Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

wippen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung wip-pen
Wortbildung  mit ›wippen‹ als Erstglied: Wippdrehkran · Wippkran · Wippschaukel
 ·  mit ›wippen‹ als Grundform: Wippe
eWDG

Bedeutung

ruckartig auf und nieder schwingen, hin- und herschwingen
a)
etw. wippt
Beispiele:
die Schaukel wippte noch eine Weile, nachdem die Kinder sie verlassen hatten
die Blüten an den langen Stengeln wippten im leichten Wind
seine Fußspitze wippte im Takt der Musik
ihre Zöpfe, die Federn an seinem Hute wippten bei jedem Schritt
ein wippender (= beim Gehen auf und ab schwingender) Rock
sein wippender Gang
wir gingen zaghaft über das wippende (= schwankende) Brett
dann wieder ein Stoß, so daß die Tragflächen wippten [ FrischHomo faber22]
b)
mit etw. wippen
Beispiele:
er hatte die Beine übereinandergeschlagen und wippte leicht mit dem in der Luft schwebenden Fuß
sie wippte mit ihrer Reitgerte
ein Rotschwänzchen hüpfte von Stein zu Stein und wippte mit seinem Schwänzchen [ Hausm.Abel248]
c)
jmd. wipptjmd. bewegt sich durch Abstoßen ruckartig (auf einer Schaukel, Wippe) auf und nieder, hin und her
Beispiele:
auf einer Schaukel, Wippe, einem Schaukelstuhl wippen
er bat sie, mit dem Wippen aufzuhören
er ließ seine Tochter auf seinen Knien wippen
er stand gebieterisch vor uns und wippte auf den Absätzen, Zehen
ich untersuche das Eis, wippe und freue mich über die Festigkeit [ Hausm.Lampioon19]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wippen · Wippe · Wippchen
wippen Vb. ‘(sich) auf und nieder bewegen’, aus dem Nd. (1. Hälfte 16. Jh.). Mnd. mnl. nl. wippen ‘schaukeln, schlenkern, (sich) auf und nieder bewegen’ (mengl. (h)wippen, engl. to whip ‘schnellen lassen, peitschen’ aus dem Mnd.) und entsprechendes ahd. wiphōn ‘herumstreifen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. wipfen ‘hüpfen, springen’ stehen als geminierte Intensivbildungen zu dem in ahd. wīfan ‘winden’ (in biwīfan, um 1000), mhd. wīfen ‘winden, schwingen’, got. weipan ‘bekränzen’ belegten starken Verb. Dazu gehört das Kausativum (ablautend) mhd. weifen ‘schwingen machen, haspeln, entfalten’; außergerm. sind verwandt lat. vibrāre ‘in zitternde Bewegung setzen, sich zitternd bewegen’, lit. vỹburti ‘schwingen, herumdrehen, schweben’, lett. viebt ‘das Gesicht verziehen’, reflexiv ‘sich drehen, verdrehen, Grimassen schneiden’. Auszugehen ist von ie. *u̯eib- ‘drehen, sich drehend, schwingend bewegen’ (s. Weib, wo auch weitere Verwandte), einer Labialerweiterung der Wurzel ie. *u̯ei- ‘drehen, biegen’. Wippe f. ‘zweiarmiger Hebel, kippbar über einem Klotz angebrachtes Brett’ (17. Jh.), aus dem Nd., mnd. wippe, Rückbildung aus dem Verb. Wippchen n. ‘rasche Bewegung, Sprung’, übertragen ‘Gaukelei, Spaß, dummes Zeug, Ausrede’ (19. Jh., in den Mundarten gewiß älter), zu ahd. wiphōn, mhd. wipfen ‘herumstreifen, hüpfen, springen’ (s. oben); vgl. auch ahd. wiph ‘Gebärde, Zeichen’ (9. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›wippen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wippen‹.

Verwendungsbeispiele für ›wippen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kein Fuß wippt im Takt, kein Finger klopft den Rhythmus. [Die Zeit, 29.04.1999, Nr. 18]
Den Kopf hat er leicht gesenkt, er wippt von einem Fuß auf den anderen. [Die Zeit, 11.01.2010, Nr. 02]
Im Moment aber wippt sie ungeduldig mit dem Fuß, die Herren reden durcheinander. [Die Zeit, 13.04.2009, Nr. 15]
Aber jetzt wippe ich mit und bleibe dabei fest auf den Füßen. [Die Zeit, 19.02.2001, Nr. 08]
Der immer fort nur wippt, weil er nicht springen kann. [Die Zeit, 16.10.1995, Nr. 42]
Zitationshilfe
„wippen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wippen>.

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