit ›widmen‹ als Letztglied: ↗umwidmen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
jmdm. etw. widmenjmdm. als Zeichen der Freundschaft, Verehrung, Liebe ein selbstgeschaffenes künstlerisches oder wissenschaftliches Werk mit einer Widmung versehen und damit für ihn bestimmen
Beispiele:
er widmete seine Dissertation seinen Eltern, seinen ersten Roman seiner Frau
diese Plastik widmete er seinen Auftraggebern
etw. ist jmdm. gewidmetetw. ist jmdm. zugedacht
Beispiele:
der Zeitungsartikel ist dem Verstorbenen gewidmet
Dieses Gedicht ist gewidmet den Kameraden des Bremsers Mike Mc Coy [BrechtGedichte130]
2.
etw. einer Sache, jmdm. widmenetw. einer Sache, jmdm. zielgerichtet, bewusst zukommen lassen
a)
gehoben
Beispiele:
er beschloss, sein Leben ganz der Kunst, seiner neuen großen Aufgabe, der Erziehung der Kinder zu widmen
jmdm., einer Sache seine Liebe, Aufmerksamkeit widmen (= schenken)
er widmete den Hausaufgaben viel Sorgfalt
b)
jmdm., einer Tätigkeit, Sache (seine) Zeit, eine bestimmte Zeitspanne widmenausschließlich für jmdn., etw. seine Zeit verwenden
Beispiel:
ihre ganze Freizeit, die Abendstunden widmete sie ihrer kranken Mutter, der Erledigung häuslicher Arbeiten, dem Fernstudium
c)
sich jmdm., einer Sache widmensich mit jmdm., einer Sache (längere Zeit) eingehend beschäftigen
Beispiele:
er widmete sich in seiner Freizeit ganz der Familie
sich dem Studium, Beruf, Haushalt widmen
sich der Kunst, Musik, der Untersuchung eines bestimmten Problems widmen
in rastloser Arbeitslust widmete sie sich den häuslichen und familiären Aufgaben [BredelVäter29]
[ich] brach sofort mein eben begonnenes Studium ab, um mich andern Plänen zu widmen [BöllZug208]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

widmen · Widmung
widmen Vb. ‘als Zeichen der Verehrung, Freundschaft, Dankbarkeit übereignen, sich einer Sache, jmdm. verschreiben, sich intensiv mit etw. beschäftigen’, ahd. widamen ‘ausstatten’ (9. Jh.), mhd. widemen ‘stiften, zueignen, ausstatten, dotieren’, mnd. mnl. wēdemen ist als Faktitivum zu dem unter ↗Wittum (s. d.) behandelten Substantiv (ahd. widamo) gebildet. Wie dieses gehört auch das Verbum ursprünglich dem rechtssprachlichen Bereich an und bedeutet ‘die Frau bei der Hochzeit ausstatten’ (später auch zur Sicherstellung im Todesfalle des Mannes), seit dem 13. Jh. ‘die Kirche mit Vermögenswerten ausstatten’. Durch syntaktische Umordnung (der Empfänger steht im Dativ, die übergebene Sache im Akkusativ) steht das Verb im Sinne von ‘übereignen’ (13. Jh., zuerst kirchenrechtlich, dann allgemein von Liegenschaften, finanziellen Zuwendungen), ‘stiften, gründen, einrichten’, von Personen ‘jmdn. einer Bestimmung (weihend) anheimgeben, zum Priesterstand bestimmen’ (16. Jh.). Aus ‘jmdm. etw. weihend darbringen, zueignen’ entwickelt sich durch Verallgemeinerung der heutige Gebrauch (18. Jh.). Widmung f. ‘Schenkung, Übereignung’ (14. Jh.), ‘Widmungstext’ (18. Jh.), spätmhd. widmunge ‘Ausstattung, Schenkung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
beschenken · ↗bescheren · ↗gewähren · ↗hingeben · ↗schenken · ↗spendieren · ↗springenlassen (Geld) · widmen · ↗zueignen · ↗zuwenden · ↗überantworten · ↗übergeben · ↗überlassen · ↗überreichen  ●  ↗springen lassen (Geld)  ugs.
Assoziationen
  • (etwas) für jemanden bestimmt haben · (für jemanden) vorgesehen sein · (jemandem etwas) geben wollen · (jemandem etwas) zugedacht haben  ●  ↗(jemandem etwas) zueignen  geh.
