Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

widmen

Grammatik Verb · widmet, widmete, hat gewidmet
Aussprache  [ˈvɪtmən]
Worttrennung wid-men
Wortbildung  mit ›widmen‹ als Erstglied: Widmung  ·  mit ›widmen‹ als Letztglied: umwidmen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨jmdm. etw. widmen⟩ jmdm. als Zeichen der Freundschaft, Verehrung, Liebe ein selbstgeschaffenes künstlerisches oder wissenschaftliches Werk mit einer Widmung versehen und damit für ihn bestimmen
    1. ⟨etw. ist jmdm. gewidmet⟩ etw. ist jmdm. zugedacht
  2. 2. ⟨etw. einer Sache, jmdm. widmen⟩ etw. einer Sache, jmdm. zielgerichtet, bewusst zukommen lassen
    1. a) [gehoben] ...
    2. b) ⟨jmdm., einer Tätigkeit, Sache (seine) Zeit, eine bestimmte Zeitspanne widmen⟩ ausschließlich für jmdn., etw. seine Zeit verwenden
    3. c) ⟨sich jmdm., einer Sache widmen⟩ sich mit jmdm., einer Sache (längere Zeit) eingehend beschäftigen
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdm. etw. widmenjmdm. als Zeichen der Freundschaft, Verehrung, Liebe ein selbstgeschaffenes künstlerisches oder wissenschaftliches Werk mit einer Widmung versehen und damit für ihn bestimmen
Beispiele:
er widmete seine Dissertation seinen Eltern, seinen ersten Roman seiner Frau
diese Plastik widmete er seinen Auftraggebern
etw. ist jmdm. gewidmetetw. ist jmdm. zugedacht
Beispiele:
der Zeitungsartikel ist dem Verstorbenen gewidmet
Dieses Gedicht ist gewidmet den Kameraden des Bremsers Mike Mc Coy [ BrechtGedichte130]
2.
etw. einer Sache, jmdm. widmenetw. einer Sache, jmdm. zielgerichtet, bewusst zukommen lassen
a)
gehoben
Beispiele:
er beschloss, sein Leben ganz der Kunst, seiner neuen großen Aufgabe, der Erziehung der Kinder zu widmen
jmdm., einer Sache seine Liebe, Aufmerksamkeit widmen (= schenken)
er widmete den Hausaufgaben viel Sorgfalt
b)
jmdm., einer Tätigkeit, Sache (seine) Zeit, eine bestimmte Zeitspanne widmenausschließlich für jmdn., etw. seine Zeit verwenden
Beispiel:
ihre ganze Freizeit, die Abendstunden widmete sie ihrer kranken Mutter, der Erledigung häuslicher Arbeiten, dem Fernstudium
c)
sich jmdm., einer Sache widmensich mit jmdm., einer Sache (längere Zeit) eingehend beschäftigen
Beispiele:
er widmete sich in seiner Freizeit ganz der Familie
sich dem Studium, Beruf, Haushalt widmen
sich der Kunst, Musik, der Untersuchung eines bestimmten Problems widmen
in rastloser Arbeitslust widmete sie sich den häuslichen und familiären Aufgaben [ BredelVäter29]
[ich] brach sofort mein eben begonnenes Studium ab, um mich andern Plänen zu widmen [ BöllZug208]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

