willfahren

GrammatikVerb · willfährt, willfahrte, hat willfahrt/gewillfahrt
Aussprache
Worttrennungwill-fah-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›willfahren‹ als Erstglied: ↗willfährig
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben jmdm. seinen Willen tun, jmds. Wunsch nachkommen, jmds. Bitte erfüllen
Beispiele:
er willfahrte dem Wunsch, der Bitte seiner Mutter
einem Verlangen, Ersuchen willfahren
der Minister, der Herzog beeilten sich, ihm zu willfahren [Th. MannLotte7,549]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wille · willfahren · willfährig · willig · willkommen · bewilligen · einwilligen
Wille m. ‘feste Absicht, Vorsatz, auf ein Ziel gerichtetes Streben und Trachten, Verlangen’, ahd. willo (8. Jh.), mhd. wille, asächs. willio, mnd. mnl. wille, nl. wil, aengl. willa, engl. will, anord. vili, schwed. vilja, got. wilja, germ. *weljan-, Abstraktum zu der unter ↗wollen (s. d.) angegebenen Wurzel. willfahren Vb. ‘jmds. Willen tun’ (16. Jh.), willenvarn (15. Jh.), aus mhd. eines willen vāren; zu mhd. vāren ‘feindlich trachten, nachstellen, streben, fürchten’ (s. ↗Gefahr). Doch bereits in der mhd. Fügung erfolgt Anschluß an mhd. varn ‘fahren’; daher (vereinzelt) auch starke Flexion (willfuhr, noch Ende 18. Jh.). willfährig Adj. ‘willig, bereit, gefällig’ (16. Jh.). willig Adj. ‘bereit, gefällig’, ahd. willīg (8. Jh.), mhd. willec, willic; Grundwort in Adjektivkomposita seit ahd. Zeit, vgl. gutwillig, ahd. guotwillīg (um 1000), mhd. guotwillic. willkommen Part.adj. ‘gern gesehen’, mhd. wille-, wilkomen. Im zweiten Wortteil wohl gebildet zu der Partizipialform von kommen. Vgl. ahd. willikomo m. (10. Jh.), mhd. willekome Adj. bewilligen Vb. ‘zugestehen, erlauben’ (15. Jh.). einwilligen Vb. ‘zustimmen, sein Einverständnis geben’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Wunsch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›willfahren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist ein begreifliches Interesse, aber es kann nicht Sache der Kirche sein, ihm zu willfahren.
Die Zeit, 24.06.1999, Nr. 26
Allein die Regierung weigerte sich in Ausdrücken, die der deutsche Ministerresident für beleidigend erklärte, diesem Verlangen zu willfahren.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 01.03.1907
Allmählich wurde er so auch mir vertraut, und ich spürte den leisen Reiz, ihrem Wunsch zu willfahren.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 2897
Man beeilte sich, den ungestümen Gästen zu willfahren, und in wenigen Sekunden stand die große Suppenschüssel dampfend auf dem Tisch.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
In Wahrheit dachte er jedoch nicht daran, den Reformwünschen des Papstes zu willfahren.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 7896
Zitationshilfe
„willfahren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/willfahren>, abgerufen am 22.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
willentlich
willensstarr
Willensstärke
willensstark
Willensschwäche
willfährig
Willfährigkeit
Williams Christ
Williams Christbirne
Williamsit