wissenschaftlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwis-sen-schaft-lich
WortzerlegungWissenschaft-lich
Wortbildung mit ›wissenschaftlich‹ als Erstglied: ↗Wissenschaftlichkeit · ↗wissenschaftlich-technisch  ·  mit ›wissenschaftlich‹ als Letztglied: ↗außerwissenschaftlich · ↗innerwissenschaftlich · ↗unwissenschaftlich · ↗vorwissenschaftlich
eWDG, 1977

Bedeutung

den Prinzipien, Formen, der Methodik der Wissenschaft entsprechend
Beispiele:
eine wissenschaftliche Arbeit, Aufgabe, Auseinandersetzung, Erkenntnis, Leistung, Publikation, Tagung, Theorie, Untersuchung, Veröffentlichung, Weltanschauung, Zeitschrift
ein wissenschaftlicher Aufsatz, Beitrag, Bericht, wissenschaftliches Buch, Experiment, Fachgebiet, wissenschaftlicher Vortrag
der wissenschaftliche Erfahrungsaustausch, Gedankenaustausch, Meinungsstreit
ein wissenschaftlicher (= auf einem Gebiet der Wissenschaft ausgebildeter) Mitarbeiter
der wissenschaftliche Sozialismus, Kommunismus
die wissenschaftliche Ausgabe der Werke eines Dichters
die wissenschaftlichen (= Fragen der Wissenschaft betreffenden) Beziehungen zwischen den Akademien, Universitäten
in diesem Unternehmen gibt es einen wissenschaftlichen (= aus Wissenschaftlern bestehenden und im Sinne der Wissenschaft tätigen) Beirat, Rat
der wissenschaftliche (= für die Tätigkeit in der Wissenschaft befähigte und ausgebildete) Nachwuchs
eine wissenschaftliche (= für Arbeiten auf dem Gebiete der Wissenschaft eingerichtete) Institution
die wissenschaftliche Arbeitsorganisation hilft, die Arbeitsbedingungen zu verbessern
wissenschaftliche Exaktheit, Genauigkeit, Gründlichkeit, Methoden, Verfahren
die Überführung wissenschaftlicher (= der von der Wissenschaft erarbeiteten) Ergebnisse in die Praxis
diese Arbeit erhebt Anspruch auf wissenschaftliche (= vor dem Urteil der Wissenschaft bestehende) Geltung
dieses Werk ist von großer wissenschaftlicher Bedeutung
die wissenschaftliche Anleitung für Studenten und Schüler
vom wissenschaftlichen Standpunkt aus ist diese Meinung nicht vertretbar
eine wissenschaftliche (= die Ausbildung in einer Wissenschaft einschließende) Laufbahn einschlagen
wissenschaftlich arbeiten, tätig sein
er muss noch lernen, wissenschaftlich zu denken
etw. wissenschaftlich bearbeiten, bestimmen, beurteilen, entwickeln, erforschen
eine wissenschaftlich begründete Ansicht
eine wissenschaftlich unhaltbare Behauptung
wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse, Einsichten
die wissenschaftlich-technische Revolution
der wissenschaftlich-technische Fortschritt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wissen · Wissen · Wissenschaft · Wissenschaftler · wissenschaftlich · wissentlich · Besserwisser
wissen Vb. ‘gelernt, erkannt, erfahren und im Gedächtnis haben’, ahd. wiʒʒan (8. Jh.), mhd. wiʒʒen, asächs. aengl. witan, mnd. wēten, wetten, mnl. wēten, nl. weten, anord. vita, schwed. veta, got. witan. Die präsentischen Formen des Sing. des zu den Präteritopräsentien gehörenden Verbs ahd. mhd. weiʒ, nhd. weiß, asächs. mnd. wēt, mnl. weet, aengl. wāt, anord. veit, got. wait (germ. *wait) folgen wie aind. vḗda ‘weiß, kennt’, griech. ó͞ida (οἶδα) ‘ich weiß’, aslaw. vědě ‘ich weiß’, věděti ‘wissen, kennen’, russ. (älter) védat’ (ведать) ‘wissen, kennen’, apreuß. waist ‘wissen’ der Ablautstufe des Perfekts ie. *u̯oid- ‘gesehen haben’ und darum ‘wissen’. Die Ablautstufen des Präsens