Synonymgruppe
belegen · ↗reservieren · ↗vorbehalten · widmen · ↗zurückhalten · ↗zusichern · ↗zuteilen
Synonymgruppe
dedizieren · widmen · ↗zuwenden
Synonymgruppe
(sich einer Sache) widmen · ↗pflegen · ↗unterhalten · ↗warten  ●  in Schuss halten  ugs.
Synonymgruppe
(einer Sache) frönen · (jemandes) Leben sein · (sein) Herz hängen an · ↗(sich einer Sache) verschreiben · (sich) in den Dienst (einer Sache) stellen · ↗(sich) versenken (in) · ↗aufgehen (in) · sein (ganzes) Herzblut hineinstecken · sein Leben (einer Sache) weihen  ●  ↗(sich einer Sache) weihen  veraltend · (sich einer Sache) widmen  Hauptform · ↗(einer Sache) leben  geh., altertümelnd · (jemandes) Ein und Alles sein  ugs. · ↗(sich einer Sache) anheimgeben  geh. · ↗(sich einer Sache) hingeben  geh.
Assoziationen
  • (sich) aufopfern · ↗(sich) opfern · alles tun (für) · sein Leben aufopfern · sein Leben einsetzen (für)
  • (einer Sache) verfallen · (etwas) (immer wieder) tun müssen · (sich) nicht losreißen können (von) · abhängig werden (von) · hörig werden · nicht sein lassen können
  • (sich) berauschen an · (sich) einer Sache überlassen · aufgehen in · fortgetragen werden (von)  ●  ↗schwelgen (in)  geh.
  • (sich) kaprizieren auf  geh. · (sich) verlegen auf  geh.
  • (sich einer Sache/jemandem) zuwenden · ↗(sich einer Sache/jemandes) annehmen · (sich jetzt einer Sache) widmen · (sich) (jetzt) befassen mit · (sich) (jetzt) konzentrieren auf · (sich) (jetzt) kümmern um · Zeit haben (für)
Synonymgruppe
(jemandem) Zeit widmen · (sich) (jemandem) widmen · ↗(sich) auseinandersetzen (mit) · (sich) befassen mit · ↗(sich) beschäftigen (mit) · Zeit investieren (in) · Zeit opfern (für)
Assoziationen
  • (die) Zeit nicht im Auge behalten · (sich) endlos Zeit lassen (mit) · nicht auf die Zeit achten · seine Zeit verplempern (mit)  ●  (sich) abgeben mit  negativ · (sich) verkünsteln (mit/an)  ugs., regional
  • (sich einer Sache/jemandem) zuwenden · ↗(sich einer Sache/jemandes) annehmen · (sich jetzt einer Sache) widmen · (sich) (jetzt) befassen mit · (sich) (jetzt) konzentrieren auf · (sich) (jetzt) kümmern um · Zeit haben (für)
Synonymgruppe
(sich einer Sache/jemandem) zuwenden · ↗(sich einer Sache/jemandes) annehmen · (sich jetzt einer Sache) widmen · (sich) (jetzt) befassen mit · (sich) (jetzt) konzentrieren auf · (sich) (jetzt) kümmern um · Zeit haben (für)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschnitt Andenken Aufgabe Aufmerksamkeit Augenmerk Ausstellung Buch Erforschung Geburtstag Gedicht Hingabe Hobby Kapitel Leben Museum Musik Pflege Retrospektive Seite Studium Thema Titelgeschichte Werk Zeile ausführlich ausschließlich fortan intensiv umwidmen verstärkt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›widmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fast ein Viertel des Textes widmet der Autor der Vereinigung.
Die Zeit, 21.03.2007, Nr. 13
Meine Zeit widmete ich der Philosophie, den schönen Künsten, der Musik.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 203
Seine freie Zeit widmete er nun der Arbeit im Garten.
Der Tagesspiegel, 06.11.2004
Seit 1930 widmete sie sich wieder verstärkt der abstrakten Malerei.
o. A.: Lexikon der Kunst - D. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 21202
Heutzutage widmen sich diejenigen, die noch bestehen, weniger sportlichen Zielen.
Borren, Charles van den: Belgien. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 21463
Zitationshilfe
„widmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/widmen>, abgerufen am 16.11.2018.

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