windelweich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwin-del-weich
WortzerlegungWindelweich
eWDG, 1977

Bedeutung

salopp
1.
Beispiel:
jmdn. windelweich (= sehr) hauen, prügeln, schlagen
2.
nachgiebig, weichherzig
Beispiele:
jmd. ist windelweich
Zureden macht mich windelweich [O. M. GrafMitmenschen181]
als ich die ersten Worte sagte ... wurde ich schon windelweich (= ganz gerührt) [PenzoldtErdenwurm171]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Windel · windelweich
Windel f. ‘weiches Wickeltuch für Säuglinge zur Aufnahme der Ausscheidungen’, ahd. wintila ‘Binde’ (9. Jh.), ‘Kinderwindel’ (10. Jh.), asächs. windila, mhd. windel, wintel, mnd. mnl. windel ‘Kinderwindel’ sowie aengl. windel ‘geflochtener Korb’ sind Bildungen mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ilō zu der unter ↗winden (s. d.) dargestellten Wortgruppe, ursprünglich ‘Binde zum (Ver)binden, zum Umwickeln’. windelweich Adj. ‘weich wie eine Kinderwindel’ (19. Jh.), besonders jmdn. windelweich prügeln, schlagen, verstärkende Bildung, mehrfach in den Mundarten, literarisch bei Kotzebue, Heine; vielleicht in lautlichem Anklang an vereinzelt im Bair. bezeugtes windelbleich ‘bleich wie weißes Windeltuch’, vgl. Hauschild in: ZfdWf. 6 (1904/05) 211.

Thesaurus

Synonymgruppe
konturlos · ohne Haltung  ●  ↗butterweich  abwertend, fig. · ↗wachsweich  abwertend, fig. · windelweich  abwertend, fig.
Assoziationen
  • (sich) nicht entscheiden können (zwischen) · (sich) nicht festlegen (wollen)  ●  unentschieden sein  Hauptform · ↗(he)rumeiern  ugs., salopp · hin- und hergerissen sein  ugs. · ↗schwanken (zwischen)  ugs.
  • (jegliche) Festlegung(en) vermeiden · (sich) nicht festlegen  ●  (sich) alle Türen offen halten  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begründung Erklärung Formulierung Kompromiß Servilität hauen prügeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›windelweich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er riß unflätige Witze, lachte, schlug auf den Tisch, drückte jetzt die, dann die, und wurde zuletzt windelweich.
Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 98
Das wäre derzeit die wichtigste Reform, wichtiger als jede windelweiche Gipfelerklärung.
Die Zeit, 15.09.2005, Nr. 38
Bei Gosch schleppen sich die beiden, windelweich geklopft, von der Bühne.
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2004
Wenn ich den Dieb erwische, werde ich ihn windelweich prügeln.
Bild, 14.01.2002
In Geiselgasteig aber hätten ihm windelweiche Eingeständnisse womöglich die Führungsmethode vermasselt.
Der Spiegel, 19.09.1983
Zitationshilfe
„windelweich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/windelweich>, abgerufen am 09.12.2019.

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