ie. *u̯eid-, *u̯id- ‘erblicken, sehen’ setzen sich fort in lat. vīsere ‘besichtigen, besuchen’ (eigentlich ‘zu sehen wünschen’), air. rofetar ‘ich weiß’, apreuß. widdai ‘sah’, lit. veizdė́ti ‘sehen, schauen, nach etw. sehen’, aslaw. viděti, russ. vídet’ (видеть) ‘sehen’. Zu vergleichen ist ferner (aus zweisilbigem ie. *u̯(e)idē-) lat. vidēre ‘sehen, wahrnehmen, erkennen’. Zur Wurzel ie. *u̯eid- vgl. Seebold in: Die Sprache 19 (1973) 20ff. und 158 ff. Wissen n. ‘durch Forschung und Erfahrung erworbene Kenntnisse, geistige Erkenntnis’, ahd. wiʒʒan, mhd. wiʒʒen, geläufig seit frühnhd. Zeit. Formelhaft meines Wissens ‘soweit ich weiß’ (16. Jh.), wider besseres Wissen (und Gewissen), nach bestem Wissen (17. Jh.), nach bestem Wissen und Gewissen (18. Jh.). Wissenschaft f. ‘(organisierte) Form der Erforschung, Sammlung und Auswertung von Kenntnissen’, spätmhd. wiʒʒen(t)schaft ‘Wissen, Kenntnis, Kunde’, dafür bis ins 16. Jh. häufiger Wissenheit, ahd. wiʒʒantheit (8. Jh.), mhd. wiʒʒen(t)heit ‘Einsicht, Wissen, Bewußtsein’. Bes. in der Aufklärung wird Wissenschaft Bezeichnung einer gelehrten Disziplin und verdrängt das dafür bisher übliche Kunst. Wissenschaftler m. ‘wer sich mit einer Wissenschaftsdisziplin beschäftigt, Forscher’ (18. Jh.), anfänglich abschätzig gegenüber als korrekter empfundenem Wissenschafter ‘wer sich mit Wissenschaften beschäftigt’ (um 1800). wissenschaftlich Adj. ‘die Wissenschaft betreffend, den Gesetzen der Wissenschaft folgend, gelehrt’ (17. Jh., geläufig 2. Hälfte 18. Jh.). wissentlich Adj. ‘bewußt, absichtlich’, mhd. wiʒʒen(t)lich ‘bewußt, bekannt, offenkundig’, vom Infinitiv oder Part. Präs. des Verbs abgeleitet. Besserwisser m. ‘wer alles besser zu wissen meint, rechthaberischer Mensch’ (Mitte 19. Jh.), wohl rückgebildet aus älterem Besserwisserei (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
akademisch · ↗gebildet · ↗gelehrt · wissenschaftlich  ●  ↗szientifisch  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeit Arbeiten Assistent Beirat Buchgesellschaft Disziplin Einrichtung Erkenntnis Experiment Forschung Fortschritt Hochschule Institut Laufbahn Leistung Literatur Methode Mitarbeiter Mitarbeiterin Nachwuchs Publikation Studie Studium Untersuchung Veröffentlichung fundiert kulturell künstlerisch technisch technologisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wissenschaftlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bis 2018 könnten die Länder damit wissenschaftliche Stellen sicher einplanen.
Die Zeit, 19.04.2013 (online)
Das systematisiert die wissenschaftlichen Methoden der Arbeit, die von den Arbeitern in der Produktion entwickelt wurden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1977]
Eine wissenschaftliche einwandfreie Gliederung ist die nach dem botanischen System.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 8
Gerade dadurch ist nun aber eine wissenschaftliche Erkenntnis der gesellschaftlichen Dinge möglich geworden.
Freyer, Hans: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, Leipzig u. a.: B.G. Teubner 1930, S. 158
Der Mut zu eigentlich wissenschaftlicher Arbeit auf diesem Gebiet ist daher selten.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 306
Zitationshilfe
„wissenschaftlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wissenschaftlich>, abgerufen am 17.10.2019.

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