willkürlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwill-kür-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›willkürlich‹ als Erstglied: ↗Willkürlichkeit  ·  mit ›willkürlich‹ als Letztglied: ↗unwillkürlich
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
auf Willkür beruhend, ohne Rücksicht auf objektive Gegebenheiten, je nach Laune
Beispiele:
etw. willkürlich anordnen, festlegen
jmdn. willkürlich verhaften, benachteiligen
eine willkürliche Maßnahme, Verhaftung
ein willkürlich abgebrochenes Spiel
2.
vom Willen gesteuert
Beispiele:
willkürliche Muskeln
keiner willkürlichen Bewegung fähig sein
etw. willkürlich tun
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Willkür · willkürlich
Willkür f. ‘Verhalten und Handeln nach eigenem Gutdünken, Eigenmächtigkeit’, mhd. wille-, wilkür, (md.) wil(le)kur, -kor ‘freie Willenswahl, freier Wille, freiwillige Entschließung, Neigung, Zu-, Übereinstimmung, Gutdünken’ ist zusammengesetzt aus dem unter ↗Wille behandelten Wort und mhd. kür(e), md. kur(e), kor(e) (s. ↗Kür). Die seit dem 18. Jh. herrschende, auf die Mißachtung der Interessen anderer zielende Bedeutung (s. oben) bahnt sich bereits im mhd. Gebrauch in solchen Fällen an, wo die ‘freie Entschließung’ der einen Seite von der anderen als Beschränkung oder Zwang angesehen wird, vgl. mhd. nāch sīner vīnde willekur. Dazu willkürlich Adj. ‘nach eigenem Gutdünken vorgehend, eigenmächtig’ (18. Jh.), zuvor ‘freiwillig, nach freier Entscheidung handelnd’ (16. Jh.); vgl. mhd. willekuric.

Thesaurus

Synonymgruppe
beliebig (Adverb) · dir überlassen (sein) · nach (eigenem) Ermessen · nach Belieben · nach Gutdünken · nach Lust und Laune · willkürlich  ●  ↗(ganz) nach (eigenem) Gusto  geh. · (so) wie du es für richtig hältst  ugs. · (so) wie es einem gerade (in den Kram) passt  ugs. · (so) wie es für dich am besten ist  ugs. · Ihrem Ermessen überlassen (bleiben)  geh. · ↗ad libitum  geh., lat. · dir überlassen (bleiben)  ugs. · frei nach Schnauze  ugs.
Unterbegriffe
  • völlig beliebig · völlig egal · ↗x-beliebig
Assoziationen
Synonymgruppe
aus eigener Machtvollkommenheit · in selbstherrlicher Manier · in selbstherrlicher Weise · nach Gutsherrenart · willkürlich
Assoziationen
Synonymgruppe
auf gut Glück · ↗blind · ↗blindlings · nach dem Zufallsprinzip · ungezielt · ↗wahllos · willkürlich · ↗ziellos · zufallsgesteuert · ↗zufällig
Assoziationen
  • (etwas) entscheidet der Zufall · ↗Glückssache (sein) · dem Zufall überlassen bleiben · purer Zufall (sein)  ●  reiner Zufall (sein)  ugs.
  • auf gut Glück · aufs Geratewohl · nach dem Prinzip "wird schon gutgehen" · nach dem Prinzip Hoffnung
  • bunt gemischt · quer durch · von allem etwas · von jedem etwas  ●  (einmal) quer durch den Garten  ugs. · ↗querbeet (durch)  ugs.
Medizin
Synonymgruppe
beliebig · frei wählbar · nach dem Zufallsprinzip · ↗stichprobenartig · ↗wahlfrei · ↗wahllos · willkürlich · zufallsbasiert · zufallsgesteuert · ↗zufällig  ●  ↗akzidentell  fachspr. · akzidentiell  fachspr. · ↗arbiträr  geh., bildungssprachlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auslegung Auswahl Eingriff Einteilung Erschießung Festlegung Festnahme Festsetzung Grenzziehung Hinrichtung Inhaftierung Setzung Verhaftung anmutend ausgewählt einseitig festgelegt festgesetzt gegriffen gesetzt gewählt gezogen herausgegriffen herausgreifen minder sachfremd ungerecht unwillkürlich ziemlich zusammengestellt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›willkürlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von allen angeführten Grössen erscheint jetzt nur noch E 0 als willkürlich gewählt.
Süddeutsche Zeitung, 14.12.2000
Zwar müsse man immer noch jederzeit mit willkürlich erscheinenden staatlichen Anordnungen rechnen.
Der Tagesspiegel, 28.03.1999
Selbstverständlich ist nicht jedes neurotische Symptom in diesem Sinne willkürlich interpretierbar.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 233
Die Anordnung der Sätze innerhalb der vier Bücher ist willkürlich.
Vente, Maarten Albert: Sweelinck (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 6967
Die Bestimmung der oft völlig entstellten Namen bleibt mitunter ziemlich willkürlich.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 1030
Zitationshilfe
„willkürlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/willkürlich>, abgerufen am 11.12.2018.

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