widmen · Widmung
widmen Vb. ‘als Zeichen der Verehrung, Freundschaft, Dankbarkeit übereignen, sich einer Sache, jmdm. verschreiben, sich intensiv mit etw. beschäftigen’, ahd. widamen ‘ausstatten’ (9. Jh.), mhd. widemen ‘stiften, zueignen, ausstatten, dotieren’, mnd. mnl. wēdemen ist als Faktitivum zu dem unter Wittum (s. d.) behandelten Substantiv (ahd. widamo) gebildet. Wie dieses gehört auch das Verbum ursprünglich dem rechtssprachlichen Bereich an und bedeutet ‘die Frau bei der Hochzeit ausstatten’ (später auch zur Sicherstellung im Todesfalle des Mannes), seit dem 13. Jh. ‘die Kirche mit Vermögenswerten ausstatten’. Durch syntaktische Umordnung (der Empfänger steht im Dativ, die übergebene Sache im Akkusativ) steht das Verb im Sinne von ‘übereignen’ (13. Jh., zuerst kirchenrechtlich, dann allgemein von Liegenschaften, finanziellen Zuwendungen), ‘stiften, gründen, einrichten’, von Personen ‘jmdn. einer Bestimmung (weihend) anheimgeben, zum Priesterstand bestimmen’ (16. Jh.). Aus ‘jmdm. etw. weihend darbringen, zueignen’ entwickelt sich durch Verallgemeinerung der heutige Gebrauch (18. Jh.). – Widmung f. ‘Schenkung, Übereignung’ (14. Jh.), ‘Widmungstext’ (18. Jh.), spätmhd. widmunge ‘Ausstattung, Schenkung’.

Thesaurus

Assoziationen
  • (etwas) für jemanden bestimmt haben · (für jemanden) vorgesehen sein · (jemandem etwas) geben wollen · (jemandem etwas) zugedacht haben  ●  (jemandem etwas) zueignen geh.
Synonymgruppe
dedizieren · widmen · zuwenden
Synonymgruppe
(sich einer Sache) widmen · pflegen · unterhalten · warten  ●  in Schuss halten  ugs.
Synonymgruppe
(einer Sache) frönen · (jemandes) Leben sein · (sein) Herz hängen an · (sich einer Sache) verschreiben · (sich) in den Dienst (einer Sache) stellen · (sich) versenken (in) · aufgehen (in) · sein (ganzes) Herzblut hineinstecken · sein Leben (einer Sache) weihen  ●  (sich einer Sache) weihen  veraltend · (sich einer Sache) widmen  Hauptform · (einer Sache) leben  geh., altertümelnd · (jemandes) Ein und Alles sein  ugs. · (sich einer Sache) anheimgeben  geh. · (sich einer Sache) hingeben  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(eingehend) untersuchen · (jemandem / einer Sache) Zeit widmen · (sich) (einer Sache) widmen · (sich) auseinandersetzen (mit) · (sich) befassen mit · (sich) beschäftigen (mit) · Zeit investieren (in) · Zeit opfern (für)  ●  (Vergangenes) aufarbeiten  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich einer Sache/jemandem) zuwenden · (sich einer Sache/jemandes) annehmen · (sich jetzt einer Sache) widmen · (sich) (jetzt) befassen mit · (sich) (jetzt) konzentrieren auf · (sich) (jetzt) kümmern um · Zeit haben (für)
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) zudenken · (jemandem etwas) zueignen  ●  (jemandem etwas) widmen  Hauptform · (jemandem etwas) dedizieren  geh.
Assoziationen
  • eine Widmung (in ein Buch / auf ein Foto) schreiben · eine Widmung daraufschreiben · eine Widmung hineinschreiben  ●  mit einer Widmung versehen Hauptform
  • (jemandem) Achtung erweisen · (jemandem) Ehre erweisen · (jemandem) seine Verehrung zeigen · ehren · verehren  ●  (jemandem) huldigen geh., veraltend

Typische Verbindungen zu ›widmen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›widmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›widmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Meine Zeit widmete ich der Philosophie, den schönen Künsten, der Musik. [Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 203]
Ich widmete ihnen nur soviel Zeit, wie unbedingt erforderlich war, um die Note »Genügend« zu erhalten. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 88]
Aber ich beschloß, alle Zeit, die mir blieb, ihm zu widmen. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1594]
In seinen letzten Jahren von 1957 an widmete er sich vorwiegend seinen Büchern. [Kühner, Hans: Walter. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 6682]
Vormittags widmet er sich seiner neun Monate alten Tochter, erst gegen zwölf Uhr macht er sich auf den Weg zur Bank. [Die Zeit, 16.09.1999, Nr. 38]
Zitationshilfe
„widmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/widmen>.

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