windig
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwin-dig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›windig‹ als Erstglied: ↗Windigkeit  ·  mit ›windig‹ als Letztglied: ↗überwindig
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
mit Wind, voller Luftbewegung
Beispiele:
es ist sehr windig draußen
windiges Wetter
wir befanden uns auf windiger (= dem Wind ausgesetzter) Höhe
2.
umgangssprachlich, abwertend unzuverlässig, zweifelhaft, nicht glaubhaft
Beispiele:
ein windiger Mensch, Bursche, Lügner
windige Projekte, Manipulationen
eine trügerische und windige Angelegenheit
ein Film von windiger Moral
inhaltslos, leer
Beispiele:
ein windiges Geschwätz
eine windige Ausflucht, Hoffnung
windiger (= eitler) Plunder
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wind · windig · Windsbraut
Wind m. ‘sich bewegende, wehende Luft, Luftströmung’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. wint, asächs. nl. aengl. engl. wind, anord. vindr, schwed. vind, got. winds (germ. *winda-, aus *wenda- m.) und lat. ventus, kymr. gwynt, toch. A want, toch. B yente ‘Wind’ sind mit partizipialem nt-Formans im Sinne von ‘das Wehende, Blasende’ zu der unter ↗wehen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *u̯ē- ‘wehen, blasen, hauchen’ gebildet. Redensartlich in den Wind reden ‘etw. vergeblich sagen’ (15. Jh.), in den Wind schlagen ‘geringschätzig abweisen, abschlagen, preisgeben’ (16. Jh.), heute ‘keine Beachtung schenken’. In der Bedeutung ‘Blähung’ begegnet Wind seit dem 14. Jh. windig Adj. ‘voll Luftbewegung’, übertragen ‘eitel, leer, unzuverlässig’, mhd. windec, windic, auch ‘blähend’. Windsbraut f. ‘heftiger Wind, Wirbelwind’, ahd. wintes prūt (9. Jh.), mhd. windesbrūt. Das Grundwort gehört wohl zu ie. *bʰer, *bʰrū ‘aufwallen, in heftiger Bewegung sein’ (s. ↗brauen, ↗brausen).

Thesaurus

Synonymgruppe
armselig · ↗gering · ↗jammervoll · ↗jämmerlich · ↗kümmerlich · ↗minderwertig  ●  grenzlastig  ugs. · ↗grenzwertig  ugs. · ↗inferior  geh. · ↗lausig  ugs. · ↗lumpig  ugs. · ↗mickrig  ugs. · piselig  ugs., rheinisch · ↗popelig  ugs. · pupsig  ugs.
Assoziationen
  • (nur) Centbeträge  ●  das bisschen Geld  ugs. · die paar Euro  ugs. · so'n bisschen Geld  ugs. · so'n paar Euro  ugs.
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
dem Wind ausgesetzt · luftdurchströmt · luftdurchweht · ↗luftig · ↗zugig  ●  von Wind umbraust (lit.)  geh. · windumtost (lit.)  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
anrüchig · ↗fragwürdig · nicht (ganz) koscher · nicht vertrauenswürdig · ↗obskur · ↗ominös · ↗undurchsichtig · ↗zweifelhaft · ↗zwielichtig  ●  ↗dubios  Hauptform · ↗dunkel  fig.
Assoziationen
Antonyme
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschreibungsmodelle Anlageberater Finanzberater Finanzgeschäfte Finanzjongleure Frühlingstag Geschäftemacher Geschäftsmann Gesellen Herbsttag Herbstwetter Hochebene Hypothekengeschäfte Immobiliengeschäfte Opportunisten Plateau Schauerwetter Spekulanten Steuersparmodelle Wetter bewölkt findige kalt kühlen nass nasskalt regnerisch sonnigen unbeständig verregneten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›windig‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man das volle Programm nicht will, soll man windige Experimente unterlassen.
Die Welt, 21.08.2001
Das Design des Vans ist weder windig noch hat Ford mit ihm einen neuen Star kreiert.
Süddeutsche Zeitung, 04.10.1995
Es ist nicht weniger windig um sie bestellt als um die eben enthüllten.
Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 191
Ich schien mir gerade die windigste Ecke ausgesucht zu haben.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 76
Er war erfreulich anzuschauen, nicht mehr gar so jung und keineswegs windig.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 907
Zitationshilfe
„windig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/windig>, abgerufen am 20.09.2017.

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